Band 
Dritter Band. D bis E.
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EstrecS (Gabriele d')

natürliches Sohn Alfons I., zum Nachfolger. Als dieser die Regierung an-trat, erklärte Papst Clemens VIII . seine Erwählung für unrechtmäßig, und allegeistliche Lehen des Hai.seS Este für ein der Kirche wieder zuständiges Eigenthum^Cäsar besaß so wenig Muth und Charakter, daß er den Drohungen und Truppendes Papstes gleich nachgab und Ferraka nebst den andern geistlichen Lehen abtrat.Glücklicherweise machte ihm der Kaiser das Erbsvlgerecht in den Reichslehen nichtstreitig; ek behielt Modem! und Reggio, wohl aber mußte er mit derRepublik Lucca zwei Kriege um den Besitz bon Garfagnanc. führen, bis Spanien eine Ausgleichungvermittelte. Sein Sohn und Nachfolger, Alfons III. , ließ anfangs, seiner gro-ßen Heftigkeit wegen, eine harte und tyrannische Herrschaft befürchten, allein de>!Todseiner von ihm leidenschaftlich geliebten Gemahlin, Zsabelle von Savoyen )stimmte ihn zur größten Sanftmuth um. Er übergab sogar die Regierung seinemältesten Sohne Franz und zog sich u. d. N. des Bruders Zohann Baptist von Ma-deira in ein »irakisches Capuzinerkloster zurück, wo er unter Andachtsübungen undfrommen Werken seine Tage beschloß. Seit dem Verluste Ferraras gl.mzre dasHaus Este nur noch im Schimmer des alten Ruhmes. Franz I., Sohn Alfons III. ,starb 1658; Alfons IV. starb 1662; Franz II. starb 1694; Rinaldo starb 1737.Dieser Fürst, der früher Cardinal gewesen, heirathete Charlotte Felicitas vonBraunschweig, T. des Herzogs von Hanover , und vereinigte so die seit 1076 ge-trennten Zweige des Hauses Este. Sein >Lobn Franz I II. (gest. 1780) erwarb sicheinige Verdienste um die Wissenschaften; Muratori und Tirabeschi waren seineUnterthanen und erhielten Zahrgehalte von ihm. Hercules III., der letzte Herzogvon Modena, Reggio und Mirandola, vermählte seine emsige Tochter, MariaBeatrix , mit dem Erzherzog Ferdinand von Östreich; eine Frucht dieser Ehe wardie verst. Kaiserin von Östreich. Hercules, der sich bedeutende schätze gesammelt,aber dadurch die Liebe seines Volks verloren hatte, flüchtete bei derAnnäherung derstanz. Heere 1796 nach Venedig; Modena und Reggio traten 1797 dem cisalpini«schon Bunde bei, und das Haus Este wurde förmlich durch den Vertrag vonCampo-.Fvrmio (17. Oct. 1797) seiner Oberherrschaft über diese Länder beraubt.(L>. Modena .) XX.

Estr e es (Gabriele d'), Herzogin v. Beaufort, die Geliebte Heinrichs I V.vonFrankreich, geb. um 1571, war die Tochter Antoine d'Eströes, eines Abkömm-,lings aus einem der ältesten adeligen Häuser in der Picardie, der eine Zeit lang dieStelle eines 6iancl-iiu,ilie ile I'.II lillerio bekleidete und sich in der Vertheidigungvon Noyon gegen den Herzog v. Mayenne auszeichnete, weßhalb ihn Heinrich IV. mit dem Gouvernement der Provinz Isle-de-France belohnte. Gabriele mochte20 Z. alt sein, als Heinrich IV. sie bei einem Besuche auf dem Schlosse Coeuvreszum ersten Male sah und sich sogleich von ihren Reizen gefesselt fühlte. Gabrieleindeß, damals in einer Herzensverbindung mit dem Herzoge von Bellegarde , zeigtesich anfangs den Wünschen des Königs wenig geneigt, der jedoch in seinen Bewer-bungen nicht nachließ und, als Bauer verkleidet, durch die feindlichen Vorpostenschlich, nur um die Geliebte zu sehen. So viel Zuneigung rührte endlich das Herzder Dame; sie wurde die Geliebte des ritterlichen Königs, der nie ein weiblichesWesen so innig verehrte wie die Tochter des alten Eströes. Um sein Glück ruhiger,und weniger durch den etwas strengen Vater gestört, genießen zu können, vermählteHeinrich die Geliebte zum Schein mir einem Herrn Damerval v. Liancourt ; dochwurde später diese nominelle Ehe unter dem Dorwande von Liancourt's Unfähig-keit gelöst. Heinrich« Plan bei dieser Scheidung war, die Geliebte als rechtmäßigeGattin auf den Thron zu heben. Deßwegen leitete er nicht allein s. Scheidung vonMargarethe v. Valois ein, sondern erhob auch die Grasschaft Beauforr zu einemHerzogthum, mit welchem er Gabrielen belehnte, wodurch er ihr einen Rang amHofe verschaffte. Am mehrsten »widersetzte sich Sully der Ausführung dires Vor-