Band 
Dritter Band. D bis E.
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691
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Evergeteir Evolutionstheorie 694

Besonders sind seine Seestücke berühmt, in denen er das erregte Element mit großerWahrheit schildert, aber auch in trefflichen Waldpartien war er Meister. Aletüchtiger Kupferstecher ist er auch durch die Blätter zu Reineke der Fuchs bekannt.Er starb 1615. Der jüngste Bruder war Johann, der, 1625 geb., nur zuseinem Vergnügen malte und Advocar war.

Evergeten, Euergerä, Wohlthäter. Diesen Namen erhielt einkleines Volk, Agriaspä oder Arimaspi genannt, in der persischen Provinz Drangia-na, weil sie einst den ältern Cyrus mit seinem Heere, durch starke Zufuhr von Le-bensrnitteln, in der Wüste vom Hungertode retteten. Diese Völkerschaft hatteeine recht gute, von den umliegenden Barbaren ganz abgehende Verfassung; daherauch Alexander ihnen nicht nur diese Verfassung und völlige Freiheit ließ, sondernihnen auf ihreBitte auch noch einige wohlgelegene Ländereienzutheilte. AucheinigeFürsten führten diesen Beinamen, z. B. Ptolemäer. In der neuern Zeit war voneinem Bunde d. N. die Rede, über welchen Feßler 1804 actenmäßigen Aufschlußgegeben hat.

Evertsen (Johann), Admiral der holländischen Flotte, starb 1666. Zuseiner Zeit stand die Macht der Holländer zur See auf ihrer höchsten Stufe. DieRuyter, TroMp und Wassenaer hatten Lurch ihre Lsiege der niederländ. Flagge dieAchtung aller Nationen erworben, und mehre Glieder der aus Zeeland stammendenFamilie der E., sämmtlich Gefährten und Zöglinge jener Seehelden, traten wür-dig in die Fußstapfen dieser großen Männer. Ein Bruder von Ioh. E., NamensCornelius, gleichfalls Admiral in den Diensten der Republik , starb den Tod fürsVaterland in der blutigen Schlacht am 15. Juli 1666 gegen die Engländer. Ioh.E. befand sich damals außer Diensten. Kaum erhielt der heldenmüthige Mann dieNachricht von dem Ende seines Bruders, so schrieb er an die Generalstaaten : „Ichwünsche wieder in Thätigkeit zu treten, um meinem Vaterlande nützlich zu sein.Mein Vater, 4 Brüder und ein Sohn starben bereits imDienst für die Republik aufdem Bette der Ehre. Möchte es mir vergönnt sein, gleich ihnen mein Ende im Kampfegegen die Feinde des Staats zu finden!" Der Wunsch dieses Braven ward erfüllt.Am 4. Aug. desselben-I. bestand er ein Gefecht gegen die Engländer, in welchem erein Bein verlorund wenigeTage nach seiner Verwundung starb. DieStaaten vonZeeland ließen ihm und s. Bruder Cornelius in der Peterskirche zu Middelburg einprachtvolles Denkmal setzen, woselbst auch die Asche dieser beiden Braven ruht, zudenen später noch ein andrer Admiral Cornelius E.,ein Sohn von Ioh.E.fwel-cher 1619 starb), und Galin E., gleichfalls Admiral in holländ. Diensten undNachkomme von dem ältern Corn. E., der 1121 endete, gelegt wurden.

Evidenz, anschauliche oder unmittelbare Gewißheir ss. d.).

Evolutionen. In der Mathematik krumme Linien, welche durch Ab-wickelung aus andern entstehen; in der Taktik: Bewegungen einer Truppe zur Übungoder vor dem Feinde. Sie umfassen alle Colonnenformirungcn, Aufmärsche w.(Vg. ManoeuvreS.) Auch die Bewegungen einer >Lchiffsflottezur See wer-den Evolutionen genannt. — Evolutionsescadre, eine Schiffsflotte, welcheBewegungen zur See machen, bald diese, bald jene Stellung annehmen muß, umdem Feinde beizukommen oder ihm Abbruch zu thun.

Evolutionstheorie ist diejenige Lehre von der Erzeugung, nach wel-cher man annimmt, daß die Seelen, gleich den Körpern, sich durch sich selbst fort-pflanzen, und die Keime zu allen künftigen Seelen schon in der ersten Menschenseelevorhanden gewesen seien, folglich nur immer eine Veele sich aus der andern entwickele.Kant pflegte dies System dieEinschachtelungStheoriezu nennen, weil nachdemselben alle erzeugte Wesen wie kleinere Schachteln in großem, und endlich alleineiner einzigen Wchachkel enthalten gewesen sind. (S. Befruchtung und Epi-genesie.) ^