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Eulenspiegcl
besitzen wir nach einer im 4. Jahrh. n. Tbr. veranj lasteten Revision (eine der be-sten AuSq. von Gregorv, Oxford 1703, Fol., deut ich von Lorenz, 2. Anst. Halle1798). Die scharfsinnigste seiner Schriften ist die über die geometrische Analuse.Was er über die Musik geschrieben, gibt uns den besten Begriff von dem Zustandedieser Kunst bei den Griechen. 2) Eukl ideS, aus Megara, war der Stifter dermegarischen Schule. Obgleich Megara von Athen ziemlich entfernt und allen Me-garensern bei Todesstrafe verboten war, das Gebiet von Athen zu betreten, kam erdoch Abends in weiblicher Kleidung zur Stadt, genoß einige Stunden den Unter-richt des Sokrates, und kehrte mit Anbruch des Tc-ges zurück. Später wich er vonden einfachen Grundsätzen seines Lehrers ab und v erwandclte die Ironie desselbenin spitzfindige Disputirkunst. Mit den Eleaten nc.hm er an, daß nur Eines sei;aber dieses Eine nannte er das Wahre und Gute. Wegen jenes Mißbrauchs derDialektik wurde seine Schule auch die eristische genannt. Er starb 424 v. Chr.Sein Schüler war EubulideS .
Eulenspiegel (Toll). Dieser Abenteurer, geb. zu Kneitlingen , einem wol-fenbüttel'schen Dorf unweit Schöppenstädt (nach sstieman indem lauenburg. DorfePampa»), starb gegen 1350 in dem Städtchen Ästölln, 4 Meilen von Lübeck , wof. Grabstein, mit der Anspielung aufs. Namen, einem Spiegel und einer Eule, steht.Sein Name bezeichnet sprüchwörtlich alle muthwillig-lustige, närrische Streiche, dieaus reiner Freude an solchen verübt werden; denn dergleichen verübend, zog Tylldurch Niedersachsen und Westfalen, ja selbst nach Polen und Rom . In der Volks-sage leben sie noch immer fort. Wann und in welcher Sprache diese Schwanke zu-erst geschrieben worden, läßt sich schwerlich bestimmen. Aus dem Titel der altenVolksausgaben scheint zu erhellen, daß sie zuerst in plattdeutscher Sprache geschrie-ben gewesen, und man hat, jedoch ohne triftige Gnünde, geglaubt, daß der durch seine„Narrenbeschwerung", „Schelmcnzunft" u. a. Schriften dieses Schlages auch sonstbekannteFranciscaner, ThomasMurner, derTheologieund Rechtei)., ein GegnerLuther's, der Übersetzer sei. Die Urtheile der Nachwelt haben nicht bloß den ästheti-schen, sondern auch den sittlichen Werth dieses Volksbuchs angegriffen. Unanstän-digkeiten sind freilich häufig darin zu finden, sie fallen aber dem Zeitalter zur Last,in welchem der Schalk lebte, und seine Schwän ke geschrieben wurden. Übrigens er-hielt es sich Jahrhunderte als Lieblingsbuch nicht nur des deutschen Volkes, sondernvieler andern; denn es ist in die lateinische, src nzösische, englische, holländische undpolnische Sprache übersetzt, mehrmals nachgeahmt, unzählige Male aufgelegt, mitAnmerk. herausgegeben und neu eingekleidet »norden. (S. Reichard'S „Bibliothekder Romane", Bd. 2 u. 4; Flögel's „Geschichte der Hofnarren" und Görres„Über die Volksbücher".) Die älteste gednickte AuSg. ist, so viel man weiß, diehochdeutsche, Strasb. 1519, 4. Ein sehr seltenes Kupferblatt von Lucas vonbeyden hat den Namen Eulenspiegel (bkäjstcgle). >I<I.
Euler (Leonhard), Mathematiker, geb. zuDasel 1707, erhielt von seinemVater, Paul E., Prediger zu Riechen, den ersten Unterricht in der Wissenschaft,in der er späterhin so groß wurde. Auf der Universität zu Basel benutzte er denUnterricht von Ioh. Bernoulli und war der Freund von Dan. und Nic. Bernoulli,welche schon ihrem berühmten Vater mit Glück nachstrebten. Im 19. I. erhieltder junge E. das Access» des Preises, den die pariser Akademie der Wissenschaftenaufdie beste Abhandlung über das Bemasten der Schiffe gesetzt hatte. Als Katha-rina 1 . die Stiftung der Petersburger Akademie vollenden wollte, berief sie auchDan. und Nic. Bernoulli dahin. Nicolaus starb, und Daniel kehrte in sein Vater-land zurück, nachdem er E. eine Stelle bei der Akademie verschafft hatte. Jetztbildete dieser allein im Fache der Mathematik die ganze Akademie, und arbeitetemit einer Anstrengung, welche B wundorung verdient; denn er verfaßte mehr alsdie Hälfte der Abhandlungen dieses Faches in den 46 Bdn. 4., welche die peters-