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Erde
selbst geschwungenen Masse sich von ben Polen wegdrängen und der Mitte zuströ-men, wodurch sich nothwendig die Pole abplatten, und die Mitte erhöht wird.Vermessungen setzten die Sache außer Zweifel. (S. Maupcrtuis und §on-damine; vgl. Gradmessungen.) Ein andrer wichtiger Gegenstand bei dernähern Kenntniß der Erde war die Bestimmung ihrer Größe. Die Bemühungender Alten in dieser Rücksicht mußten, wegen des Mangels ausreichender Instru-mente, fruchtlos bleiben. Erst nach dem Z. 1615 kam man auf genauere Ergeb-nisse. Ein Holländer, Willibrord Snelliug, schlug zuerst den einzig richtigen Wegein und maß das Stück eines Meridians von Alkmar bis Leyden und Bergen opZoom durch Dreiecke. Der Wahrheit näher kamen nach ihm die VermessungenPicard's und die später von Maupertuis angestellten. Sie bestimmten den Um-fang eines größten Kreises auf der Erde zu 5400 Meilen, die Meile zu 23,664rhein. Fuß gerechnet. Doch ist zu bemerken, daß bei dieser Angabe die Erde alseine Kugel betrachtet ist, ohne Rücksicht auf ihre von der Kugelgestalt abweichendeForm. Wir müssen uns damit begnügen, da es der Zukunft vorbehalten bleibt,durch sorgfältige, auf allen Theilen der Erdoberfläche vorgenommene Vermessun-gen die wahre Größe der Erde ganz richtig und genau auszumitteln, und könnenuns utn so mehr dabei beruhigen, als diese ganz scharfen Angaben eigentlich nurdem strengen Gelehrten, der weitere Schlußfolgen daraus herleiten will, wichtigsind. S. „4o«uii,! os »ziorimrii tr t<>'lktermiiic tbo tchme >0 tsio o.'ii ll>, i>vnie,-'»; ok lbe j» iiilnlur» rlo. siv (',»;>>. I'äl. 8-ilüne" jLond. 1825, 4., auf Kostendes Längcnbureaus). — Bewachten wir unsere Erde in Beziehung aufdasSonnen-svstcm, so lehrt un? die Astronomie, daß sie sich, der sinnlichen Wahrnehmung ent-gegen, welche die Lwnne um die Erde laufend erblickt, nebst 10 andern Planeten umdie Sonne bewegt, und, als ein an sich dunkler Körper, von derselben Wärme undLicht empfängt. Sie legt ihren Weg um die Sonne in ungefähr 365- Tagen zu-rück, welche unser gemeines Jahr machen. Die Erdbahn ist eine Ellipse, d.i. einlänglichrunder Kreis, in dessen einem Brennpunkte sich die Sonne befindet. Dar-aus folgt, daß die Erde nickn zu allen Zeiten des Jahres gleich weit Von der >Lo»neentfernt ist: ihre geringste Entfernung beträgt 19,186,020, und ihre größte20,460,380 Meilen, wcrauS sich ein Unterschied von beinahe 3 Viertel Mtll.Meilen ergibt. Wir befinden uns ftn Winter der Sonne am nächsten, und imSommer am weitesten von ibr entfernt; denn nicht die größere oder geringere Ent-fernung von der Sonne bewirkt den Unterschied der Jahreszeiten, sondern die mehroder minder schiefe Richtung, in welcher ihre Strahlen auf die Erde herabfallen.Die Länge der Erdbahn wird auf 121,504,280 Meilen angegeben, und da dieseungeheure Bahn in einem Zahre von der Erde durchlaufen wird, so muß die Erdein jeder LecundcZeit 3? Meilen zurücklegen: eine Schnelligkeit, die unsere Vor-stellung übersteigt und Lichtcnberg zu der scherzhaften Bemerkung Anlaß gab, daßman in der Zeit, in welcher man einen Andern auf derStraße grüße, mehre Meilenmit bloßein Kopfe zurücklege, ohne sich den Schnupfen zu holen. Neben dieserjährlichen Bewegung um die Sonne hat die Erde noch eine zweite, indem sie sichtäglich (nach mittlerer Zeit in 23 St. 56Min. und 4 See.) ein Mal um ihre Achsedreht. Dadurch werde» täglich alle Gegenden der Erdoberfläche ein Mal der Sonnezu- und abgekehrt, und genießen mithin Tag und Nacht. Da aber die Achse, umwelche die Erde ihre tägliche Bewegung macht, mit ihrer Bahn um die Sonneeinen Winkel von 23- Grad bildet, so steigt dadurch die Sonne vom 21. März biszi:m 21. Juni um 23- Grad über dem Äquator gegen den Nordpol hinauf, sinktvom 21. Juni bis zum 23. Sepr. wieder bis zum Äquator zurück, senkt sich biszum 21. Dec. bis 23) Grad unter den Äquator gegen den Südpol zu, und erreichtdann um den 21. März den Äquator wieder. Die Folge dieser Einrichtung ist dieVerschiedenheit der Jahreszeiten und die damit verbundene Ungleichheit der Tage