Erato
Erbämter
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ist von Leclerc, Leyden 1703, 10 Bde., Fol.; sein Leben von Burigny, verb. deutsch von Henke, Halle 1782, 2 Bde.) Außer s. AuSg. verschiedener Classiker und s. übri-gen Philolog, und theolog. Schriften führen wir nur s. bekanntes Buch zum Lobeder Narrkeit („k.noninium moiiue") und s.Colloguia an. S. AdolfMüller's vonder philos. Facult»t zu Berlin gekrönte Preisschrift: „Leben des Erasmus von Rot-terdam" (Hamburg 1828).
Erato , eine Muse, deren Namen sie als Liebende oder Liebenswürdigeankündigt. Viel hat sie mit Terpsichore gemein, dieselben Attribute, dasselbeGewand, öfters auch eine Kithara und das Plectrum. Sie waltet den Ge-singen der Liebe ob, und rührt, wie Ovid in seiner Kunst zu lieben berichtet,durch ihre zärtlichen Lieder auch der sprödesten Mädchen Herzen. <1>I.
EratostheneS , ein Gelehrter aus den Zeiten der Ptolcmäer, geb. zuCyrene in Afrika , 275 v. Chr., Bibliothekar zu Aleyandrien, machte sich verdientum die mathematische Erdkunde, brachte die vorhandenen Bestimmungen in eiwSystem und berichtigte und erweiterte zugleich die Wissenschaft. Den meistenRuhm erwarb er sich durch s. Untersuchungen über die Größe der Erde; auch umdie Sternkunde machte er sich verdient und beobachtete zuerst die Schiefe der Eklip-tik. Don s. Schriften ist bloß eine vollständig übrig: „OitaüierGni", die von denSternbildern handelt (Schaubach, mit Commentar, 1795). Von s. geograph. Wer-ken, die lange in Ansehen standen, hat die wenigen Überreste Seidel gesammelt undherausgeg., 1798. Wegen Abnahme s. Gesichts starb er freiwillig durch Hunger.
Erbach , ein fränk. Grafengeschlecht, luther. Religion, das s. Srammbaumbis zu Eginhard in Karls des Großen Zeit hinaufleitet, blüht jetzt in 3 Ästen:Fürstenau, Erbach und Schönberg . Sie besitzen unter großherzogl. hessischer undbairischcr Oberhoheit 11 (UM., mit 33,420 E. Graf Karl von Erbach-Erbach,Standesherr, besitzt von Erbach 4- lüM., mit 11,914 E., außerdem noch Güterin Würtemberg und Baiern (N lHQ., 3700 E.), zusammen 110,000 GuldenEinkünfte. Er residirt zu Roth im Würtemb. und zu Erbach , Stammschloß ind derGrafschaft Erbach, auf dem Odenwalde im Großherzogrhum Hessen, mir einemRittersaale und Museum, das viele griech., röm. und meistens altdeutsche Alterthü-mer nebst guten Gemälden und Zeichnungen aus der neuen Schule enthält. Ein-zig in ihrer Art ist die Gewehrkammer. Zn der gothisch verzierten Begräbnißca-pelle steht Eginhard'ü und Emma's Sarg aus dem Kloster zu seligenstadt.
Erbadel, s. Adel.
Erbämter, eine Eigenthümlichkeit der germanischen Verfassung, vonwelcher das Alterthum nur wenige Spuren zeigt, welche sich meist auf priesterl eheFamilienämter beziehen. Zn dem deutschen Gefolge entwickelte sich die Sitte, auchpersönliche und häusliche Dienstleistungen bei dem Führer, welche Griechen und Rö-mer durch Sklaven und Freigelassene verrichten ließen, als Auszeichnungen den An-gesehensten der Getreuen zu übertragen. Daraus entstanden die großen Hof- undKronämter 1) des innern Hauswesens >l:,jor clomu,. Iliest, t'..-,inc,-i-
rlnr, Kämmerer); der Küche (Seneschall, vüpisi-r. Truchseß); desKellerS (Schenk,dellin ius, lintloiil.irius. siineoriui, Miller); 4) desMarstallS (Marschall , ll»i»er,t-->bu!i. <2c>»iicl<isilo), alle zugleich mit einer obern Anführet stelle im Heere verbun-den. Zn den Diensimannschaften der Fürsten , Bischöfe, Äbte wiederholte sich dieseEinrichtung, welche durch das Lehnwcsen erblich und vervielfältigt wurde. ObersteHosbeamte des deutschen Reiches waren die weltlichen Kurfürsten, welche für diefeierlichen Gelegenheiten, wo Reste ihres Amtes auszuüben waren (Kaiserkrömiiig)erbliche Vicarien (Erbschenken Grafen v. Althann , Erbtruchseffe Grafen Truchseß v.Waldburg, Erbmarschälle Grafen v. Pappenheim , Erbkämmerer Fürsten v. Hohen-zollern, Erbschahmeister Grafen v. Sinzendorf , Erbthürhüter des Reichs Grafen v.Werthern , ohne Erzbeamte), bestellt hatten. Diese Erbämter kamen ebenso und mit