Band 
Dritter Band. D bis E.
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060 Escoiqutz Eöcorial

niß sowol seiner eignen Werke als seiner Übersetzungen und Herausgaben andrerDichter früherer und späterer Zeit, wie z. B. Burkhard Waldis , Boner u. A. in.

EScoigui; (Don Juan), Ferdinands VlI. Vertrauter, geb. 1762 in eineraltadeligen Familie von Navarra , war anfangs Page Karls III. Aus Neigung zuden ernsten Wissenschaften zog er den geistlichen Stand dem Militärdienste vor undempfing ein Kanonicat des Stifts zu Saragossa . Seine liebenswürdigen Eigen-schaften erwarben ihm zahlreiche Freunde und Könner am Hose, und so fiel, als demPrinzen von Asturien ein Lehrer gegeben werden sollte, die Wahl auf ihn. Er wußtebald die ganze Liebe des Prinzen zu gewinnen, für den er seinerseits eine wahrhaftväterliche Zuneigung hegte. Die Freimüthigkeit, mit welcher er sich 1797—98gegen den König und die Königin über die Leiden, welche ausSpanien lasteten, äu-ßerte, zog ihm die Feindschaft des FriedcnSfürsten zu, welcher es endlich dahinbrachte, daß er nach Toledo verwiesen wurde. Der Prinz verlor seinen geliebtenLehrer mit großem Kummer und blieb durch einen geheimen Briefwechsel mit ihmin Verbindung. E. suchte auch in der Verbannung durchDenkschriften, die er demKönige einsandte, diesen über s. Günstling aufzuklären; aber umsonst. Vielmehr ge-wann der Friedensfürst bei dem Könige ein immer entschiedeneres Übergewicht überden Prinzen, welcher im März 1807 an E. schrieb, daß er für seine Krone fürchte,und bei ihm Rath und Beistand suchte. Sogleich begab sich E. nach Madrid , woeben der Prozeß vom Eöcorial stattfand. Er vertheidigte den Prinzen auf das kräf-tigste und wirkte dadurch entscheidend auf die Meinung des Volks ein. Als 1808°Ferdinand VlI. den Thron bestiegen hatte, begnügte sich E. mit der Stelle einesStaarsraths. Er rieth zu der Reise nach Bayonne , begleitete Ferdinand VlI. da-hin, zeigte in den Unterredungen mit Napoleon , der seinen Einfluß kannte und ihndaher vor Allen bearbeitete, ebenso viel Verstand und Festigkeit als Anhänglichkeitan seinen Fürsten, und rieth endlich diesem, der Krone nicht zu entsagen, was aucherfolgen möchte. Indeß fand diese Entsagung doch statt, und E. folgte den Prin-zen nach Valenray, ward aber bald von ihnen getrennt und nach BourgeS verwiesen,wo er 4^ Jahr in der Zurückgezogenheir lebte. Erst im Dec. 1813 kehrte er nachValerway zurück, als die eingetretenen Umstände Napoleon geneigt gemacht hatten,sich mit Ferdinand VlI. und den Insanten zu versöhnen. Er nahm an allen Ver-handlungen Theil, welche die Bourbcns noch vor Napoleons gänzlichem Sturze wie-der auf den spanischen Thron sehten. 1814 verließ er den Hof und zog sich nachSaragossa zurück. Man erfuhr bald, daß er in Ungnade gefallen sei. Er wurdesogar auf seines Könige Befehl gefangen gesetzt. Nach einiger Zeit ward er zurück-gerufen, fiel aber zum zweiten Mal in Ungnade. E. hat sich auch als Schriftstellerbekanntgemacht, und unter andern Mung's „Nachtgedanken" und Milton's „Ver-lorenes Paradies" ins spanische übersetzt. Seine Auseinandersetzung der Gründe,welche Ferdinand VII. bewogen haben, sich nach Bayonne zu begeben, ist ein wichti-ger Beitrag zur Zeitgeschichte. Er starb in s. Exil zu Ronda d. 19. Nov.1820.

Escorial (ei lernen, l), ein in der spanischen Provinz Segovia , in einerrauhen Gegend gelegener Flecken (2000 E.), 61 Meile von Madrid , woselbstKönigPhilipp 1l., wegen eines Gelübdes, nach dem bei St.-O.uentin 1557 erfochtenenSiege, jenes weltberühmte Kloster und Schloß erbaute, welches man gewöhnlichu. d. N. Eöcorial versteht. Da die Schlacht am 10. Aug., dem Festtage des heil.Laurentius, gewonnen worden, so ward auch das Escorial diesem Heiligen geweiht.Dieses finstere, stolze Prachtgebäude, welches Philipps Charakter ausspricht, ist einViereck, wovon jede Seite 250 Schritte lang ist. Es hat 17 Abtheil., 22 großeHöfe, 36,000 Fenster, 14,000 Thüren, ein Seminarium, treffliche Gemälde, undenthält eine Menge von Gebäuden. Höfen und Gärten, die mit Allem, was ver-schwenderiscbe Pracht vereinigen kann, ausgestattet find. 200 Mönche von demOrden des heil. HieronymuS bewohnen die Klosiergebäudc. Sie trieben sonst die