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Ewald (Johann Ludwig)
Tod", ein aus dem Sagenkreise der Edda genommener Stoff, und s. „Rolf" (einTrauerspiel, dessen Stoff aus der alten GeschichteDänemarks ist) sind Werke, die beimanchen Mangeln das (Gepräge echter Genialität an sich tragen, und mehre s Odenund Elegien gehören zu dem Besten, was die neuere Zeit in dieser Hinsicht hervor-brachte. Da die geringe Unterstützung, welche die Regierung dem Dichter anaedeihen, ließ, ihn fortwährend zur Beschränkung nöthigte, mußte er sich durch Gelegenheitsge-, dichte einen kleinen Erwerb verschaffen. Der von s. Landsleuten bewunderte, von s.
> zahlreichen Freunden geliebte Mann starb-, nachdem er Jahre lang mit allen Übeln^ einer durch ein etwas unordentliches Leben sich zugezogenen Gicht und mit Mangelund Noth gekämpft hatte, in Armuth zu Kopenhagen am 17. März 1781, kaum 38I. alt. Eine schöne Ausg. seiner sämmtl. Dichtungen kam bald nach seinem Tode in4 Bd». heraus, »rs. über ihn: Fürst's „Briefe über die dänische Literatur".
Ewald (Johann Ludwig), ll. der Theologie und Kirchenrakh, geb. 1748 indem fürstl. iienburgischenStädtchenHayn der drei Eichen, erhielt seine ersteBildungvon seinen Ältern und von einem Prediger, von welchem er zwar wenig Gründliches. lernte, der aber sein Herz durch Vertrauen und Liebe bildete. Er wollte entweder Prc-/ dkg er oder Baumeister weiden. Zu dem Ersten verweigerte der Vater, ein strenger,
! redlicher Pietist, die Einwilligung, weil des Knaben leichter munterer Sinn keinenGeschmack an den Erbauungsstunden seines Vaters fand, wo er die für ihn unver-ständlichen Propheten so gut wie die Lebensgeschichte Josephs oder Jesu, zum Schlußaber immer in Valentin Wudrian's „Kreuzschule" lesen mußte. Durch eine vonden Pocken zurückgebliebene Augenkrankheit, durch welche er die Sehkraft an demeinen Auge verlor, bekam er eine ernstere Stimmung. Ohne gründliche Vorkennt-nisse ging er nach Marburg , um Theologie zu studiren. Ein wackerer Prediger leiteteseine Studie». Auch wirkte der geistreiche Professor Robert wohlthätig auf seineSittlichkeit. Nach vollendeten Studien übte er sich im Predigen, bis ihm Roberteine Hauslehrerstelle in Kassel verschaffte, von wo er nach einem Jahre zu den jün-ger» Prinzen von Hessen-Philippsthal als Erzieher berufen wurde, an deren Bildunger 2 Jahre arbeitete. Der Jüngste war der Vertheidiger von Gaeta . — Sein Lan-desherr, der Fürst von Jsenburg, berief ihn an eine kleine Dorfgemeinde. Es waraber nur ein Versuch, ob er demüthig genug sei, eine so kleine Stelle anzunehmen.Nach wenigen Wochen erklärte ihm der Fürst, daß er eigentlich zum Prediger inOffenbach bestimmt sei. Hier fand die Moral und der populaire Rationalismus,den er predigte, Beifall. 1767 verheirathete er sich mit einer geb. Dufay au«Frankfurt . Manche in der Folge eingetretene, nicht ganz unverschuldete Leiden,gegen die ihm seine sogenannte Philosophie kein Heilmittel gab, die Bekanntschaftniit Lavater, besonders aber die Corresponden; mit dem seligen Pfarrer Hahn, da-mals Prediger in Kornwestheini im Würlcmbergischen, veranlaßten ihn, die Bibelruhiger und unbefangener zu lesen. Nun fand er Alles ganz anders. Eine seinerHypothesen nach der andern stürzte zusammen. Er erkannte, daß die Vernunft nichtoberste Richterin in Glaubenssachen sein, daß der Mensch sich nicht allein, wie undwann er will, bessern, stärken und beruhigen könne, daß wir ein Wesen bedürfen,wie uns die Bibel Jesus darstellt. Seine Überzcrtgung wurde so lebendig, die Reueüber s. verkehrtes Predigen und s. Christenthumleeren Religioitöunterricht wurdeso brennend, daß er 1778 öffentlich seine Verirrungen gestand und erklärte, daßer von nun an mehr im Geiste der Evangeliums predigen wolle. Zugleich kündigteer Erbauungsstunden, hauptsächlich für die von ihm consirmirten Kinder an, vondenen jedoch Niemand ausgeschlossen sein sollte. Diese Predigt machte viel Aufse-hen und zog ihm Verfolgungen zu, die er indeß geduldig ertrug, Die Versamm-lungen wirkten gut. Es verbreitete sich ein christlich-religiöser Sinn, ohne Sekten-geist. Einige Zeit nachher erhielt er einen Auf als Generalsuperintendent, Con-sistorialrath und Hofprediger nach Detmold , in der Grasschaft L'ppe. Sem ihm