Band 
Dritter Band. D bis E.
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Epilepsie Epilog

Geruch ». s. w. hervor. Ferner lehrte er, wie durch die Vereinigung der AtomenAlles entstünden sei, so werde durch ihre Auflösung auch Alles wieder zerstört; esgebe zahllose Welten, die der Zufall gebildet habe, und die unaufhörlich entstün-den und untergingen. Die Welt habe einen Ansang gehabt, darum müsse sseauch ein Ende haben; aus ihren Trümmern werde eine andre hervorgehen. Erfand keinen Unterschied zwischen dem Menschen und Thiere, und erklärte die Ent-stehung der Seele auf dieselbe sinnliche Weise. Die Götter, meinte er, lebten inewiger Ruhe unbekümmert um die Welt. Diese Lehre, die man nicht mit Unrechtdes Atheismus und Materialismus beschuldigte, zog ihm hauptsächlich zahlreicheWidersacher zu und reizte die Verleumdung wider ihn. Er erreichte ein Alter von72 Zähren (starb 270 v. Ehr.), und wiewol nach Epikur's Tode s. System auchin Rom viele Anhänger fand, unter denen EelsuS, PliniuS der Ältere und Lucrezdie namhaftesten waren, so erlangte es doch unter den Philosophen nie das Ansehender um weniges ältern Peripatetischen, Stoischen und Platonischen Schulen.Von seinen zahlreichen Schriften ist uns wenig übriggeblieben. Fragmente einerSchrift über die Natur sind bei den Nachforschungen zu Herculanum aufgefundenund von Drelli (Leipzig 1818) herausgegeben worden. Sonst kannte man seinePhilosopbie nur aus dem Gedichte des Lucrez und den Nachrichten, die uns Ci-cero, PliniuS u. A. davon aufbehalten haben, und aus 2 Briefen, welche kürzlichSchneider (Leipzig 1813) verbessert herausgegeben hat. — Epikuräer heißtnach der angeführten Mißdeutung der epikuräischen Lehre ein Mensch, der demSmnengenuß, besonders dem feinern, huldigt.

Epilepsie (Fallsucht, böses Wesen, Staupe, Zammer, Unglück, Schwere-noth), eine langwierige, von verschiedenen oft sehr verwickelten und nicht zu heben-den Ursachen abhängende, daher so oft unheilbare periodische, in einzelnen Anfällensich zeigende, Nervenkrankheit. Ihr geht meistenrheils als Anzeigen» sogenanntesWindanwehen («um cssi!<-s>iiu-i), das aus einem oder dem andern Fuße oder derHand nach Brust und Kopf hinläuft, voraus; doch sind die Vorboten oft ganz un-mcrklich. Darauf erfolgt ein plötzliches Hinfallen, gewöhnlich mit einem schrei,die Daumen sind eingeschlagen, andere Theile bewegen sich aber niehr oder weniger,es tritt völlige Bewußtlosigkeit und Unempsindlichkett ein, das Akhemholen ist häu-fig, unterbrochen, ängstlich, ächzend, stöhnend, der Mund schäumt, das Gesichtverzieht sich, die Zähne knirschen, die Augen verdrehen sich, die Harn- und andreAusleerungen erfolgen unwillkürlich, die Augen stehen mit envriterler unbeweglicherPupille offen und sind gegen das Licht unempfindlich, welcher Umstand die Verstel-lung entdeckt. Zu 10 — 20 Minuten ist der Anfall gewöhnlich vorüber; wie voneinem tiefem Schlafe erwacht der Kranke, ohne von dem Geschehenen Etwas zuwisse»; auch empfindet er weiter nichts Unangenehmes, als Müdigkeit und etwaSchmerzen in den Gliedern. Zuweilen treten die Anfälle in einer Stunde L—10und mehre Male ein, bei andern kommen sie nur alle Monate, im Wechsel desMondes, halbjährlich und in länger» Zeiträumen wieder. Während des Anfallesselbst sorge man nur dafür, daß der Kranke sich nicht beschädigen kann; AllesDaumenaufbrechen, Zuriechengeben u. s. w. nützt nichts, als den Anfall früherzu beendigen, ihn aber desto früher wiederkehren, die Krankheit selbst unheilbarerzu machen. Auch führt der Anfall selbst nicht eben eine Lebensgefahr mit sich.

Epilog, Nachrede oder Schlußrede, um den Lesern oder Hörern am Endeeines Werks noch einige Bemerkungen mitzutheilen. Der Epilog steht dem Prolog(Vorwort) gewissermaßen entgegen, und kommt, wie dieser, hauptsächlich bei Schau-spielen vor. So haben mehre Shakspeare'sche Stücke außer Prologen auch Epiloge,worin der Dichter seine Zuschauer theils um Nachsicht für die Mangel des Stücksund der Darstellung bittet, theils ihnen den richtigen Gesichtspunkt andeutet, wor-aus sie sein Werk betrachten sollen. Der Epilog ist mithin zuweilen eine Art von