Band 
Dritter Band. D bis E.
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Erwerb

Erzählung

gewandt wenden. Bemerkt man aber die ersten Lebenszeichen, z. B. den anfan-genden Schlag des Herzens, eine Ausdehnung der Brust oder eine Bewegung derAugenlider und des Augapfels, so hört man auf, Lust einzublascn, setzt jedoch denGebrauch der übrigen Mittel so lange fort, bis der Verunglückte freier athmet.Alsdann erst kann man dem Krankenein wenig warmen Wein oder aromatischenAufguß einflößen. So lange er nicht athmet, darf er nichts in den Mund be-kommen, weil dies zu leicht in die Luftwege fließt. In den seltenern Fällen, wodie Asphypie complicirt ist, müssen diese Hülfsmittel nach Umständen modificirtwerden, alsdann können auch bisweilen Aderlässe nützlich sein, welche jedoch, wieandre Mitttel, nur von erfahrenen Ärzten angewandt und verordnet werden dürfen.

Erwerb, Erwerben, heißt eine Sache als Eigenthum ansichbringen,-und der Act, durch welchen dieses geschieht, ist der Erwerb im Western Sinne. ,Im engern Sinne versteht man darunter diejenige Art des AnsichbringenS einesEigenthums, welche dusch Arbeit und Industrie geschieht. (S. Gewerbe.)

Erwin von Skeinbach, berühmter Baumeister im 13. Jahrhundert. (L>.Münster, straßburger.)

Erz (von wird mehren Wörtern vorgesetzt, um das Vornehmste,Vorzüglichste in feiner Art, sowol im guten als bösen Sinne, dadurch auszudrücken.So verstand man unter den Erzämtern die b "asten Reichsämter, welche die Kur-fürsten hei der Kaiserkrönung durch ihre Erbbeamten verwalten ließen. (S. Eich-ämter und Kurfürsten.) Der Kurfürst von Würtemberg nannte sich Erzban-nerherr. Erzbischof (s d.) (4rcl>i<-/>i-e»r>u»), Oberbischof. Erzhaus, einjedes mit einer Erzwürde bekleidetes Haus, vorzugsweise das Haus Östreich. Erz-herzog, der vornehmste unter den Herzogen, ein Titel, den seit 1453 bloß diePrinzen des Hauses Ostreich führen. Erzpr icster ist ein Prälat höhern Ranges,der in geistlichen Verrichtungen die Stelle des Bischofs vertritt. Auch den preuß.Superintendenten wird dieser Name beigelegt, aber freilich nicht im eigentlichenSinne, weil die evangelische Kirche kein Priesterthum anerkennt.

Erzählungist die Mittheilung einer wirklichen oder erdichteten Begeben-heit. Der Gegenstand der Erzählung wird daher immer als etwas Vergangenesangesehen, und unterscheidet steh dadurch von der Beschreibung (s. d.). DerErzählende will das Geschehene einem Andern mittheilen, der davon noch nichtsweiß, oder er will ihm davon genauere Kenntniß verschaffen, oder ihn an das Ge-wußte erinnern, oder durch die Darstellung selbst ein bestimmtes Urtheil bei Andernhervorbringen. Von diesen Zwecken und von der Angemessenheit der Erzählungan das Geschehene (Wahrheit) nach Ursprung, Entwickelung und Wirkung der er-zählten Begebenheit, hängt die Beschaffenheit der Erzählung, sowie der Werth der-selben überhaupt ob. Damit hängt zusammen, ob der Erzählende sie selbst oder vonAndern erfahren hat, weil im erster» Falle der Bericht gewöhnlich vollständiger undgenauer ist. Die Untersuchung der Wahrheit unterliegt den Grundsätzen der histor.Kritik. S. Geschieh te.) Aber oft ist auch die Übung im Vortrage, ferner dieUnterhaltung Andrer durch die Mittheilung Zweck, und hier kommt es nicht sowolausWahrheit, sondern hauptsächlich auf die Forni der Mittheilung, und im letztemFall inshesondere auf das damit verbundene Interesse an, welches man durch geist-reiche Darstellung einem selbst erdichteten Gegenstände zu geben weiß. In beidenFällen unterscheidet man das Erzählen von deni bloßen Herzählen, t. i. von dem un-vcrbundenen Aufzählen der Umstände der Begebenheit, nach äußerer Folge. Diewahre Erzählung soll eine Begebenheit deutlich und vollständig mittheilen. Klar-heit, Objectivität und innerer Zusammenhang der wirkenden Umstände sind daherHauptersodernisse derselben. Dies gilt in noch höherm Grade von derpoetischenErzählung, als vollendeter, d. i. lebendiger und anschaulicher Darstellung einerästhetischen Idee, unter der Form einer Begebenheit oder Handlung. Unter diesen