Band 
Dritter Band. D bis E.
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Erde

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wendet. Man hat neuerlich eine über 700 Fuß betragende Tief» mit dem Erdboh-rer erreicht, und aus dem Bohrlvche Ealzsoole durch Säugpumpen gehoben.

Erde, der Name desPIaneten, welchen wir bewohnen. Wir tonne» sie inBeziehung auf ihre physikalische, mathematische u. politische Beschaffenheit betrach-ten. (S. Geographie.) Was die Gestalt der Erde zunächst betrifft, so stelltsie sich dem frei um sich blickenden Menschen als eine kreisförmige Scheibe dar, aufderen Rand das Himmelsgewölbe gleichsam zu ruhen scheint. Dem gemäß wurdedie Erde im höchsten Alterthume für eine auf dem Wasser schwimmende Scheibe ge-halten. Allein die großen Entfernungen, in denen man die Fläche bereisen konnte,widersprachen gar bald dieser beschränkten, nur dem ersten Anschein entnommenenVorstellung, und man ähnele schon im Alterthume die Kugelgestalt derErde. Dennalle Erscheinungen sind nur auf diesem Wege erklärbar. Eine Kugel von so ungeheu-rem Umfange, wie unsere Erde, und ringsum vom Luftkreise oder dem scheinbarenHimmelsgewölbe umgeben, kann nothwendig dem Auge des in der Ebene stehendenBeobachters keine andere Erscheinung darbieten als die beschriebene. Wie könnte sichuns, von jedem beliebigen Standpunkte aus, die Erde als eine vom Himmelsgewölbebegrenzte Fläche zeigen, wenn sie nicht eine rings von diesem eingeschlossene Kugelwäre; wie könnte sich sonst der Gesichtskreis in eben dem Grade erweitern, in demwir unsern Standpunkt höher nehmen; wie wäre es sonst erklärlich, daß wir dieSpitzen und Gipfel von Thürmen und Bergen aus der Ferne eher erblicken als ihrenFuß? Aber außer diesen zunächst in die Augen fallenden Beweisen gibt es nochandre für die Kugelfcrm der Erde. Dahin gehören die Erscheinungen ihres Schat-tens in runder Gestalt auf dem Monde, wenn dieser durch sie verfinstert wird, derallmälige Aufgang'und Untergang derLwnne, die Ungleichheit von Tag und Nacht,der veränderte Stand und Lauf der Gestirne, und das allmälige Verschwinden dereinen und Sichtbarwerden andrer, sowie wir uns mehr und mehr von temÄquaiorentfernen und den Polen nähern. Endlich ist eö auch nur bei der Kugelgestalt derErde möglich, sie zu umschiffen, wie so häufig geschehen ist.-Die Art, wie unsereErde diese runde Gestalt angenommen hat, leuchtet sehr wol ein, wenn Wir sie unsbei ihrer Entstehung als eine noch weiche, bildsame Masse denken, die, indem siesich um sich selbst schwingt, vermöge der Schwere jeden Theil nach den übrigentreibt, woraus denn eine mittlere Richtung aller Theile nach dem gemeinschaftlichenMittelpunkt entsteht, aus der die Gestaltung der Kugel nothwendig folgt. WaSblöde Unwissenheit von dem Herabfallen unserer Antipoden (s. Gegenfüß-ler) u. dgl. m. gegen die Kugelform der Erde hat einwenden wollen, erscheint alsnichtig, wenn man erwägt, daß bei einer ungeheuern Kugel, wie die Erde, der Be-griff von Oben und Unten ganz wegfällt, da Alles nach dem Mittelpunkte zustrebt,und daß, wenn von Unten und Oben die Rede sein soll, die ganze Kugelfläche dasUnten, die sie umgebende Atmosphäre aber das Oben ist. Wenn nur indeß dieErde unbedingt eine Kugel nennen, so ist das streng genommen nicht ganz richtig.Sie weicht von der Kugelgestalt ab, denn sie ist an den Polen eingedrückt und abge-plattet. Darauf wurde man zuerst durch die Abweichungen in den Schwingungendes Pendels, unter dem Äquator und nach den Polen zu, geführt. Man beobachtete,daß ein Pendel um so langsamer seine Schwingungen machte, je mehr er sich demÄquator näherte, und schloß daraus zunächst auf die nach demselben zu abnehmendeSchwerkraft. Diese aber ward dadurch erklärbar, weil einmal der Kreis der täg-lichen Umwälzungen am Äquator ani größten, die Körper mithin schneller als anden Polen umgeschwungen werden, und dann, weil unter dem Äquator die R Ach-tung der Schwungkraft gegen den Mittelpunkt gerade, nach den Polen zu ab- rschief entgegengesetzt ist. Man schloß aus diesen Beobachtungen richtig, daßErde eine au den Polen abgeplattete Kugel oder ein Sphäroid sei, und erklärte diGestalt sehr genügend durch die Erfahrung, daß die Theile einer weichen, um sm-

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