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Eschenburg
der fruchtbarsten, sondern überhaupt der vorzüglichste. Voll Phantasie und Tieftsinn, reich und neu in der Darstellung, und ein gewandter und zierlicher Meister derSprache und des Versbaues, erhebt er sich zu einer bedeutenden epischen Höhe. Vonft persönlichen Umständen wissen wir nicht mehr, als daß er aus einem adeligen Ge-schlechte, wahrscheinlich aus der Oberpfalz , stammte. Er empfing zu Hennebergden Ritterscblag und brachte sein Leben auf Ritterzügen zu, wobei er von s. Dich-tertalente und der Freigebigkeit der Fürsten lebte. Er glänzte unter den Dichternauf der Wartburg . Gegen das Ende s. Lebens zog er sich auf den Wohnsitz seinerVüter zurück und wurde in der Frauenkirche des Marktes Eschenbach begraben.(S. über ihn das „Museum für altdeutsche Literatur und Kunst", herausgeg. vonHagen , Docen und Dusching, im 1. Bde.). Seine Gedichte sind theils von eignerErfindung, theils nach franz. und provenealischen Mustern gearbeitet. Die vorzüg-lichsten seiner zahlreichen Werke sind: „Der Parcival", gedr. 1477, 4., der auch inMüller's Sammlung befindlich ist; „Der Titurell, oder die Pfleger des Graals",gedr. 1477, 4.; „Der Markgr. v. Narbonne , Lohengrin" (herausgeg. v. Görres,Heidelberg 1813); „Wilhelm von Oranfe" und „Gottfried von Bouillon ". Liedervon ihm in der Manessischen Sammlung.
Eschenburg (Johann Joachim), Geh. Zustizrath und Professor am Ta-rolinum zu Draunschweig, geb. 1743 zu Hamburg, gest. zu Braunschweig 1820.Dieser ausgezeichnete Literator erhielt seine erste Bildung auf dem Hamburger Zo-hanneum; hierauf in Leipzig , wo Ernesti, Geliert, Morus und Clodius seineLehrer waren, dann unter Hepne und Michaelis in Göttingen studirend, kam erspäter durch Verwendung des AbtS Jerusalem als Hofmeister nach Braunschweig ,wo er in der Folge die durch des Dichters Zachariä Tod erledigte Professur am dor-tigen Carolinum erhielt, die er bis an seinen Tod bekleidete. Deutschland verdanktihm die nähere Bekanntschaft vieler guten engl. Schriftsteller im Gebiete der Ästhe-tik, wieB. Brown, Webb, Burney, Fuevly undHurd, die von ihm überseht undmit zum Theil sehr lehrreichen Zusähen bereichert worden sind. Auch gab E. zuverschiedenen Zeiten in eignen Zeitschriften und Magazinen Bericht von den beiner-kenswerthesten Erscheinungen in der englischen Literatur, wodurch die Liebe und A»-erkenntniß der Geistesschähe dieses Znselvolks mächtig unter den Deutschen gefordertwurde. Das größte Verdienst erwarb er sich durch s. Übertragung des Shakspeare(Zürich 1775—87, 14 Bde., Ebend. 1708—1806, 12 Bde.). Wenn schon hierinnicht der Erste, indem Wieland bereits vor ihm Ähnliches begonnen harre, bleibtihm doch lange, und nachdem so viele andre treffliche Verdeutschungen des großenTragikers angefangen wurden, das Verdienst, der vollständigste zu sein; auch wirdseine Übersetzung der sämmtlichen Werke des Dichters noch bis diesen Augenblickgesucht, obschon ihr der Schmuck der Metrik und die wörtliche Genauigkeit abgeht/die einige andre besitzen; übrigens standen ihm bei Verfertigung derselben, durchseine vielfachen literarischen und geselligen Verbindungen, Hülfsmittel zu Gebore,die nicht leicht ein Andrer in diesem Maße haben dürste, und feine eigne Bibliothekenthielt, schon vor beinahe 20 Zähren, bloß in Bezug auf Ehakspeare mehr als400 Bde., Kupferwerke nicht mit gerechnet. Ein großes Verdienst erwarb sich E.auch noch durch die Herausgabe seiner am Carolinum gehaltenen Lehrvonräge,s. „Theorie und Literatur der schönen Wissenschaften, nebst einer Beispielsammlung! dazu", s. „Lehrbuch derWissenschaftskunde" (Berlin 1792, 3. Aufl. 1800), unds s. „Handbuch der classischen Literatur" (7. berichtigte und fortgesetzte Ausgabe,Berlin 1825). Zm Umgänge war er höchst liebenswürdig, und trotz der ihm zu-weilen entschlüpfendenSalyre, doch allgemein beliebt. Drei Zahre vor seinem Ende, feierte er s. 50jähriges AmkSjubiläum. Auch war E. senior des CyriacuS-Ltiftesin Braunschweig und Ritter deö Guelfenordens. Zm 6. Supplementbande vonZördrns'S „Lexikon deutscher Dichter u. Prosaisten" findet sich ein genaues Verzeich-
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