Band 
Dritter Band. D bis E.
Seite
632
JPEG-Download
 

«32

ErfnschmigSmselri Erfurt

hat Donndorf versucht. Busch schrieb ein „Handb. der Erfindungen" in 12 Ddn.Busch's „Alman. der Forrschr., neuesten Entdeckungen uud Erfindungen rc." setzteH. Leng: „Iahrb. d. neuesten u. wichtigsten Erfind, u. Entdeck." (Ilmenau 1824),fort. In Paris erschien ein „DiLlionii-nie (leceinveile'i, inv»intioii5, inini-v.uion«. etc." in 17 Bdn. (1822—24). Dgl. das Baumgärtner'sche „Magazinder neuesten Erfindungen, Entdeckungen und Verbesserungen" (des 3. BdS., 9. H.,Lcipz. 1829, 4., mit K.).

ErfrischungSinseln, Ule, nkrelrerbment, sonst Trist.in e1'.1aunb.i,nach ihrem portug. Entdecker genannt, eine Gruppe von 3 kleinen Inseln im süd-lichen atlantischen Ocean (37" 6^ S. Dr. und 14° 1B W. L. von Paris ), zwischenAfrika und Südamerika. Löie wurden 1810 von einem amerikanischen Küsten-fahrer aus Salem, Ionathan Lambert, aufs neue entdeckt. Dieser RobinsonCrusoe unserer Zeit nahm sie in Besitz und machte in einem Manifeste vom 4.Febr. 1811, das sein erster Staatsminister, Andre Millet, ebenfalls ein ameri-kanischer Seemann, unterzeichnet batte, allen Nationen bekannt, daß er der Sou-verän dieser Inseln sei, welche den Namen Erfrischungsinseln führen sollten. Diegrößte, Tristan d'Acunha, ist etwa 6 engl. Meilen lang und ebenso breit; siehsteinen 8000 Fuß hohen Pic, vortreffliches Wasser, 2 gute Häfen (l'ort reue,,-i!on), „nd ist reich an Vögeln, Seethieren, wilden Ziegen und Schweinen. Dieüppige Vegetation ist der vom benachbarten Cap der guten Hoffnung gleich. Diezweite, ehemals U!« r„55i^nn>?, hat Lambert Lowellsinsel, und die dritte,

ehemals I'ln-Xwezübl«-. Pintadcsinsel genannt. Britische und amerikanische See-fabrcr landen daselbst und nehmen Erfrischungen ein; auch versorgt der amerika-nische Minister in Brasilien und ein Agent des Erbfürsten Lambert aufdem Cap,den neuen Staat mit Samen und Pflanzen.

E r fu r t, Hauptstadt und Festung an der Gera, in Thüringen . Sie warim 15. und 16. Jahrh., vorzüglich durch ihren Handel, sehr blühend. E. hattedie i-^tapelgerechtigkeit und große Vortheile von den Speditionen und dem Land-handel in Deutschland , da es fast in der Mitte desselben liegt, und zählte zuEnde des 16. Jahrh, gegen 60,000 Einw. Allein durch den veränderten Gangdes Handels, welcher sich nach Leipzig zog, durch die deutschen Kriege und dieStreitigkeiten unter den deutschen Fürsten um den Besitz dieser Stadt und Land-schaft, ist dieselbe so gesunken, daß dieWtadt jetzt in 2781 Häusern nur 21,330Einw. enthält. Die 1378 gestitzete Universität wurde 1816 aufgehoben. Nichtleicht baut eine Stadt in Deutschland , nebst ihrer Umgebung, so viel Gartenge-wächse aller Art als E. Der Hauptzweig des Stadtgewerbes sind indeß die Woll-manufacluren, doch sind auch die Lederfabriken nicht unbedeutend. Die Mehrzahlder Einw. ist lutherisch. Unter andern Sehenswürdigkeiten nennen wir die bei-den Citadellen, den Petcrsberg und die Cyriaksburg , den Dom, mit der großen275 Centner schweren Glocke, Susanns genannt; das ehemalige Augustinerklo-ster, in welchem jetzt das lutherische Gymnasium ist, mit I). Luther's Zelle, dieer von 1505 —12 bewohnte. Das Benedictinerkloster wurde 1813 zusammen-geschossen. E., der Sage nach schon zu Anfange des 5. Jahrh, von einem ge-wissen ErpeS gegründet, ist zwar nie eine unmittelbare freie Reichsstadt gewesen,bebauptete aber doch im Mittelalter, trotz der Ansprüche, welche Kurmainz auf dieLandesboheit machte, eine Art von Unabhängigkeit und schloß 1483 mikSaehsen einewiges Schutz- und -Lchirmbündniß, wodurch es sich zueinemjährl. Schutzgelde von1500 me>ßn. Gülden verpflichtete. Im 17. Jahrh, gelang es Kurmainz , seineAnsprüche geltend zu machen; die Stadt ward mit Hülfe franz. Kriegsvölker er-obert; Sachsen leistete Verzicht auf die Schutzgerechtigkeit, und seit 1667 blieb E.ein unbestrittenes Besitzthum der mainzischen Kurfürsten, die es, zugleich mit deinEicksfelde, durch Statthalter regieren ließen, bis beide Ländchen 1802, zur Ent-