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Epikur
mir das Dein zerschmettern", sagte E. Sogleich verdoppelte Jener den Schlagund zerschlug ihm das Dein. „Habe ich dir es nicht vorausgesagt?" sagtemit ruhiger Miene der Philosoph. In der Folge ward er freigelassen, lebteaber fortwährend in der größten Armuth. Der Grundsatz s. Moral war Dul-den und Entbehren. Die Dortrefflichkeit s. Lehrsätze erwarb ikm allgemeineBewunderung. Domitian verbannte ihn nebst andern Philosophen aus Rom ,denn der Tyrann mußte Männer hassen, deren Grundsätze aller UngerechtigkeitHohn sprachen. E. ließ sich in EpiroS nieder, kehrte aber nach dem TodeDomitianS zurück, und stand bei Hadrian und Marc-Aurel im größten An-sehen, ward auch (134) Statthalter von Kappadocien. Arrian sannnelte dieAussprüche Epiktet'S, s. Lehrers; wir besitzen sie u. d. T.: „Enchiridion ". Au-ßer diesem Handbuche besitzen wir von ihm noch 4 Bücher philosophischer Ge-spräche (deutsch m. Anmerk. von Schulz, Altona 1801, 2 Thle.). Don beidenWerken, besonders von dem „Enchiridion ", gibt es viele Augg. Scbweighäuserhat sie zusammen (Leipzig 1709 fg., 5 Bde.) herausgegeben. Als Beweis dergroßen Verehrung, die dem E. zu Theil ward, erzählt man, daß nach seinemTode seine Studirlampe für 3000 Drachmen verkauft ward.
Epik,ur, ein griech. Philosoph, geb. zu Gargettus bei Athen , 342 v. Chr.,von armen Altern, war so lernbegierig, daß er schon in s. 12. Jahre sich nach Athen in den Lehrsaal des Grammatikers Pamphilius begab. Als er einst von diesemden Verö Hesiod'S hörte, worin das Chaos als das erste aller geschaffenen Dingeangeführt wird, warf er die Frage auf: Wer denn das Chaos geschaffen habe, daes doch das erste gewesen sei? Der Grammatiker verwies ihn an die Philosophen,welche E. von jetzt an mit Eifer besuchte. Aber Athen genügte ihm nicht; um s.Geist zu bilden und Kenntnisse einzusammeln, durchreiste er verschiedene Länderund eröffnete endlich in seinem 36. I. s. Schule in einem Garten zu Athen . Baldströmten ihm zahlreiche Schüler zu. Er lehrte, das Wohlsein sei das höchste Gut,aber nicht ein sinnliches, auch auf dem Wege des Lasters flüchtig zu erlangendes,sondern ein geistiges, allein durch die Tugend erreichbares Wohlsein, das in derRuhe und Übereinstimmung der Seele mit sich selbst bestehe. Demnach verwarf erzwar das Laster und huldigte der Tugend, aber nicht um ihrer selbst willen, sonderner verwarf das Laster nur als unvereinbar mit dem Wohlbefinden und huldigte derTugend nur als dem unentbehrlichen Mittel zum Wohlsein. Er empfahl Weis-heit, Mäßigung, Nüchternheit, Entfernung von StaatSgesebäfren, Friedfertigkeit,Nachsicht gegen die Eigenliebe der Menschen, Festigkeit der «eele, den Genuß an-ständiger Vergnügungen, sofern er nicht zu neuen Genüssen unfähig mache, undVerachtung des Lebens. Er pries zwar die Schmerzlosigkeit als etwas Köstliches,duldete aber mitStandhastigkeit die größtenKörperschmerzen. Lw deutlich er durchsein eignes musterhaftes Leben, welchem Einige jedoch Stolz lind Neid vorwerfen,den Sinn s. Lehre darlegte, so wurde sie doch häufig mißverstanden oder mißgedeu-tet. Wie s. Moral eudämonistisch ist, so ist s. Lehre von der Entstehung der Welt,worin er sich dem Demokrit anschloß, atomistisch und materialistisch. Don demGrundsätze ausgehend, daß Nichts aus Nichts entstehen könne, nahm er zwei noth-wendige, ewige, unendliche Grundursachen an, den leeren Raum und die Atomen,untheilbare und unendlich vielfach gestaltete Körper. Die Atomen bewegten sich,vermöge ihrer natürlichen Schwere, in den» Raume, und vermischten sich mit ein-ander. Um die Mischung möglich zu machen, ließ er sie nicht in geraden, sondernin krummen Linien niederfallen. Durch diese Bewegungen kreuzten und stießen sieeinander auf das mannigfaltigste, und aus zahllosen Verbindungen und Derschrän-kungen entsprangen Körper und Wesen aller Art. Obgleich die Atomen weiterkeine Eigenschaften hatten als Gestalt und Schwere, so brachten sie doch in denKöl-pern die verschiedenen auf die Sinne wirkenden Eigenschaften, als Farbe, Ton,