Band 
Dritter Band. D bis E.
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Essex

ken s. Vaters unterstützt, ihm viele Freunde gewannen. Er begleitete zuerst, aufBitten s. Mutter, wiewol nicht ohne Widerwillen, s. Stiefvater, den Grafen Lei-erster, 1585 nach Holland . 1586 erhielt er den Titel eines Generals der Eavale-1rie und legte >» der Schlacht bei Zütphen Beweise der Tapferkeit ab. Leicester er-nannte ihn dafür ini Lager zum Bannerritter. In England wurde er, an des hö-her beförderten Leicester's Stelle, Großstallmeister, und 1588 ernannte ihn Elisa-beth zum General der Eavalerie, unter Leicester's Befehlen, bei dem Heere, welcheszum Schutz gegen einen von Spanien befürchteten Einfall versammelt wurde. Von -fetzt an galt er als erklärter Günstling der Monarchin, die ihn noch mit dem Ordendes HofenbandeS schmückte. Dieses schnelle, unerwartete Glück führte den jungenMann zuweilen über die Grenzen der Mäßigung. Nachdem er einen Zweikampfmit einem andern Günstling der Königin gehabt hatte, schloß er sich ohne ihre Er-laubniß dem Kriegszuge an, durch den Sir John Norris und Franz Drake denDon Antonio wieder a"f Portugals Thron setzen wollten. Die Königin machteihm jedoch bloß zärtliche Vorwürfe darüber und überhäufte ihn bei seiner Rückkehrmit netien Wohlthaten. Leicester war das Jahr vorher gestorben. E., der ihn,zu»: Theil seine Erhebung dankte, unternahm nun Manches, was der Monarchinmißfiel, besonders eine heimliche Vermählung mit der einzigen Tochter von SirFrancis Walsingham , der Witwe von Sir Philipp Sidney. Obgleich Elisabethnichi über diese Angelegenheit sprach, gedachte sie derselben doch lange Zeit nichtohne Empfindlichkeit. Immer unternehmend und nach Ruhm dürstend, erhielt E.1561 den Oberbefehl eines Truppcncorps, welches Elisabeth zu Heinrichs IV.Unterflüßung nach Frankreich sandte. Allein diesen Zeitpunkt benutzten seine Feinde,um ihm bei der Königin zu schaden; jedoch wußte er dies Mal ihre Pläne zu verei-teln, und Elisabeth ernannte ihn 1593 zum Mitgliede ihres Geheimenraihs. Nacheiner glücklichen Unternehmung gegen Eadiz, die E. mit dem Admiral Howard aus-geführt hatte, und wodurch Cadiz in die Gewalt der Engländer gekommen war,wurde er von der Monarchin mit Lobsprüchen, vom Volke mit Beifallsbezeigungenempfangen; allein daß er sich nierken ließ, er achte diese ebenso hoch als jene, scha-dete ihm in Elisabeths Augen. Die Königin ließ ihn dies empfinden; da erwachtesein Stolz, und er gerielh in häufige Streitigkeiten mit der Monarchin. Dennochernannte sie ihn, zur Belohnung s. Dienste, 1597 zum Großmeister der Artillerie.Diese neue Gunstbezeigung schien s. hochstrebenden Ehrgeiz zu befriedigen, und ererbnr sich zu einem neuen Seezuge gegen Spanien ; allein dieser hatte nicht den ge-hossten Ausgang. E. sah bei s. Rückkehr, daß Elisabeth Menschen, die er nichtliebte, reichlich belohnt hatte; dies kränkte ihn. Er wollte sich auf s. Güter zu-rückziehen; aber Elisabeth besänftigte ihn nochmals dadurch, daß sie ihn zumGroß-mar schall von England ernannte. «Lein Stolz verleitete ihn zu immer größer» Un-besonnenheiten, die s. Feinde nur zu sehr benutzten. Burleigh's Tod, der jetzt er-folgte, war ein großer Nachtheil für ihn, denn dieser kräftige Mann war ihm einebedeutende Stütze gewesen. Zwar wurde E. nach ihm Kanzler der UniversitätCcunbridge, aber dieses konnte man auch als den letzten Schimmer s. Glücks be-trachten. Schon vor Burleigh's Tode hatte sich E. mit der Monarchin über dieWahl des Mannes entzweit, der nach dem damals unruhigen Irland geschickt wer-det» sollte, und bei dieser Gelegenheit, wegen s. ungeziemenden Betragens, von ihreine Ohrfeige bekommen. Dennoch versöhnte sie sich später mit ihm und sandteihn selbst mit den ausgedehntesten Vollmachten als Vicekönig nach Irland . Erbenahm sich aber bei diesem wichtigen Geschäft auf eine solche Art, daß er sich denUnwillen der Königin zuzog. Sie gab ihm diesen zu erkennen; er antwortete imstolzen Tone darauf, und obgleich sie ihm befahl, Irland nicht zu verlassen, hielter es doch für besser, nicht zu gehorchen, sondern in Person sich bei der Monarchinzü n-chtferligen. Sie nahm ihn nicht ungütig auf, allein bei der gegen sein Lench-