Band 
Dritter Band. D bis E.
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Ernst 1.

den mik einem neuen Corps eben anrückenden Pappenheim allein errang. Er vMließ auf einige Zeit die Bahn der Helden, als 1633 sein Bruder Bernhard, der d?»Oberbefehl über daSschwedischeHeer erhalten hatte, ihn beauftragte, das ihm üb??'lassene Herzogthuin Franken in s. Namen zu regieren. In diesen RegierungSg?'schäften entwickelte er große Regententugenden. Eine vorzügliche Fürsorge widm???er der Universität Jena. Nach mehren glücklich geleiteten Familienangelegenheit?»begab Ernst sich wieder zum schwedischen Heere und half seinem Bruder BeruhstLandshut in Baiern mit Sturm erobern, verließ aber nach der unglücklichen Schlagbei Nördlingen (26. Aug. 1631) den Kriegsschauplatz gänzlich; denn eine still g?''nährte Hoffnung, durch seine Vermittelung den Frieden zu beschleunigen, war»»»gescheitert. Nachdem er in der Folge dem pragerFriedcn (20. Mai 1635) beige???'te» war, veranstaltete er das bekannte große weimarische Bibelwerk und die Bildet'schule. 1636 vermählte er sich mitElisabeth Sophia, der einzigen T. des HerzogJohann Phil. von Altenburg, und bezog zu Weimar das sogenannte franz. Schick'bis er durch den Erbtheilungövertrag vom 13. Febr. 1640 das Herzogthuin Goth»zu seinem beständigen Antheile erhielt und so Stifter der Speciallinien des goth»»sehen Hauses wurde. Er traf die vortrefflichsten Anstalten zur Wiederaushülfe d^durch den Krieg verwüsteten Landes: Kirchen- und Landeüvisitationen, Schulv??'besserungen, Anordnung der Landeskollegien und Reorganisation fastallerBehdrd?»'zweckmäßige Polizeigesetze, eine neue Kirchenagende, eine verbesserte Consistorlabordnung, Einrichtung eines LandkircheninspectoratS, dabei die Erbauung eines Rstsidenzschlosses zu Gotha und die wohlthätigste Fürsorge für seine Unterthanen b?'mehren erlittenen Unglücksfällen, milde Stiftungen fürWitwen, Waisen und Art»?,s Versuche zur Schifffahrt auf der Werra bis zur Weser und auf der Unstrut »»^Saale bis in die Elbe, seine rastlosen Bemühungen zur Beilegung der synkrettst?'scheu Streitigkeiten zwischen den wittenbergischen und helmflädtischen Theolog?»'sowie zur Herstellung eines theolog. Senats, als eine« Hülfsmittels zur Erhaltungder christlichen Religion, und vornehmlich um einen ewigen Frieden in der evang^'Kirche herzustellen: Dies und MehreS sind Beweise seiner weisen und thätigen Mgierung. Die Anwesenheit des AbtS GregoriuS aus Abvssinien an Herzog ErlistHofe, das Interesse des Herzogs für diesen Mann und den Religionszustand in l?°»em fernen Lande, seine Briefe an den König von Äthiopien , die er dem Abt mitgabdie Sendung Ioh. Mich. Wanöleb's aus Erfurt nach Abyssüüen, der vom Hcrz?§eine besondere Vorschrift erhielt, um nicht nur die genauesten Nachrichten über d>?'seS Land einzuziehen, sondern auch Alles zu thun, was zur Beförderung der chrißl'Religion in s. Kräften stehe, die Briefe des Patriarchen und KomoS zu Alexandri?»an den Herzog, sein Briefwechsel mit dein Zaar Alexei Michailowitsch zu Moska»'über die Angelegenheiten der evangelisch-lutherischen Gemeinde daselbst, des Za?»'OKsandtschast nach Gotha , des Herzogs ängstliche Sorgfalt für die Erziehung sein?'Kinder, die Stunden lang mit Psalmen, Sprüche» und Gebeten ihr Gedäch"»»füllen mußten, sind ebenso merkwürdige Erscheinungen in s. Leben, als sie ihn s?E»am besten charakterisiren und den Beinamen des Frommen rechtfertigen, den er au?»in seinem täglichen Wandel verdiente. Drei Jahre vor s. Tode (1672) kam erdn??»das Ableben des Herzogs Friedrich Wilhelm IN. zu Altcnburg zum Besitze sa»"»?'sicher altenburgischen Lande, von denen er einen Theil an Weimar überließ, als l»?Ansprüche dieses Hauses die Ruhe seines Alters zu unterbrechen drohten. Er st»?,1675 im 74.1. an einem Schlagflusse. Sein Testament ist ein Regentensp>?S?'übe«' welchen allen Prinzen Vorlesungeen gehalten werden sollten. Seine 7 Söh»regierten anfangs gemeinschaftlich, und der Älteste stand an der Spitze der R?ü^rung; allein 1670 und 1681 theilten sie das Land. S. des Obereonsistorialns?,,Gelbke historisch-aeienmäßlgc Darstellung des Lebens dieses Fürsten (Gotha l^l?'3Bde.). (S. Gotha.)