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Erzbischo HderjenigeDischof, unterdessen Kirchenregierung mehrebischöfl.Sprengel stehen. Das erzstiftische Capitel wählt ihn zu dieser Würde, deren Ent,stehuug in die ersten Zeiten des Christenthums fallt, wo sich, zur Berathung überkirchliche Gegenstände, die Bischöfe und andre Geistliche bei dem Bischofder Haupt-stadt versammelten, dem sie dabei den Vorsitz und andre Ehrenrechte zugestanden.Zugleich erhielt er als Auszeichnung den Namen Erzbischof, oder von seinem Aufent-haltsorte den Namen Metropolit, welchen die morgenländische Kirche beibehaltenhat. Die Synode zu Antiochia legte ihm schon 341 die Oberaufsicht über gesammteSprengel, die man seine Provinz nannte, und den Rang über die Geistlichkeit der-selben bei, die in wichtigen Fällen sein Gutachten einzuholen hatte. Nach und nachentstanden aus diesen Ehrenvorzügen noch andre Vorrechte und eine förmliche Ge-richtsbarkeit. Von diesen Vorrechten aber behielt sich seit dem 9. Jahrh, die meistender Papst vor, sodaß nur noch übrigblieben: die Gerichtsbarkeit über die Suffra-ganbischöfe in erster Instanz in nicht peinlichen Fällen, und über deren Unterthanenin der Appellationginstanz; das Recht der Zusammenberusung einer Provinzial-synodeswelches alldreijährlich wenigstens einMal geschehen soll) und derDorsitz in der-selben ; die Oberaufsicht und derVorrang über die Bischöfe seiner Provinzdie Vi-sitation seiner Provinz; die Sorge für die Beobachtung der Kirchengesetze undAb-stellung Angeschlichener Mißbräuche; die Ertheilung der Indulgenz; das Devo-kutionsrechtsf.d.); die Vortragung des Kreuzes in allen Theilen der Provinz(es wäre denn der Papst selbst oder ein k^ustu, a iawre gegenwärtig), und' das erz-bischöfl. Pallium (s. d.).
Erze nennt der Berg- und Hüttenmann jede in der Natur vorkommendechemische Verbindung andrer Körper mit demjenigen, welchen er ausbringen will.In dieser Bedeutung spricht ervon Alaunerz, Ditriolerz u. s. w. ImengernSinnenennt man Erze die Verbindung der Metalle mit andern Körpern und Stoffen,z. B. mit Schwefel, Erden, Sauerstoff u. s. w. Man benennt die Erze n >it Vor-sehung des Metalles, welches ihre Hauptbestandtheile macht, B. Golderz«, Sil-bererze, Eisenerze. — Auch Glockenspeise, Kanonenmetall, Bronze w. nenntman wol Erz.
Erzgebirge , auch das Gebirge, einer von den 5 Kreisen des König-reichs Sachsen, welcher an Böhmen grenzt, hat mit Inbegriff der schönburgischenHerrschaften auf beinahe 84 OM. mit 58 Städten, 13 Flecken und über IlOoDörf.gegen 480,000 Einw. Der Bergbau beschäftigt an 10,000 eigentliche Bergleute.Freibeig (s. d.), Annaberg, Schneeberg u. a. Bergstädte find durch die Nähe derergiebigen Silber-und Zinngruben, der Schmelz-und Hüttenwerke, der Arsenik -,Blaufarbenwerke u. s. f. wichtig geworden. Auch der Flachsbau ist hier vorzüglich,und in neuern Zeiten baut man Kartoffeln und Hafer mit Vortheil. Die Viehzuchtist ebenfalls sehr gut. Das Gebirge ist der Hauplsitz des sächsischen Manufacturwe-sens. Die Spitzenklöppeleien sind eins der bedeutendsten Gewerbe; Annabcrg istihr Hauplsitz. Auch die Flachs- und Wollspinnereien, die Baumwoll-, >Lkrumpf-undZwirnsabriken, die Bleichen, die Caitun- und Tuchmanufacture», die Geweh, -u»d Nadelfabriken, die Gold - und Silberiressenfabriken (zu Freiberg u. s. w.):Alles beurkundet die Betriebsamkeit der Bewohner des Erzgebirges. Was nur che-misch einer Veredlung fähig ist, ist von der sächsischen Industrie ebenso fleißig alsjede in diesem Lande mögliche Manufactur benutzt worden. Dies ersetzt die theilweise'Armuth des Bodens, welchen die Natur wenig begünstigt, und wo namentlich dasGetreide nicht hinreichend erzeugt wird. Eine der rauhcsten Gegenden dieser Art,wo der Ackerbau beinahe ganz aufhört, und man nichts als düstere Waldungen undGrubenbau sieht, ist Iohann-Georgensiadt mit Karlsfeld und Zügel. Hier steigtder kleine oder sächsische Fichtelberg bei Oberwieseuthal 3151 Fuß über die Meeres-fläche empor (in Sachsen die größte Höhe).