Band 
Dritter Band. D bis E.
Seite
623
JPEG-Download
 

Erdbeben

K28

Erdapfel

strichs, zu dämpfen, ein Heer nach Amerika gesandt wurde, nahm E. Theil andem Zuge. Die Schwierigkeiten, mit denen die Spanier zu kämpfen hatten, derHeldenmuth, mit welchem die Araucaner den ungleichen Kampf bestanden, unddie Menge großer Thaten, welche diesen Krieg auszeichneten, begeisterten den jun-gen und tapfern Ercilla zu dem Gedanken, ihn zum Gegenstand eines Epos: „l.s^r-.i,<- zu machen. An Ort und Stelle begann er das Gedicht, jedoch nichtvor 1658, und Stücke Leder mußten ihm bisweilen den Mangel an Papier ersehen.Nachher hätte Ercilla durch falschen Verdacht einer Aufruhrstiftung beinahe dasLeben verloren. Schon stand er auf dem Blutgerüste, als seine Unschuld erkanntwurde. Tief gekränkt ging er nun nach Spanien zurück und machte eine Reisedi rch Frankreich, Italien, Deutschland, Böhmen und Ungarn . 1510 vermählteer sich in Madrid mit Maria Dazan, deren Reize und Tugenden er in mehren Stel-len seines Gedichts erhebt. Seine Verdienste wurden nicht belohnt; denn er starbin großer Zurückgezogenheit und Armuth in Madrid . Zeit und Umstände seines To-des sind ungewiß; doch muß er noch 1596 gelebt haben, da Mosguera, in seinemWerke über die Kriegszucht, von ihm als seinem Zeitgenossen spricht. Er hinter-ließ keine eheliche Kinder, aber 2 natürliche Söhne und eine Tochter. Die „Arau-cana^ ist ein historisch-episches Gedicht in Oktaven, in welchem,sich E., einzelneErdichtungen und Episoden abgerechnet, genau an die Wahrheit der Begebenheitengehalten hat, daher auch das Gedicht sehr oft den Ton der Geschichte annimmt.Doliaire's Urtheil über dies Gedicht (in s. „1lsr.il ru, I-, poerie e>>i>,r > ") beweist,daß er es nicht gelesen hat. Cervantes setzt es im 6. Capitel s. „Don Wuipote" denbesten Epopöen der Italiener an die Seite. Ein gewisser Don Diego de Santiste-van Oscrio, aus Leon geb., hat es fortgesetzt und die weitere Geschichte des Kriegesmit den Araucanern besungen. Lope de Veja hat aus der Epopoe des Ercilla denStoff zu s. Stücke: „Das besiegte Arauca", genommen. — Die „^i-iue-inn"erschienen zuerst 1569 in 15 Ges, die 2. Abth. 1518; das Ganze in 3 Abth.1590, enthält 31 Ges; (neue Ausg. Madrid 1116). Dieses Heldengedicht wardins Italien, und 2 Mal ins Französische (jedoch abgekürzt) übersetzt (Paris 1821).

Erdäpfel oder Kartoffeln (8oUi»»,» tullero,., 1.,, sraiiz. vc»nn>>; ,1«terre). Diese Frucht stammt aus Virginien, woher sie der Engländer FranzDrake1586, nach Andern Walter Raleigh 1585, zuerst nach England brachte. VonEngland und Irland kam sie nach Frankreich , wo sie 1616 als Seltenheit an derkönigl. Tafel verspeiset wurde. In Deutschland wurde sie 1650, und zwar zurrstim Voigtlande, allgemeiner aber erst seit dem 18. Jahrh, angrpstanzi. IhrerNatur nach gehört sie, wie alle Nachtschaltenarten, zu den narkotischen Pflanzen,doch ist bei gehöriger Reife von dem Genuß der Knollen Nichts zu besorgen. Ihrchemischer Bestand ist Stärkemehl und Zucker. Der Nutzen des Karloffelsyrupsals Zuckersurrogar hat seine Bedeutung verloren. In England baute man 1829eine besondere Art, die sogenannten ewigen Erdäpfel (cverlsstin^ Lolaior), derenKnollen nian nicht eher aussticht, als bis man sie braucht, sodaß man um Weih-nachten frische hat. — Ein ähnliches Gewächs, die Erdbirne, besser Erd-artischocke (Ilelisntlius lnltt-ios., >.., franz. >opin.imz>ur), stammt aus Bra-silien und gehört zu den Sonnenblumen. Der Genuß der Knollen ist weniger be-liebt; aber der Anbau, der ungemein leicht ist, dürfte, wie bereits Versuche in Schle-sien und an andern Orten bewiesen, für die Viehzucht ungemein wichtig werden.

Erdaxe, Erdachse oderWeltape, s. Erde.

Erdbeben, eine Bewegung einzelner Theile der festen Erdoberfläche,welche durch eine unsern Sinnen nicht wahrnehmbare Ursache bewirkt wird. Eserfolgt auf die verschiedenste Weise in verschiedenen Graden der Stärke; b^weilcnvon unten nach oben, wirst es Theile des Bodens in die Höhe und mächt andresinken. Bisweilen gleicht es einem Schwanken oder einer in horizontaler Rich-