Band 
Dritter Band. D bis E.
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Erskine

lich würd« «r 1800 nach Jena als Theilnehmer an der „Allgemeinen Likermwrzeikung" zmÄckberufen, und erhielt auch in dems. I. das dasige Bibliothe-kariat. Neben den Geschäften dieses doppelten Berufs bearbeitete er hier dasdritte Quingucnnium des Repertoriums, folgte aber bereits 1803 einem Rufenach Halle als ordentl. Pros. der Geographie und Statistik, zu welchem Amter 1808 noch das Oberbibliothekariat erhielt. In diese Periode fallen, außerBorlesungen über allgemeine Geographie, Statistik und die neueste Tagesgr»schichte, und außer der Mitredaction der baltischen „Allgem. Liter. - Zeitung",2 große Unternehmungen, sein „Handbuch der deutschen Literatur seit der Mittedes 18. Jahrh, bis auf die neueste Zeit" (Amsierd. u. Lpz. 1812, 8 Thle. in2 Bdn.; 2. Aufl., Lpz. seit 1822), und die „Allgem. Encyklopädie der Wissen-schaften und Künste" (Lpz. 1818 fg., 4., 16 Thle., 1827). Durch ersteres Werkhat er die neuere deutsche Bibliographie im eigentlichen Sinne des Worts zuersttechnisch begründet, und die Vollständigkeit, Genauigkeit, Anordnung und innereEinrichtung desselben macht es auf immer zu einem Muster, wie die Literatur einerNation gedeihlich registrier werden muß. Welche Vielseitigkeit, Unisicht und Thä-tigkeit aber dazu gehörte, ein Werk von so unermeßlichem Umfang, als eS dieEncyklopädie ist, so zu begründen und zu leiten, wie er es gethan hat, liegt zusehr am Tage, als daß es einer Darlegung bedürfte. E. starb zu Halle den 16.Jan. 1826. Pölih hat ihm in seinen „Iahrb. der Geschichte und Staatskunsi"ein biographisches Denkmal gesetzt. 52.

Er 8 kine (Thomas), Lordkanzler, Redner u. Nechtsgelehrter, geb. 1718in Schottland. Als er seine erste Bildung zu Edinburg und St.-Andi ews erhaltenhatte, trat er als Seecadet (älidUift,,>>.-,,,) in Dienst, ging aber 1768 unter dieLandmacht und kam mit s. Regimente nach Minorca . Früh verheiralhel, sah er sichgenöthigt, einen neuen Beruf zu wählen, studirte 1777 in Cambridge , dann inder Rechtsschule Lincolns-Jnn zu London , und übte sich in der praktischen Rechts-gelehrtheit. Er ward 1778 Advocat, und seine erste Rede vor Gericht verrieth seineglänzenden GcisteSgaben und bewies jenen männlichen Muth, wodurch er sich zuallen Zeiten auszeichnete. Sein Ruhm ward durch s. Vertheidigung des AdmiralsKeppel, der nach der Schlacht bei O.uessant vor ein Kriegsgericht gestellt wurde, nochfester begründet, und brachte ihn i»S Parlament. Späterhin wurde er Geh.-Rathund Generalanwalt des Prinzen v. Wales , verlor jedoch dieses Amr, als er (1792)den bekannten Thom. Paine vor Gericht vertheidigt hatte. 1802 erhielt er es mitandern Würden zurück. Im Parlamente saß er in den Reihen der Opposition, im-mer ein standhafter Verfechter der Rechte und Freiheiten des Landes. Währenddes franz. Krieges schrieb er eine Flugschrift über die Ursachen und Folgen desselben(„V vievr on tb« cauier and conrvgnenoez ok tbe z,rezent zvsi r>ill> l i.nice",1797), die 48 Auflagen erlebte. In dieser bewegten Zeit, wo das Mißtrauen de»Machthaber selbst zu unwürdiger Kundschafterei fühl te, waren Hochverrachsankla-gen nicht selten, die man, weil dicKlagbegründung bei nicht klar vorliegendem That-bestände durch künstliche Auslegungen versucht wurde, e»ii-lrneli,e treu-,,,, (Hoch-verrathsdeutelei) nannte. E. hatte schon früher, durch seine glückliche Vertheidi-gung des Lords Gordon, diesem furchtbaren Hülfsmittel der Willkür einen Todes-stoß versetzt, und im Revolutionskriege gab man ihm neue Gelegenheit, die Grund-sätze, worauf die englische Dolksfreiheit ruht, und die Schußwehren der Verfassungsiegreich tu verteidigen. Dies geschah besonders 1794, zu einer Zeit, als die Ge-walt der Machthaber und die aufgeregten Besorgnisse unter dem Volke die Verthei-digung besonders schwierig machten, durch den glänzenden Sieg, der Hardy undHörne Tooke von der Anklage des Hcchverralhs befreite. Mit gleichem Muth undgleich kräftiger Beredtsamkeit bekämpfte E. den Versuch der Machthaber gegen diePreßfreiheit, und s. Schuhreden für diesen herrlichen Vorzug s. Vaterlandes gehö-