Band 
Dritter Band. D bis E.
Seite
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L56 Erziehung

Zn gcognostischer Hinsicht besteht das Erzgebirge in s. Hauptmaste aus derGneis-Granitformation, und in dieser sehen die meisten Erzlagerstätte» auf. Alsauf-- und eingelagerte Massen treten Porphyr und Basalt auf. Nach Sachsen zufolgt auf die Granit- und Gneisformation Thonschiefer, welchem wiederum Por-phyr und Granit und Syenit aufgelagert sind; nach Böhmen zu legt sich auf eineweite Strecke das Braunkohlengebirge unmittelbar, und übrigens Tonschiefer andas Urgebirge.

Erziehunghat ihren Namen aus der Pflanzemvelt entlehnt. Man ziehtjunge Bäume, wenn man sie in einen ihrer Natur angemessenen Boden setzt, ihnendie gehörige Nahrung gibt, und sie durch Richten, Beschneiden, Pfropfen u. s. w.in dem Grade veredelt, als es die Gesetze der Pflanzenwelt zulassen. AufähnlicheWeise kann man Thiere und Menschen ziehen oder erziehen. Der letzte Ausdruckwird von Menschen vorzugsweise gebraucht, weil er das vom Staube der Erde indie Höhe Ziehen charakteristischer bezeichnet. Der Mensch ist nämlich vermöge sei-ner ursprünglichen Anlagen Bürger zweier Welten, der Erde und des Himmels,d. h. der Sinne,nvelt und der Vernunftwelt. Zn beiden soll er leben und wirksamsein. Seine ursprünglichen Anlagen sind aber bei seiner Geburt kaum bemerkbarund müssen erst durch die Erziehung entfaltet werden. Das zu erziehende Subjectist also das Kind, d. h. der unmündige, unreife Mensch; das erziehende der mün-'dige, reife Mensch. Dieser soll auf jenen zweckmäßig einwirken, damit er gleichfallsein reifer Mensch werde. Reis ist aber der Mensch, wenn seine ursprünglichen An-lagen dergestalt entwickelt und ausgebildet sind, daß er nun im Stande ist, an ebendieser Entwickelung und Ausbildung mir freier und selbständiger Thätigkeit fortzu-arbeiten, oder sein eigner Erzieher zu werden. Denn da der Mensch einer unendli-chen Vervollkommnung fähig ist, so gibt es keinen Punkt für ihn, wo er in der Ent-wickelung und Ausbildung seiner Anlagen stehen bleiben müßte. Daher wird derMensch fortwährend erzogen, theils durch andre Menschen, theils durch sich selbst,theils endlich durch Alles, was ihn von Außen umgibt und auf ihn einwirkt, umihn zur Thätigkeit und Kraftübung zu reizen. Unter Erziehung im eigentlichenSinne ist jedoch bloß zu verstehen die naturgemäße Einwirkung erwachsener Men-schen auf Kinder, um in diesen die ursprünglichen Anlagen der Menschheit bis zudem Grade zu entwickeln und auszubilden, daß sie an ihrer eignen Vervollkommnungohne fremde Leitung mit Lücherheit arbeiten können. Durch diesen Begriff von derErziehung ist zugleich ihr Zweck bestimmt, der nicht bloß moralisch, sondern auchphysisch ist, nicht bloß das Bürgerthum des Menschen, sondern das ganze Men-schemhurn selbst umfaßt. Die Erziehung soll das Kind in jeder möglichen Hinsichtzum Menschen zu bilden suchen, sodaß es, der Zucht entlassen, sich selbst beliebigfortbilde» und in jedes wahrhaft menschliche Verhältniß, also auch in das bürger-liche, ohne welches Menschen nicht vernunstmäßig beisammen leben würden, ein-treten könne. Die Erziehung umfaßt daher auch den Unterricht als Mittel zumZweck. Denn durch den Unterricht soll vornehmlich das Erkenntnißvermögen nachseinen verschiedenen Zweigen entwickelt und ausgebildet werden. (S. Erkennt-niß). Die Wichtigkeit und Schwierigkeit der Erziehung bezeichnet Hamann mitden trefflichen Worten: „Die Erziehung ist ei» Beruf, an dem ein Mühlstein hängt,der mit einer unermeßlichen Tiefe droht, dessen Werth in gleicher Stimmung desGuten, das man darin thun kann, und der Hindernisse, die man zu überwinden hat,besteht". Die Erziehung wird eingetheilt in die körperliche und geistige, die natür-liche (physische) und sittliche (moralische), die häusliche und öffentliche. Keine der-selben darf einseitig oder ausschließend empfohlen und betrieben werden. Nur au»ihrer zweckmäßigen Verbindung geht eine möglichst vollkommene Erziehung hervor.Ein für die Erziehung derZugcnd bestimmter und eingerichteter Ort heißt eine Er-ziehungsanstalt, und wenn dabei hauptsächlich auf den Unterricht gesehen wird;