Band 
Dritter Band. D bis E.
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Entern Entwöhnen 5S5

ausschweifenden Leben ergibt, 12) Vernachlässigung eines kuriori porentl». 18)Nichtauslösung eines der Ältern aus feindlicher Gefangenschaft, 14) Abfall vomorthodoxen Glauben. Au Enterbung der Ascendenten gibt dieselbe Novelle im 4.Cap. 8 Ursachen: 1) Anklage auf Leben und Tod (außer bei Majestätsverbrechen),2) Lebensnachstellung, 3) Beischlaf des Vaters mit der Schwiegertochter, 4) Ver-hinderung an Errichtung eines Testaments, 5) Lebensnachstellung des einen Äl-terntheils gegen den andern, 6) Vernachlässigung eines wahnsinnigen Kindes, 7)Nichtauslösung aus feindlicher Gefangenschaft, 8) Abfall vom orthodoxen Glau-ben. Zur Enterbung von Geschwistern, wenn ihnen eine persona türkis vorgezo»den wird, ist, nach Nov. 22, Cap. 47, erfoderlich, daß der zu Enterbende demLeben, der Ehre oder dem Vermögen des Erblassers nachgestellt habe.

Entern heißt, ein Schiff auf offener See mit Gewalt ersteigen, um sichdesselben zu bemächtigen. Dies geschieht, indem sich das angreifende Schiff mitEnterhaken an das feindliche anhängt, sodaß die Mannschaft auf das feindlicheSchiff hinüberspringen und die Besatzung Mann gegen Mann angreifen kann.Das Entern wird gewöhnlich nur durch die Kaper und Corfaren gegen Kauffahr-teischiffe, die meistens nicht viele Mannschaft und Geschütz haben, unternommen.Bei Kriegsschiffen ist es gewöhnlicher, den Kampf durch Kanonenfeuer zu cnt-scheiden. — Das Enterbeil ist eine Art Streitaxt, deren man sich beim En-tern zum Handgemenge und Zerhauen der Taue u. s. w. bedient. Es ist auf einerSeite wie ein Beil, auf der andern wie eine Pike spitzig gebildet.

Enthusiasmus, s Begeisterung.

Entomologie, die Lehre von den Insekten (s. b.). Entomolog,der Insektenkcnner. — Entomolithen, versteinerte Insekten.

Entresolen, s. Attika.

Entsatz. Eine Festung, die vom Feinde eingeschlossen ist oder belagertwird, entsetzen, heißt den Feind zum Abzüge zwingen. Dazu kann er ge-nöthigt werden: durch Überschwemmungen, wenn die Lage dies zuläßt, durchMangel, wenn man die Gegenden uniher verwüstet oder die für ihn bestimm-ten Transporte auffängt, oder durch Gewalt der Waffen, wenn man ihn zu-rückschlägt. Ist die Vertreibung des Feindes nicht möglich, so sucht manwenigstens einen augenblicklichen Entsatz zu bewirken, um der Besatzung diemangelnden Bedürfnisse zuzuführen, oder sie durch frische Truppen zu verstär-ken. Dies geschieht meistens, indem man die Kette der Belagerer plötzlichund unter Zufammenwirkung der Besatzung durchbricht.

Entwöhnen (des Kindes von der Mutterbrust). So angemessen dieMuttermilch für das neugeborene Kind ist, so wenig nützt es, wenn das Stillenzu lange fortgesetzt wird. Im Gegentheil deutet der Ausbruch der Zähne die Fähig-keit und das Bedürfniß an, festere Nahrungsmittel zu genießen. Dies findet nochvor dem Ablauf des ersten Lebensjahres statt; das Ende desselben wird man daherals den Zeitpunkt annehmen können, in welchem das Kind zu entwöhnen ist. BeiKindern, welche gesund sind, und bei denen die Zähne frühzeitig ausbrechen, kannes früher geschehen; bei schwächlichen, kränklichen Kindern muß es länger verscho-ben werden; während wirklicher Krankheiten, oder auch während der Zahnarbeitsoll es nie geschehen. Für Mutter und Kind ist es am zuträglichsten, wenn dasKind langsam entwöhnt wird; bei der erstern vermindert sich dann gleichzeitig nachund nach die Milchabsonderung, und es werden die Beschwerden vermieden, welchemit dem plötzlichen Entwöhnen verbunden sind; das Kind aber gewöhnt sich nachund nach an andre Nahrungsmittel, und es wird die große Unruhe und Schlaflosig-keit vermieden, welche bei tei plötzlichst Entwöhnen so viel Noth macht. Das Kindbleibt gesund und gut genährt. Hierbei ist Nichts erfoderlich, als daß die Mutterdem Kinde jeden Tag seltener die Brust, und dagegen anderweite angemessene Nah-

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