682 Euphon Eunpides
ten sich z. B. die Alten, um den Beqriff des Sterbens auszudrücken, eines viel-fachen Euphemismus. Auch bei uns sind die Worte: abscheiden, zu seinen Vaternversammelt werden :c., Euphemismen dafür.
Euphon, s. Ehladni.
Eupho nie, Wohllaut der Töne, bezieht sich auf den Klang oder dieQualität des Tons und gehört zu den Vorzügen einer Sprache. EuphonischeBuchstaberz, nennt man daher in der Sprachlehre diejenigen, welche bloß desWohlklangeö wegen, und ohne zu den Wortwurzeln zu gehören, zwischengeschobenwerden, wie z. B. das von Adelung sogenannte mildernde e, das r in da r auf,da r an rc., das t und I in dem französischen : ()u'en stira-t-on? und I'oustatt e»> ic.
Euphrat , Euphrütes, auch Phrat genannt, einer der merkwür-digsten Ströme des Orients, denn durch ihn wurden das vordere und hohe Asien ,und mehre Jahrh, hindurch auch das persische und römische Reich getrennt. Erentspringt in Armenien aus 2 Flüssen, dringt durch das Gebirge Taurus und fälltzuletzt nach einem Laufe von 500 Stunden bei Bassora in den persischen Meer-busen. Übrigens ist derEuphrat, welcher jetzt da, wo er sich mit dem Tigris vereint,Sat-al-Arab (Fluß der Araber) heißt, für Dabylonien ebenso wohlthätig wie derNil für Ägypten , indem er vom Monat August an das Land überschwemmt undmit feinem Schlamme düngt.
Euphrosyne, s Grazien.
Eupyrion (griech.) nennt man jetzt besonders diejenigen allgemein ge-bräuchlichen chemischen Schnellfeuerzeuge, die einFläschchen mit Schwefel-säure und Federalaun und Schwefelhölzchen enthalten, welche außerdem noch miteiner besondern Materie bestrichen sind. Bei Bereitung dieser Hölzchen taucht manStäbchen aus weichem Holze zuerst in zerlassenen Schwefel, und dann in ein Ge-menge von überoxydirtsalzsauerm Kali, einigen Tropfen Tragantschleim und etwasZinnober oder einem andern Farbestoff (letzteres bloß des Ansehens wegen), wonächstman sie trocknet. Stößt man nun ein solches Hölzchen in die Flascke, so verbindetsich der Kali, wegen näherer Verwandtschaft, mit der Schwefelsäure und läßt dieoxydirte Salzsäure los, deren Entbindung unter diesen Umständen die eigenthüm-liche Wirkung so großer Temperaturerhöhung mitlichterFlamme hervorbringt, daßsich der Schwefelam Hölzchen, und somit letzteres selbst entzünden kann.
Eurhythmie , das schöne Verhältniß in der Bewegung, z. B. im Tanze,,in der Musik, und vorzüglich in den Worten als Sprachtönen (von Rhythums),worin eine Sprache vor der andern Vorzüge hat. Hernach nennt man Eu-rhythmie überhaupt schöne Übereinstimmung der Theile zum Ganzen, schönesVerhältniß.
Euripides . Zm ersten I. der 75. Olympiade (480 v. Chr.) wurde andem Tage, wo die Griechen des TerxeS Übermacht bei Salamis schlugen, an ebendiesem Orte Euripides geb., und so trafen hier die 3 größten Tragiker Griechenlands zusammen; denn Äschylus stand in der Reihe der Siegenden, und der junge So-phokles tanzte um die Trophäen. Don E.'s Jugend wissen wir nur so viel, daßsein Vater, um falsch gedeuteter Weissagungen willen, ihn zum Athleten bildenwollte. Die eigne Natur zog den Züngling zu andern Künsten. Anfangs übte ersich in der Malerei, dann aber studirte er bei ProdikosdieRhetorik, bei Anapagoras(nicht bei Sokrates ) die Philosophie, welche Studien auf s. Poesie einen so mäch-tigen Einfluß geäußert haben, daß man ihn ebenfowol den rhetorischen Tragikernennen könnte, wie man ihn den philosophischen nennt. Des E. Zeit fällt in diePeriode der höchsten Vollendung der griech. Tragödie durch Sophokles , neben wel-chem, wäre es auch nur als Zweiter, zu stehen höchst ehrenvoll ist. E. war nebenSophokles der Liebling s. Zeitalters: seine Tragödien wurden mit denen des So-