Eriresti (Johann August— AugustWilhelrn) Ernst!. 641
der Faserstoff, in der ersten Stufe der organischen Bildung, als Zellgewebe vermögeder ihm inwohnenden Bildungskraft an und erseht das Abgegangene. tl.
E r n e st i (Johann August ), Stifter einer neuen theologischen urd philolo-gischen Schule, geb. zu Tennstädt in Thüringen 1707, studirte zuPforta, Wit-wnbeig und Leipzig , zunächst Theologie, und ward 1730 Magister. Nachdem eraber 1731 Conrector und 1713 Rector der Thomasschule in Leipzig geworden war,wurden die alte classische Literatur und die mit ihr verwandten Kenntnisse der vor-nehmste Gegenstand seiner Studien. 1712 ward er zum außerord. Pros. der altenLiteratur auf der dasigen Universität, und 1750 zum ordentl. Pros. der Beredt»sainkeit ernannt. Zugleich erhielt er 175S eine ordentl. Professur der Theologie.
> ^eide Lehrstellen verwaltete er bis 1770, da er erstere niederlegte. Nach und nachward er der erste Professor der theolog. Facultät, Domherr zu Meißen , Beisitzerdes Consistoriums zu Leipzig , wie auch Präsident der fürstl. Jablonowöki'schen^esellsch. der Wissensch. zu Leipzig , und starb den 11. Sept. 1781. Durch gründ-liches Studium der Profan-Philologie hatte er sich den Weg zur Theologie geebnet,N»d wurde so zu einer richtigern Exegese der biblischen Schriftsteller und überhaupt!u liberalern Ansichten der Theologie geführt. Von ihm ging größtentheils dietheologische Aufklärung, insofern sie sich auf Philosophie und richtigere gramma-tische Erklärung gründet, aus. Als gründlichen Kritiker und Grammatiker zeigtew sich in seinen Ausgaben von Renophon's Memorabilien, des Sokrates, Aristo-dhanes's „Wolken", Homer'S Werken, dem KallimachuS, Polhbius, SuetoniuS ,<acit»s, vor Allem aber durch seine vortreffliche Ausgabe von Cicero'S Werke»(zuerst Leipzig 1738). Er war der erste Lehrer und Wiederherstellet einer wahrent>nd männlichen Beredtsamkcit in Deutschland und verdient wegen seiner vortreff-lichen Latinität den Namen eines Cicero der Deutschen. „Opuruuü, v,-u." (Leyden (702); „t),!iti»i>." (Leipz. 1791); „luiliu itooliin. «vliilioiis" (Leipz. 1736),At wiederholt. Nicht minder zahlreich sind seine theolog. Schriften. — Ernesti(August Wilhelm), Neffe des Vorigen, geb. den 20. Nov. 1733, starb zu Leipzig dft> 20. Juli 1801. Er war Professor der Philosophie und Redekunst, gleichfalls'in ausgezeichneter Philolog, dem wir u. a. eine gute Ausgabe des LiviuS und Am«">ianuü Marcellinus verdanken.
Ernst, Kurfürst von Sachsen . Dieser in seiner Jugend, nebst s. Bruder' Albrecht, von Künz v. Kaufungen 1155 geraubte Prinz war der Stifter der Erne-^ mischen Linie. Er wurde seinem Vater, Friedrich dem Sanftmüthigen, von der^ ^Herzogin Margaretha v. Östreich den 25. März 1111 geboren, und starb den. Uft,g„ss 1486, nachdem er seine Regierung durch manche nützliche und wohl-. tätige Einrichtung bezeichnet hatte. (Vgl. Sachsen.)
( . Ernst l., genannt der Fromme, Herzog zu Sachsen-Gotha und Altenburg ,>vh„ des Herzogs Johann von Weimar, geb. 1601 auf dem Schlosse zu Alten-- N'g, als der 9. unter seinen 10 Brudern, deren jüngster Bernhard der Große von, Aimar war. Das Regenten - und Privatleben dieses Fürsten war ebenso merk«4 Würdig als musterhaft, und in der Geschichte deö sächsisch-ernesimische» Hauses be-^ huptet er nicht nur als Stifter der neuen gothaischen Linie, sondern vorzüglich auchmen der vortrefflichen Einrichtung, die er s. Staaten gab. den ersten Rang, wäh-Ad s. ftrame auch in den Jahrbüchern des dreißigjähr. Krieges ruhmvoll genanntp Wd. Auf diesem blutigen Schauplätze trat er zum ersten Male öffentlich auf als^erster eines schwedischen TavalerieregimentS, und neben den Thaten einer wah-,'9Tapferkeit erzählt man von ihm Züge derreinsten Menschlichkeit. Er zeigte dem„ ^wedischen Hauptheere den Weg über den Lech , indem er zuerst »lit seinem Regi«>l durch den Fluß setzte. Er trug viel zur Eroberung der Städte Füßen undlt Wachen bei und focht mit Muth und Umsicht in den Schlachten von Nürnberg^ Lütze», in welcher letztem er, nach dem Falle Gustav Adolfs, den Sieg gegenEonversalionü-Lerico». Bd. »I.