Band 
Dritter Band. D bis E.
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628 Erdferne Erdstrich

in Säure. Einige von ihnen können sich mit der Kohlensäure nicht verbinden, dieübrigen geben damit unlösliche Verbindungen. Es sind folgende: 1) Die Thon:oder Alauncrde kommt in der Natur sehr häufig, aber niemals rein, sondern mitandern Erdarten, mit Metalloxyden und bisweilen selbst mit Säuren verbunden vor.2) Die Beryllerde erscheint bloß in dem Smaragd und Beryll und in einigen an-dern Mineralien. 3) Die Pttererde findet sich in dem Gadolinik, in dem Ptter-rantal u. s. w. 4) Die Zirkonerde findet sich weniger selten als die vorhergehendein dem Iirkon und Hyacinth. 5) Die Kieselerde macht den häufigsten Bestand-theil der festen Masse unsers Erdkörpers aus. (S. Kiesel.)

Erd ferne (4pn>xl>cu>i>) und Erdnähe (?«-> s. Mond.

Erdmannsdorf (Friedrich Wilhelm, Freiherr von), geb. 1736 zuDresden, begab sich, nachdem er in Wittenberg Philosophie stukirt hatte, nachDessau. Der Fürst von Dessau, Leopold Friedrich Franz , wählte ihn zu s. Gesell-schafter auf s. Reisen nach England, Frankreich, der Wchweiz und Italien , wel-ches letztere E. schon 1761 besucht harte. Sein Kunstsinn fand allenthalben reicheNahrung und entwickelte sich besonders für die schöne Baukunst. Nach s. Rück-kehr benutzte er die eingesammelten Kenntnisse zur Verschönerung des dessauischenLandes, und das Schloß von Wörlitz , das Landhaus der Fürstin im Luisiüm, be-zeugen den gebildeten Geschmack des Baumeisters; nicht minder hat er sich durchdie Anlagen, womit der Fürst nach s. Angabe die Gegend um Dessau verschönernließ, ein bleibendes Gedächtniß in den Herzen Aller gestiftet, die sie besuchen.Auch die Gründung der chalkographischen Gesellschaft, 1796, war sein Werk, undgewiß lag es an s. Eifer nicht, wenn sie den Erwartungen der Kunskfreunde nichtin vollem Maße entsprach. Unter den Werken, die aus dieser Anstalt hervorgin-gen, nehmen s. zu Rom gezeichneten architektonischen Studien eine vorzüglichestelle ein. Er starb 1800. A. v. Rode schrieb das Leben dieses trefflichen Man-nes (Dessau 1801).

Erdstrich, Erdgürtel, Zone. Die gesammte Erdoberfläche wirdin 5 Zonen getheilt: in die heiße, in die südliche gemäßigte, in die nördliche gemä-ßigte, in die südliche kalte u. in die nördliche kalte. Die beiße Zone ist der Erdstrich,welcher 23- Grad südlich und ebenso viel nördlich vom Äquator um die Erde läuft,und deren Bewohner jährlich 2 Mal die Sonne senkrecht über dem Scheitel haben.Ihre Grenzen zu beiden Weiten des Äquators sind die beiden Wendekreise, oder die-jenigen Kreise, in welchen die Sonne ihre größte Entfernung von dem Äquator er-reicht. Da die Sonne auf diese Zone ihre Strahlen fast immer senkrecht herab-wirft, so herrscht in ihr ein ewiger Sommer, und Tag und Nacht sind unter demÄquator selbst immer gleich, an den Wendekreisen kaum um eine Stunde verschie-den. Nach Beschaffenheit und Lage der Länder dieser Zone ist jedoch die Hitze nichtallenthalben gleich. Am brennendsten sind die Sandwüsten Afrikas , weit gemä-ßigter sind die glücklichen Inseln des SüdmeereS, und noch milder ist das KlimaPeru's . Hier gibt es Gebirge, auf deren Gipfel selbst die senkrecht herabfallendenSonnenstrahlen den ewigen Wchnee nicht wegzuschmelzen vermögen. Die beidengemäßigten Zonen erstrecke» sich von den Wendekreisen nach den Polen zu, enthal-ten das meiste bewohnte Land und haben ein ungleiches Klima. Die Hitze nimmtab mit der Entfernung vom Wendekreise, und in gleichem Grade wird der Unter-schied der Jahreszeiten und das Ab- und Zunehmen rwn Tag und Nacht immergrößer, bis zu dem Punkte, wo am kürzesten Tage die Sonne innerhalb 24 Stun-den gar nicht über dem Horizont erscheint, und am längsten Tage in eben der Zeitgar nicht untergeht, sodaß es ein Mal im Jahre gar keinen Tag und ein Mal garkeine Nacht gibt. Der durch diesen Punkt, parallel mit dem Äquator und Wen-dekreise, laufende Kreis macht die Grenze der gemäßigten Zone nach dem Pole zu,und heißt der Polarkreis; es gibt einen südlichen und einen nördlichen. Die Ent-