Band 
Dritter Band. D bis E.
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Eugen (Herzog von Leuchtenberg)

Deutschland . Zum Hofkriegsrathspräsidenten ernannt, war er die Haupttriebfe-der aller wichtigen Unternehmiinqen; Alles ging nun besser und thätiger, und indereinmüihigsten Verbindung mikMarlborough gelang es ihm, die Ablichten Frank-reichs und dessen Verbündeter zu vereiteln. In der Schlacht bei Ho chstä d t (s. d.),> den 18. Aug. 1701, erhielten beide Helden einen entscheidenden Sieg über dasi vereinte französtsch-bairische Heer unter dem Kurs. von Baiern und dem Marschalli Tallard, der selbst gefangen wurde. §. ging 1705 wieder nach Italien , konnte! zwar anfangs, wegen der Schwäche s. Heers, gegen den Herzog v.VendOme nichtsi ausrichten, eilte aber zum Einsätze Turins herbei und zwang die Franzosen , indemer-am 1. Sept. ihre Linien erstürmte, die Belagerung aufzugeben, auch nach eini-gen Monaten ganz Italien zu räumen. 1707 drang er selbst in Frankreich ein undbelagerte Toulon, musste aber wegen der Überlegenheit der Franzosen sich nachItalien zurückziehen. In den folg. I. focht er an den Ufern des Rheins, eroberteListe und schlug die Marschälle Villars und BoufflerS bei Malplaguet, wo er ge-fährlich verwundet wurde. Auch hier behauptete er jene nur den größten Geisterneigne Gemüthsruhe. Als s. Dfsieiere in ihn drangen, daß er für s. eigne Perlon^ sorgen möchte, gab er ihnen zur Antwort: „Wozu ein Verband, wenn wir hier, sterben sollen? Kommen wir davon, so ist dazu heute Abend Zeit genug". Nachdem' Marlborough abberufen worden, und E. sich umsonst persönlich in London für ihn' bemüht hatte, wurden ss weirern Unternehmungen, besonders nach der Niederlagedes Gen. Albemarle (bei Denain), gehemmt. Der Friede zu Utrecht führte (1711)den Frieden zu Rastadt herbei, der von E. und Villars abgeschlossen wurde. Indem Kriege mit den Türken, 1716, schlug E. die weit stärkern türkischen Heere beiPeterwardein und Temeswar, und eroberte 1717 Belgrad , nachdem er am 16. Aug.einen entscheidenden Sieg über das zum Einsätze herbeigekommene türkische Heererfochten hatte. Der passarowitzer Friede (1718) war die Fruchts.Siege; erschloßihn jedoch ungern; denn er hatte dem Kaiser gerathen, ganz Italien fahre» zulassen, wenn es sein müßte, aber die Türken über den Hellespont zusagen. 15Friedensjahre hindurch, deren sich Östreich nun erfreute, arbeitete E. mit gleichemEifer im Cabinet, und als 1733 die polnischen Angelegenheiten einen neuen Kriegherbeiführten, erschien er noch in s. Alter mit dem Heer am Rheine , ging aber,ohne etwas Entscheidendes gewagt zu haben, nach Wien zurück, wo er 1736, 72I. alt, starb. Das östreich. Kriegswesen, das er als Präsident des Hofkriegsrathssehr verbessert hatte, geriekh nach seinem Tode wieder in Verfall.

Eugen, Herzog v. Leuchtenberg, Fürst zu Eichstedt , vorher Dicekönigvon Italien , geb. den 3. Sept. 1781, i^ohn des 1794 guillotinirten ViconneAlex. Beauharnais und Iosephine Tascher de la Pagerie, späterhin Gemahlin Na-poleon Bonaporte's und franz. Kaiserin. E. widmete sich im Laufe der Revolutionden Waffen. 12 I. alt, begleitete er s. Vater, al^ dieser die Rheinarmee befehligte.Nach dem Tode desselben kam er, da auch s. Mutter damals im Gefängnisse war,zu Hoche in der Vendäe. Nach deni 9. Thermidor kehrte er nach Paris zu s. Mutterzurück und widmete 3 I. seiner wissenftbaftl. Ausbildung. Iosephine Heiratbete1796 den zum Dbergeneral der ual. Armee ernannten Bonaparte, und §. begleitetes. Stiefvater auf allen Felkzügcn in Italien und in Ägypten . Er wurde zu astenHähern militairifche» Würden befördert und 1805 zum franz. Prinzen und zumVicckönig von Italien erhoben. In denis. I. zeichnete er sich im Feldzuge gegenÖstreich sehr aus und wurde nach Beendigung desselben (13. Jan. 1806) mit derPrinzessinAugusta von Baiern vermählt. 1807 ernannte ihn Napoleon zum Prin-zen von Venedig und adoptirte ihn als Sohn und Erben des Königreichs Italien.In der Verwaltung des Königreichs Italien zeigte er, bei großer Beschränkung sei-ner Macht, viel Verstand und Mäßigung. Im Kriege von 1809 war er anfangsgegen den Erzherzog Johann nicht glücklich, den 14. Juni aber gewann er das