Band 
Dritter Band. D bis E.
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Evreinont

Ewald (Johann)

Evremont (Charles Marguetelde Saint-Denis , Herr von Saint-.), geb.d. 1. 'April 1613 zuSt.-DeniS leGuest in der Niedernormandie, einer der geistreich-!sten Schriftsteller seiner Zeit, der sich weniger mit den Gegenständen tiefer Specula-jtion als mit der Philosophie des geselligen Lebens beschäftigte. Er stndirte dieRechtezu Paris , trat aber später in Kriegsdienste, focht alsHauptmann beiNördlingenund'Freiburg und ward im span. SuccessionskriegeMarächal de Canip. In der Gesell-!schüft zeichnete er sich durch Witz und hellen Verstand aus, und bis zu seinem Todeverließ ihn seine Heiterkeit nicht. Er spielte eine glänzende Rolle unter den geistrei^chen Epikuräern jener Zeit, die bald so großen Einfluß auf die franz. Philosophie er^hielte»; büßte aber einige Unvorsichtigkeiten, die er in Gesellschaften wie in seinenSchriften begangen hatte, mit der Gefangenschaft in der Pastille. Einer spätern zwei-ten Verhaftung entging er nur durch schnelle Flucht nach England. E. starb zu Lon-don am 9. Sept. 1703 und liegt in der Westminsierabtei begraben. S. „Oeuvre,'iix-lee," erschienen Paris 1690, 2Bde., 4., hernach Amsterdam 1706, 5Bde., 12.,und 1750,12 Bde., 12. In den meisten seiner Schriften ist Anmuth, Leichtigkeitund Frohsinn der vorherrschende Charakter. Eine tiefer greifende Einsicht findet sichnur hier und da. ^

Ewald (Johann), einer der originellsten dän. Dichter der neuern Zeit, besonftderS als Tragiker und Elegiker ausgezeichnet, wurde 1743 zu Kopenhagen geb., in»SchleSwig 'schen aber, wo sein Vater Prediger war, für einen Geist, wie der seine/höchst unpassend erzogen. Sein strenger bigotter Vater wollte aus dem Sohn einenTheologen nach seinem Schlage machen, und der junge E. strebte nur in die Welt hin-aus. Eine Menge Heiligen-Legenden, die er lesen mußte, entflammten seine Einbil-ldungSkraft. DasLoos eines Missionairs, der in fernen Erdtheilen unter Heiden undBarbaren Fährlichkeüen sonder Zahl zu bestehen hat, schien ihn, eine Zeit lang dasbeneidenswert heste; später ergriff ihn die Lecture desRobinson Crusoe dermaßen, daßer einmal heimlich davonging, um eine wüste Insel zu suchen. Durch diesen Fehltrittward die Strenge des Vaters noch verdoppelt, der den Gedanken festhielt, einen Theo-logen aus dein Sohne zu bilden, und ihn deßwegen nach Kopenhagen schickte. Hier»vard jedoch dem Jünglinge ker Zwang, welcher seinen Neigungen, die ihn jetzt vorzüg-lich zum Militair hinzogen, angethan wurde, so unerträglich, daß er aufs Neue ent-flohundsich in Hamburg von preuß. Werbern anwerben ließ. Als man ihn aber inMagdeburg , wohin er geschafft wurde, statt dem Versprechen gemäß, ihn unter dieHusaren zu geben, in ein Infanterieregiment einstellte, entwich er während des Lau-fes des siebenjähr. Krieges den preuß. Fahnen und trat in östr. Dienste, wo man ihnnicht allein besser behandelte, sondern, da er sich bei mehren Gelegenheiten auszeich-nete, auch zum Officier machen wollte, falls er zum Katholicismus überträte. Diesverwarf E., und bald darauf durch seine Familie losgemacht, kehrte er nach K openha-gen zurück. Nun begann er mit Ernst sich der Theologie zu widmen. Eine unglück-liche Leidenschaft aber riß ihn aufs Neue aus dieser Bahn. Ein aus frühern Zeitenher geliebtes Mädchen ward ihm untreu, und Welt und Leben dadurch dem Tieffüh-lenden verhaßt. Unthätig schlenderte er in Grani versunken umher, und nichts ver-mochte seinen Kummer zu lindern. Er wczr damals 22 I. alt und hatte noch keineAhnung von dem Dasein des in ihm schlummernden Talentes. Ein Ereignis weckteden heiligen Funken in ihm. König Friedrich V. von Dänemark war gestorben, undes sollte eine Trauercantate gedichtet werden. Zufällig wurde ihm die Sache über-tragen, und derErfolg war so glänzend, daß sich schnell die Augen aller KennerundVerehrer der Poesie auf den jungen Mann richteten, der nun, ermuntert von der ko-penhagener Akademie der Wissenschaften, beschütztvon Bernstorff und K arstens, mitRath unterstützt von dem damals in Kopenhagen lebenden Klopstock. schnelle Fort-schritte auf der betretenen Bahn machte lind bald in der Ode und in der Tragödiezu den ausgezeichnetsten Dichtern seines Volks gerechnet wurde. Sein „Bälde, S