Band 
Dritter Band. D bis E.
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Erziehung (physische)

eine Schule. Der wissenschaftliche Znbegriff der Regeln der Erziehung heißt Er-ziehungswissenschaft, und die Geschicklichkeit in der Ausübung dieser R>geln, Erziehungskunst. Beides heißt auch mit einem aus der griech. Spracheentlehnten Worte Pädagogik. Ebendaher heißt der Erzieher ein Pädagog,und eme öffentliche Erziehungsanstalt führt häufig den Namen Pädagogium,Die Erziehungswissenschaft hat es vornehmlich mit Ausmittlung der besten Erzie-hunSsweise zu thun. Unter den Alten haben sich Plato, Aristoteles und Plutarch ,unter den Neuern Dittorino von Feltre, Rousseau , Basedow, Rochow, Resewitz,Campe, Salzmann, Olivicr und Pestalozzi , theils als pädagogische Schriftsteller,theils als praktische Erzieher mit Auffindung jener Methode beschäftigt. Auch hatftch.Niemeyer durch die Herausgabe s. „Grundsätze derErziehungund des Unterricht«für Ältern, Hauslehrer und Schulmänner", wovon bereits die 9. Aufl. erschienen ist,ein nicht geringes Verdienst um die Pädagogik erworben, indem er nicht nur die be-währtesten pädagogischen Regeln und Hülfsmittel nach einem guten Plane zusam-mengestellt, sondern auch die verschiedenen Erziehungsweisen nach ihrer prakt. An-wendbarkeit mit vorsichtiger Überlegung geprüft hat. Weiller'Su. Herbart'sSchrif-ten, Schwarz's „Erziehungslehre" (2. Aufi. 3 Bde., Lpz. 1829) und Z. I. Wag-oer's „Philosophie der Erziehungskunst" (Lpz. 1802) haben viel Eigenthümliches;noch origineller istZ.Paul's treffliche „Levana, oder Erziehungslehre" und Graser's„Divinität "(2Thle., Hof 1811). (S. Menschenbildung.) 1).

Erziehung (physische), des Menschen, soll sich damit beschäftigen, diekörperliche naturgemäße Ausbildung des Menschen zu befördern. Sie hat daheralle Hindernisse, welche der Thätigkeit der Natur entgegenstehen, zu beseitigen, undDas, was die Gesundheit des Kindes erhalten und befestigen, was seine körperli-chen Anlagen entwickeln kann, zu befördern. Wird dies vernachlässigt, so wird oftdie Ausbildung des Körpers verhindert, oder ihr eine so schiefe Richtung gegeben,daß sie mehr zum Nachtheil wirksam ist, und daß durch ungleiche Bert Heilung ihrerThätigkeit Störung in der harmonischen Wirkung der Systeme des Körpers, unddadurch wirkliche Krankheiten oder doch Anlagen zu künftigen Übeln in späternZähren erzeugt werden. Jede vernünftige Theorie der physischen Erziehung mußauf ein richtiges Studium der Natur des Kindes gebaut sein, und daher vor Allemauf die Eigenheiten des kindlichen und jugendlichen Alters, auf die Perioden desWachsthums der Kindheit, und dann auf die besondere Beschaffenheit und Anlageeines Kindes Rücksicht nehmen. (S. Alter.) Nieder körperlichen Ausbildungentgegenstehenden Hindernisse liegen theils in einer fehlerhaften Leibesbeschaffenheitdes Kindes, erblicher Anlage zu Krankheiten, in den Perioden der Entwickelung,besonders der Zahnbildung und der Mannbarkeit, theils in den Verhältnissen desgemeinen Lebens, z. B. in Gewohnheiten, in der Erziehungsweise, in Doruriheilenund irrigen Meinungen, in Armuth oder Überfluß, Zwang der Stände u. A. m.;endlich in äußern unausweichlichen Einflüssen, vorzüglich der Witterung und Orts.beschaffenheit. Daher muß, wenn dasKind kränkliche Anlage hat, dieser besondersdurch Diät entgegengearbeitet werden. Die Zahnperiode ist oft schwer und sehtein Kind in dör Ausbildung zurück, daher der Ausbruch der Zähne befördert werdenmuß. Manche haben Anlage zur Vollblütigkeit, welche der Lunge Gefahr drohtund daher zeitig genug beschränkt werden muß. Unter die schädlichen Gewohnheitengehört derMißbrauch der Mehlspeisen bei denKindern, das zu warmeDerhalteudesKopfes u-A.m. Äußere Einflüsse endlich können durch zu große Wärme oder Kälte,schlechte Luft u. s. w. die Gesundheit des K indeg u. dessen physische Ausbildung stören;theils muß daher das Kind dagegen geschützt» theils aber auch späterhin allmäsigdaran gewöhnt werden. Die phvsische Erziehung muß aber auch Alles anwenden,was die harmonische Entwickelung der verschiedenen Thätigkeiten des Körpers unddie Erhaltung der Gesundheit, Festigkeit und Ausdauer gegen schädliche EinflüsseEonversarionücherlcoir. Bd. III. 42