Eos Epammvndas 591
jetzt s. Vater-lande ergeben lind schlug die glänzendsten Anerbietungen von engl.Seite aus. Der Kenia erfubr dieses edelmüthige Betragen, wünschte ihn wiederanzustellen, aber der Chevalier bestand hartnäckig darauf, daß zuvor seine Unschuldöffentlich anerkannt werden sollte. Darüber starb Ludwig XV. , und jetzt dachtenMaurepaS „nd Vergennes um so ernstlicher an s. Aurückberusung, als die Streutigkeiten und Wetten, welche sein Geschlecht in London verursachte, einen schickli-chen Vorwand an die Hand gaben, seine, wie sie meinten, übertriebene Hartnäckig-keit zu überwinden, D'Eon folgte jedoch erst 1777 der Einladung des MinistersVergennes und erschien in Versailles , wo der Minister ihn mit Auszeichnung em-pfing, ihm aber den Befehl wiederholte, sich ferner der weiblichen Kleider zu bedienen.D'Eon reiste indeß, ohne diesen Befehl zu beachten, nach Tonnerre, und erschien erstzurAeit einer zweiten Reise nach Paris als Obev-Uü-re -I'Uon. Diese Veränderungzog ihm in der Oper einen lebhaften Streit zu. Man fürchtete die Folgen undschickte ihn nach Nijon, wo er mit Achtung behandelt wurde. 1783 begab er sichauf die Einladung des Barons Brekeuil nach London . Inzwischen brach die franz.Revolu^pn aus. Er kehrte zurück, bot der Regierung s. Dienste an, ward zurück-gewiesen, ging wieder nach England, und ward alsAbwesender auf die Emigranten-liste gesetzt. Von jetzt an war sein Leben eine Reihe von Unfällen. Aller Hülfs-mittel beraubt, sank er in die größte Dürftigkeit, aus der er sich durch seine Geschick-lichkeit in der Fest,tkunst zu ziehen suchte. ÄberAlterundKrankheiten hinderten ihndaran, und ohne den Beistand großmüthiger Freunde würden s. letzten Tage nochtrauriger gewesen sein. Zu diesen gehörte der erste Chirurgus Ludwigs X VIII.,Elisse, der ihui bot zu seinem Tode, 1810, Hülfe leistete, und auch am 23. Mai derSection des Leichnams beiwohnte. Die Angabe dieses Zeugen, womit andre ebensounverwerflicbe Zeugnisse übereinstimmen, lassen keinen Zweifel übrig, daß der Che-valier d'Eon einzig dem männl. Geschlechte angehörte. Welche politische Gründeeinen Militair und Ritter des St.-Ludwigsordens haben bewegen können, Frauen-kleider anzulegen, ist unbekannt. Die sämmtl. Werke des Chevalier d'Eon sind1775 in I4Bdn. u. d. T.: „I,'üsn-8 (In Oberaüe, ,I'Uon", erschienen.
Eos, die Göttin der Morgenröthe, s. Aurora.
Epaktenr 1) die eingeschalteten oder Uberschußtage (11 an der Zahl),welche das Sonncujahr mehr als das Mondenjahr hat; 2) in der Zeitrechnung dieZahlen, welche anzeigen, um wie viel Tage der letzte Neumond vor dem Anfangedes Neujahrs vorhergegangen ist. Fällt z.B.der letzte Neumond vor dem Neujahrs-tage auf den 16. Dec., wie im I. 1800, so ist die Epakte XV. Fällt der Neu-mond auf den 1. Jan. selbst, so ist die Epakte für dasselbe Jahr Null, und wird inden Calendern durch ein Sternchen angezeigt. Man führte sie ein, um Osternleichter zu berechnen, sie wurden aber 1700 durch die Calcnderverbesserung derevangelischen Stände verworfen, und zur Bestimmung des OstervollmondeS un-mittelbar die astronomische Rechnung nach den Rudolsinischen Tafeln vorgeschrie-ben; daher die beweglichen Feste des verbess. CalenderS in manchen Jahren vomGregorianischen Calender abweichen. Die Berechnung des Osterfestes durch dieEpakten ist fast bis zum Spielwerk erleichtert, und die jetzt beträchtlich vom Himmelabweichenden Rudolsinischen Tafeln geben bei weit größerer Arbeit keine sonderlicheGenauigkeit mehr.
Epamino » das, ein thebanischer Feldherr, der sein Vaterland auf kurzeZeit zum Gipfel der Macht und des Glückes erhob. Von den ehemaligen Königenvon Böotien abstammend, lebte er ohne Vermögen bis zu s. 40. I. in Verborgen-heit und genoß den Unterricht desPvtbagoräerS Lysis, der ihn zu den hohen Ideenbegeisterte, welche sein Leben veredelten. Er tvat zuerst in Sparta aus wohin dieThebaner ihn nebst Andern aufEinladunz der Lacedämonier geschickt hatten, umden zwischen beiden Staaten ausgebrochenen Krieg durch Verhandlungen zu enden.