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genannt, fällt etwa 3 Jahrhunderte vor Chr. Groß im Denken und Handeln,blühend durch Künste und Wissenschaften, fruchtbar an den herrlichsten Erzeugnis-sen eines mannigfach ausgebildeten Geistes, wird es, so lange die Cultur der Mensch-heit fortdauert, ein Gegenstand der Bewunderung, und seinNachlaß die erste QuelleunsercsDenkenS und Wissens bleiben. Aber mit der Auflösung des Universalreich«,welches Alexander der Große auf den Trümmern der griechischen Freiheit errichtethatte, sank Griechenland. Zu derselben Zeit erhob sich in Italien ein andres Volk,die Römer, das zwar schon früher in der Geschichte erscheint, aber erst, nachdem essich zum Herrn von Italien gemacht und den Kampf um die Herrschaft der Länderam mittelländischen Meere mit den Carthaginensern in Afrika siegreich bestandenhatte, in der Geschichte Epoche macht und seinen Einfluß auch auf das übrigeEu-ropa zu verbreiten anfängt. Es überwältigte das in sich getheilte Griechenland und verpflanzte griechische Cultur auf Italiens Boden. Bald wurden nun durchden Fonschrilt der römischen Waffen Portugal, Spanien, Frankreich , selbst Eng-lands Gestade, Belgien, Helvetien, der zwischen der Donau und den Alpen gele-gene Theil Germaniens, die ungarischen Provinzen (damals Pannonien, Illyrien und Dacien) bekannter, und erhielten von denselben römische Cultur, mitten undSprache. Aus Nomaden wurden Ackerbauer, und blühende Städte erhoben sich.Auch die Lehre der christlichen Religion, welche sich in den Provinzen des weite» rö-mischen Reichs verbreitete, wurde wichtig für die Entwilderung der meisten euro-päischen Nationen. NurGermanien widerstand der andringenden Macht Roms undverhinderte dadurch die Verbreitung der römischen Cultur in dem Norden von Eu-ropa , der bis dahin derGeschichte unbekannt blieb. Mit dem Verfalle des römischenReichs, hauptsächlich veranlaßt durch die Theilung in ein morgenländisches undabendländisches Reich, trat eine große Umänderung der politischen Verfassung Eu-ropas , die große Völkerwanderung, ein. Die Völker des rauhen Nordens sielenüber die schönen und angebauten Länder des in sich geschwächten römischen Reichsher, und brachten ihre ganze Rohheit in diese Länder mit, wo jetzt römische Kunstund Wissenschaft vor der Barbarei, der tiefen Unwissenheit und dem Aberglaubendes Mittelalters zurückwichen. In Italien hatten Osigochen und Langobarden, inGallien Franken, in Spanien Westgorhen, und in Südbrilannien Angelsachsen sichniedergelassen, und die Einw. dieser Länder unterworfen, oder auch sich mit ihnenvermischt. Das Reich der Franken erhob sich unter Karl d. Gr. zu Ende des8. Jahrh, zu einer solchen Größe, daß aus demselben in der Folge die neuen StaatenFrankreich, Deutschland, Italien, Burgund, Lothringen und Navarra hervorge-hen konnten. Um eben diese Zeit singen die nördlichen und östlichen Nationen Eu-ropas an, Einfluß in die Welthändel zu erhalten. Slawen stifteten in Böhmen ,Polen, Rußland und deni nördlichen Deutschland Reiche; in Ungarn traten dieMagyaren auf, und vorn Norden aus erschütterten die Normänner Europa . Hier-auf gelang es den Päpsten, auf den Glauben und die Meinung eine Hierarchie zugründen, die Gregor VU. und Innocenz lll. vollendeten. Ihrer Herrschaft dienteder romantisch-heroische Wahn der Kreuzzüge. Indeß bewirkte dieser Kampf Eu-ropas mir Asien , daß sich ein Mittelstand bildete, daß der Lantmann nach und nachdie Fesseln der Leibeigenschaft von sich warf, und daß gelehrte Kennrnisse und Künstevon den Arabern und Griechen in Europa zurückkehrten. Die errichteten Universi-täten, die Erfindung der Buchdruckerkunst, die Reformation begünstigten jene ei stenKeime einer neuen wissenschaftliche» Bildung der europäischen Völker. Es gestal-teten sich nun aus dem Chaos des Mittelalters die Staaten: Deutschland , Frankreich, Spanien, Portugal, England, Schottland, Helvetien, die italienischen Staa-ten, Ungarn, Böhmen, Polen, Dänemark, Schweden, Norwegen mit Island ,und Rußland . Durch die Eroberung KonstanrinopelS (1453) traten die Türken,ei» asiatisches Volk mit seinem fanatisch-militairischen Despotismus, in den euro-