Band 
Dritter Band. D bis E.
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(.'24 Erdbeschreibung Erdbohrer

tung gleichsam wellenartig fortschreitenden Bewegung; bisweilen hat sogar diese Be-wegung etwas Drehendes, Wirbelndes. Bisweilen ist sie schnell vorübergehend,bisweilen länger anhaltend, oder sich in Perioden von Tagen, Wochen, ja Mo-naten wiederholend. Ein Mal neigt sie sich auf einen kleinen Bezirk eingeschränkt,ein andres Mal verbreitet sie sich auf langen Strichen. Ein Mal ist sie kaummerkbar, ein andres Mal so heftig, daß sie nicht nur Gebäude umstürzt, sondern auchwol dieGestalt desBodcns selbst verändert. Ein Mal bleibt bei solchen Bewegungendie Oberfläche unverletzt und geschloffen, ein andres Mal zerreißt sie, es bildensich Spalten und Schlünde, und dann ist das Phänomen zuweilen von Ausbrüchenvon Gasarten, auch wol von Entzündungen und Auswürfen von Wasser, Schlammund Steinen begleitet, die den vulkanischen gleichen, bisweilen erfolgt das Zerret«ßen ohne solche Ausbrüche. Den Ausbrüchen der Vulkane gehen in der Regel Er-schütterungen des Bodens voraus. Diese Wahrnehmungen begründen den Schluß,daß solche Erschütterungen der Erdrinde (die eigentlichen Erdbeben) nicht von äu-ßern Ursachen herrühren können, sondern daß sie durch gewisse im Innern des Erd-balls oder seiner Rinde wirkende Kräfte hervorgebracht werden. Es zeigt sich aberbei allen den Erdbeben angehörenden Erscheinungen eine Ähnlichkeit mir den Phä-nomenen der Vulkane, welche kaum erlaubt zu zweifeln, daß beide von einerleiUrsachen hervorgebracht werten und nur verschiedene Arten sind, wie sich die Wir-kungen dieser Ursachen zu erkennen geben, nach Verschiedenheit der Lage und Be-schaffenheit der Oberfläche, oder des Theils der Oberfläche, auf den sie wirken.Die Erscheinung, welche die eigentlichen Vulkane von den Erdbeben unterscheidet,ist fast nur das Dasein des permanenten Kraters und die Wiederholung der Aus-brüche durch denselben, oder in dessen nächstem Umkreise. Alle übrige Erscheinun-gen der Vulkane, das unterirdische donnerähnliche Getöse, das Bewegen, Empor-heben und Zersprengen des Bodens und das Ausströmen von elastischen Flüssig-keiten, die Entzündung, ja selbst das Auswerfen von mineralischen Substanzen,kommen dann und wann, mehr oder weniger bei Erdbeben wie bei vulkanischenAusbrüchen vor, selbst wenn jene sich fern von thätigen Vulkanen ereignen; unddie vulkanischen Ausbrüche sind, wie wir schon bemerkt haben, fast immer vonErderschütterungen begleitet, oder werden durch diese angekündigt. — Alle Beob-achtungen sprechen für die Meinung, daß die vulkanischen Ausbrüche, die Erdbe-ben, die Erhebung des Bodens von Innen heraus und das auf eben diese Weisebewirkte Zerreißen desselben, von einer und derselben Ursache, von einem und dem-selben chemischen Processe bewirkt werden, der seinen Sitz in großen Tiefen unterder Oberfläche der Erde haben muß. — Zu den bedeutendsten Erdbeben in den letz-ten hundert Jahren gehören die, welche 1146 ganz Lima in Südamerika , und1155 Lissabon zerstörten; letzteres dehnte sich von Grönland bis Afrika , ja bisAmerika aus. Ein ähnliches Schicksal traf 1183 Calabrien , 1812 die ProvinzCaracas in Südamerika, 1822 Äleppo in Syrien , und 1829 den 21. März undfolgende Monate die Provinz Murcia und einen Theil von Valencia in Spanien .

Erdbeschreibung, s. Geographie und Erde.

Erdbohrer, ein Instrument, welches beim Bergbau zu Dersucharbeiten,besonders auf Steinkohlen-und Braunkohlenflötzen, auf Steinsalzlagern, aufSalzquellen, auch wol zur Aufsuchung gewöhnlicher Quellen angewendet wird.Es besteht aus mehren Stangen, die aneinandergeschraubt werden können, undan welchen die, entweder scharfen oder hohlen Bohrstücke, auch durch Einschrau-ben befestigt werden. Die oberste Stange ist mit mehren Knöpfen versehen, umein Seil darum schlingen oder um ihn vermittelst eines, mit einer Gabel versehenenHebels in die Höhe heben zu können. Das Instrument wirkt durch den Fall undwird dabei vermittelst eines Schlüssels immer um ein Achtel sei er Peripheriegedreht. Lei größer» Tiefen werden Maschinen zum Heben und Drehen ange-