Band 
Dritter Band. D bis E.
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643
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Erotomanie

Ernst II.

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Ernstll. (Ludwig), Herzog zu Sachsen-Gotha und Alteuburg, 2. SohnHerzogs Friedrich III., geb. 1145, starb 1801. Er folgte seinem Vater 1112 inder Regierung, nachdem er durch den Tod s. ältern Bruders zur Nachfolge gelangtwar, und beglückte (Staaten 83 Jahre lang durch Weisheit und Gerechtigkeit. Erbrachte in das durch den siebenjähr. Krieg zerrüttete Finanzwesen wieder Ordnung.Hohe Achtung für die Iustizpflege war ihm eine der heiligsten Regentenpflichten.Seine Obliegenheiten gegen Kaiser und Reich erfüllte er stets mit strenger Redlich-keit. Auch er trat zu dem Schutzbündniß deutscher Fürsten , das Friedrich d. Gr.gegen die gefürchteteUnterwerfung bilden wollte. Mit Festigkeit widersetzte er sichallen fremden Werbungen in f. Landen, wie er denn selbst das Verlangen des Kö-nigs von England, s. nächsten 'Anverwandten, ihm gegen die ansehnlichsten Subsi-dien Truppen nach Amerika zu geben, von sich wies. Unter die vorzüglichsten Denk-male, die seine Regententhätigkeit hinterlassen hat, zählen wir (.Fürsorge für dasArmenwescn, dieErrichtung einer Pensionsanstalt sürdie Witwen und Kinder seinerDiener, die Stiftung neuer Schulen und Verbesserung der bereits vorhandenen, dieHerstellung mancher Chausseen in beiden Fürstenthümern u. s. w. Ernst I >. behaup-tete auch einen erhabenen Platz als wissenschaftlich gebildeter Mann. Vorzüglichlegte er, außer der Sprachkunde, auf die Mathematik einen große» Werth undstu-dirle sie eifrig. Seine bedeutenden Verdienste um die Astronomie flössen aus seinemtiefen mathematischen Studium. Er selbst war astronomischer Schriftsteller, be-förderte die Erscheinung manches Werks über die Wissenschaft und unternahm eineGiadmessung de« Meridians, die erste in Deutschland . Manche mathematischeArbeiten füllten seine Stunden der Muße aus, unter denen wir nur der Berechnungdes Rösselsprungs (s. d.) im Schach, worüber er viele Tabellen stechen ließ,gedenken. Die Gründung der aus seinem Privatvermögen erbauten Sternwarte zuSecberg gab der Sternkunde eine der wichtigsten Anstalten, und sichert demSfiftereinen unvergänglichen Ruhm in den Iahrbüchein der Wissenschaft. Vgl. desGch.-Naths von Thümmel Deitr. zur Gesch. diese« Fürsten .

E r o s, s. Amor und Antcros.

Erotiker, der Bedeutung nach, jeder Schriftsteller, dessen Stoff Liebe ist;jedoch belegt man in der griech. Literatur vorzugsweise die Classe der Romanschrift-steller und der Vers. der milesischen Märchen mit diesem Name». Sie gehörenstmimtlich den spätern Perioden der griech. Literatur an und leiden an sophistischerSpitzfindigkeit und Zierlust. Die vorzüglichsten sind Achilles TatiuS , Heliodor,Lvngus, Lenopho» von EphesiiS, Chariten. Sammlung derselben: „8c, izilorcskivlici ^I.ICCI. CUI.« ^litscbciücilii" (Awcibr. 1192—93, 3Bde.).

Erotisch, wasaufLiebc Beziehung hat. Erotische Poesie ist daherLiebeSpoesie. Gewöhnlich denkt man dabei an die leichtere lyrische Gattung, wiei-B. Anaki eon'S Lieder, die sich mehr zum Spiel als zum Ernst neigt; vielleichtWeil Amor sein ernstes Geschäft als Spiel betreibt. Naivetät ist dann ihr Haupt-charakter. Sonst sind auch die Romane und die sogenannten Liebesgeschichten un-wrdiesem Namen begriffen. (S. Erotiker.)

Erotomanie (von ?§>«>-:. die Liebe, und^--/«. dieRaserei), ist eine Formd»n Gemüths-».Geisteskrankheit, in welcher verliebte Gegenstände die scheu Ideenabgeben, mit welchen sich der Kranke fortdauernd beschäftigt. Geilheit und phy-sische Reizungen fehlen bei dieser Krankheit, und machen den Unterschied zwischen! ^'selben und der Nymphomanie und SatyriasiS au«, bei welchen sie vorhanden! "nd. Kranke, welche an Erotomanie leiden, wenden ihre Ncianng einem bestimm-W» Gegenstand, oft einem solchen zu, den sie nur einmal zu sehen Gelegenheit har-"n, bisweilen aber auch einem solchen, der sie nicht wieder lieben kann, z. B. einerStatue, selten einem eingebildeten; schmutzige Reden, unverschämte Äußerungen,"wiche in der Nymphomanie vorhanden sind, fehlen hier gänzlich, ja die Kranken

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