598
Epee
Hier zeigte er ebenso viel Beharrlichkeit und Würde als Rednertalent, und verwei-gerte standhaft die Freigebung der von Theben besetzten Städte Böotiens. DerKrieg ward fortgesetzt, und E. bekam den Oberbefehl. Mit 6000 M. schlug er eindoppelt so starkes inBöoticn eingedrungenes feindliches Heer, bei Leuktra (378 v.Chr.). Er selbst machte den Hauptangriff auf den feindlichen Phalanx, während s.Freund Pelopidas an der spitze der heil. schar demselben in die Flanke fiel. DieSpartaner verloren ihren König Kleombi otus und 4000 M. Zwei Z. darauf wur-den E. und Pelopidas zu Böotarchen ernannt. Beide drangen in den Peloponnes ein, bewirkten den Abfall mehrer mit Lacedämon verbundenen Bölker, und befreitendie Messenier, deren Stadt sie wieder aufbauten. Darauf zog E. mit dem Heerevor Sparta , welches jedoch AgestlauS so geschickt und tapfer zu vertheidigen wußte,daß E., da der Winter herankam, und die Alhenienser sich gegen Theben erklärten,nach Verheerung des platten Landes Lakonien räumte. In Theben empfing manihn mit einer Anklage, weil er und Pelopidas das Böotarchat über die gesetzmäßigeZeit hinaus behalten hatten. „Gut", sprach er, „ich habe den Tod verdient; dochverlange ich, daß ihr auf mein Grab schreibt: Die Thebaner ließen Epaminondas hinrichten, weil er sie bei Leuktra zwang, die Lacedämonier, denen sie vorher nichtunter die Augen zu treten wagten, anzugreifen und zu überwinden; weil sein siegdas Vaterland rettete und Griechenland frei machte; weil die Thebaner unter seinerAnführung Lacedämon belagerten, das sich glücklich schätzte, seinem gänzlichen Fallezu entgehen; weil er Meffene wiederaufbaute und mit starken Mauern verwahrte".Diese Worte erregten allgemeine Begeisterung, und er ward freigesprochen. Nach-dem er Pelopidas , der von dem Tyrannen zu Pherä gefangen gehalten wurde, durchsein bloßes Ansehen befreit hatte, brach ein neuer Krieg zwischen Lacedämon undTheben aus. Man stellte von beiden Seiten ungewöhnlich zahlreiche Heere auf.E. drang wieder in den Peloponnes ein und rückte plötzlich vor S parta, das er vonVertheidigern entblößt glaubte. Allein AgesilauS hakte von seinem Zuge Nachrichterhalten, war zurückgeeilt und stand, als er ankam, bereit, ihn zu empfangen. DieThebaner griffen dennoch an und drangen bis in die Mitte der Stadt; aber der vonVerzweiflung erhöhte Muth der Spartaner nöthigte sie zum Rückzüge. Dieses fehl-geschlagene Unternehmen wieder gut zu machen, zog E. mir 33,000 M. nach Ar-kadien , wo die größteMacht der Feinde stand. Hierkam cszuderSchlachtbeiMan-tiiiea. An der spitze des einen Flügels stürzte er sich auf den lacedämonischen Pha-lanx, schlug ihn in die Flucht, ward aber im Verfolgen plötzlich vo» den Feinden um-' ringt und von einem Wurfspieße durch die Brust getroffen. Nach einem hartenKampfe retteten die Thebaner s. Körper und s. Schild. Auf dem andernFlüzcl wardas Treffen unentschieden geblieben, und beide Theile harren sich auf die Nachrichtvon dem Tode des E., nach Auspflanzung eines Siegeszeichens, zurückgezogen. E.lebte »och; die Ärzte hatten ihm erklärt, daß er Herben würde, sobald man das Ei-sen aus der Wunde zöge. Als man ihm die siegeSnachncht brachte, anrwcrteie erfreudig: „Ich habe genug gelebt", und zog selbst den Wurfspieß aus der Brust.Seine Freunde klagten, daß er keine Kinder hinterließe. „Ich lasse", antwortete erihnen, „zwei unsterbliche Töchter zurück, die Siege bei Leuktra und bei Mairtinea".Er starb im 48. I. s. 'Alters, 363 I. v. Chr. Die Alten rühmten ebenso sehr dieReinheit s. Sitten, s. Güte und Sanftmulh, wie s. Feldherrntalent; s. Wahrheits-liebe war so groß, daß er auch nicht im scherz eine Lüge sagte. Er war ein Mann,wie Nepos sagt, den alle Tugenden schmückten, und kein Laster befleckte.
Ep«- e (Charles Michel, Abbä de l'). Dieser Wohlthäter der Taubstummen,geb. 1712 zu Versailles , hatte sich dem geistlichen Stande gewidmet und betrat,da er das bei Gelegenheit derIansetiistischenReligionSüreitigkeiten eingefühcteFor-inular nicht unterzeichnen wollte, für einige Zeit die Laufbahn des Rechtsgelehrten;späterhin wurde er Prediger und Kanonicus zu Troyes . Seine Bckannlschaft und