668 ' Este (Haus)
Ursprung dieses Geschlechts findet Mnratori unter den kleinen Fürsten, die im 10.Jahrh. Statthalter der Karolinger in Toscana waren. Späterhin erhielten!>von den Kaisern mehre Bezirke und Grafschaften als Lehen, namentlich Este,vigo, Montagnana, Casalmaggiore, Pontremoli und Obertenga, und führten denTitel Markgrafen . Von einem derselben, Guelfo I V., der 1071 das Herzogthu"Baiern als Lehn erhielt, flammt das Haus Braunschweig , welches man deßhalbauch lange das Estensisch-Guelfische nannte. Während des 12., 13. u. 14. Jahl'v-ist die Geschichte der Este großentheils mit den Schicksalen der übrigen Herrsch?^familien und kleinen Freistaaten in Oberitalien verflochten. In den Kriegen derGneisen und Ghibellinen erwarben die Markgrafen von Este, als Häupter derGuelfen, mancher Widerwärtigkeit ungeachtet, nebst andern neuen Besitzungen,Ferrara und Modena. Noch mehr glänzt das Haus Este durch seine Verdienste uN>Künste und Wissenschaften. Nikolaus II. (gest. 1388) war der Erste, der denHof von Ferrara zum Sitze der Eleganz und des guten Geschmacks erhob. GläMzender steht bald nach ihm NicolauS III. da (gest. 1441). Er stellte 1402 die vons. Vater Albert gestiftete Universität zu Ferrara her, die während s. Minderjährig'keit eingegangen war, und stiftete eine andere zu Parma . Durch Belohnungen zoger die ausgezeichnetsten Männer der Zeit an seinen Hof, u.A.Guarini von Verengden Ahnherrn des bekannten Dichters, und Johann Aurispa; auch vererbte er duLiebe zu den Wissenschaften auf s. Söhne, Lionel und Borso , deren höchstes Stt?'ben dahin ging, unter allen Städten Italiens Ferrara als das Vaterland derb'lehrten und Dichter in Ruhm zu bringen. Die Regierung Lionels (gest. 1450)glänzt weder durch Eroberungen noch andere politische Ereignisse; aber kein FüEdes Hauses Este wurde wegen der Liebenswürdigkeit des Charakters, Anmuth AGeistes und Feinheit der Sitten von s. Zeitgenossen mehr geschätzt als Lionel. ^beförderte Handel und Gewerbe, Künste und Wissenschaften auf alle Weise, ja ^selbst gab ein Muster von Beredtsamkeit in der latein. und ital . Sprache ab.allen großen Männern Italiens stand er in Briefwechsel und trug mehr als irgevoein Fürst s. Zeit dazu bei, die alte Literatur wieder in den Schwung und Glanz Z0bringen, der das 16. Jahrh, so verherrlicht hat. Auch unter seinem Bruder rweNachfolger, Borso (gest. 1471), blüheten Handel, Ackerbau, Gewerbe und allKünste des Friedens. Borso war prachtliebend; da er aber weder Festung «osvHeere unterhielt, so erschöpfte doch sein Aufwand nicht die Finanzen. KEFriedrich III. war bei seiner Reise durch Ferrara von der Aufnahme, die er bei Bongefunden, so entzückt, daß er ihm 1452 den Titel eines Herzogs von Modena un°Reggio ertheilte. Hierzu verschaffte sich Borso noch vorn Papst Pius I I. die H??'zogswürde von Ferrara , welche« er als päpstliches Lehn besaß. Sein Nachfolgt'Hercules I. (gest. 1505) hatte viel von den Venetiancrn und ihren Bundesgenosseauszustehen, die das Haus Este seiner Staaten berauben wollten; Mailand ,renz und Neapel bewaffneten sich für ihn, und so entspann sich ein allgemein?Krieg. Nach einem ungünstigen Friedensschlüsse (1484) behauptete Hercules^I. hindurch s. Neutralität, während Italien die größten Umwälzungen erlitt.dieser Zeit blühte s. Land in allen Segnungen des Friedens, und s. Hauptstadt AGlänze des Lupus und der Künste. Sein Freund und Minister war der alster des „Orlaucko iniimnrsto" berühmte Graf Dojardo von Scandiano ; ltvAriosto, damals noch sehr jung, erfreute sich ebenfalls schon der herzogl. Gun!Alles, was von schönen Geistern seiner Zeit in Ansehen stand, schmückte den HosFerrara. Auf Hercules I. folgte s Sohn Alfons I. (gest. 1534), dessen zwo??Gemahlin jene berühmte Lucrezia Borgia war, die durch seltene Talente und Lievzu den Wissenschaften einigermaßen die Schande ihres frühern Lebens verwisEIm Dienste s. Bruders, des Cardinals Hippolyt, stand Ariosto ; doch war diel?Fürst des großen Dichters nicht würdig. Der Cardmalshut schützte jhn so rveiw