Band 
Dritter Band. D bis E.
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Ewiger Friede

wohlwollender Landesherr rieth ihm selbst, diese Stelle anzunehmen. Er ging 178tdahin ab. Da er hier das Schulwesen in übler Verfassung fand, so errichtete erein Schullehrerseminar und machte sich überhaupt um das Schulwesen verdient.Aus guter Absicht ließ er in jener demokratiesüchtigen Zeit (1792) eine kleine Schriftdrucken: „Was sollte der Adel jetzt thun?", in welcher er rieth, freiwillig mancheVorzüge aufzugeben, die jetzt längst haben aufgegeben werden müssen. Diese undeine andre politische Schrift: „Über Revolutionen, ihre O.uellen und die'Mitteldagegen" (1792), zogen ihm so viel Verdruß zu, daß er die zweite Predigerstellean der Stephanskirche in Bremen (1796) annahm, wozu er fast einstimmig ge-wählt worden war, obgleich er auch dort Niemand kannte. Von der theologischenFacultät in Marburg wurde er zum O. der Theologie ernannt. Auch in Bremen fand er die Schulen in einem elenden Zustande. Er suchte sie zu verbessern. Durcheine Vorlesung in dem dortigen, trefflich eingerichteten Museum, worin er dasIdeal einer guten Bürgerschule aufstellte, fanden sich die meisten angesehenen Be-wohner der Stadt veranlaßt, ihn und seinen Freund v. Häseli zu bitten, eine Nor-malschule auf Subscription zu errichten, die aber nur so lange dauern sollte, bis dieübrigen Kirchspielsschulen nach ihrem Muster eingerichtet wären. Es gelang überErwarten. Das Interesse für Verbesserung des Erziehungswesens veranlaßte 1801seine Reise in die Schweiz , wo er Pestalozzi, Fellenberg und deren Anstalten undMethoden kennen lernte. Nach seiner Zurückkunft hielt er öffentliche Vorlesungen-für Mütter und Lehrerinnen über die Pesialozzi'sche Methode und das ganze Erzie-hungswesen und erricht.ete eine Pesialozzi'sche Schule. Um diese Zeit ward er auchals Pi'vf. der Philosophie an dem Lyceum angestellt. Nie hätte er Bremen verlas-sen, wenn seine Brust nach 7 Jahren das Predigen in der großen und oft übermäßigangefüllten Kirche hätte vertragen können. Er nahm daher 1805 einen Ruf nachHeidelberg als Pros. der Moral und reformirter Kirchenrath an: eine Stelle, beider er gar nicht zu predigen brauchte. Hier, in diesem für ihn neuen Berufe, fander, besonders da er noch die Direction des Ephyrats übernehmen mußte, durch dasohne Strafen auf die Sitten der Studirenden gewirkt werden sollte, manches ver-drießliche Geschäft. Nur 2 Jahre konnte er hier wirken, da ward er nach Karls-ruhe als geistlicher Ministerial- und Kirchenrath berufen (1807), wo er am 10-März 1822 gestorben ist. — Er hat außer seinen afcetifchen Schriften eine Zeit-schrift: „Urania", und mehre Jahre eine „Christliche Monatsschrift" mit mehrenAndern herausgegeben, Seine Schriften mögen leicht 100 Bände ausmachen-Manche derselben haben 3,4 Aust. erlebt; alle, ohne Ausnahme, sind ins Holländ-,und einige ins Französische übersetzt. Er selbst hielt feine Biographie Salomons,s. „Guten Jüngling" und s. „Gutes Mädchen" für das Beste, was er geschriebenhabe. Übrigens hatte sich s, religiöse Ansicht seit der oben genannten Predigt nichtgeändert, sondern noch mehr befestigt«

Ewiger Friede, die Idee eines ununterbrochenen rechtlichen Zustandesder Völker, wo sie ihre etwanigen Streitigkeiten nicht durch Gewalt der Waffen-sondern nach Gesetzen der Vernunft entscheiden. Diese Idee liegt fast allen Frie-densschlüssen zum Grunde, denn m denselben geloben sich die streitenden Parteiengewöhnlich ewige Freundschaft und ewigen Frieden. St.-Pierre war der Erste, dckeinen förmlichen weitläufigen Entwurf zum ewigen Frieden aufsetzte, den nachherRousseau bekanntmachte. Merkwürdig ist die fast wörtliche Übereinstimmung dckArtikel St.-Pierre's für s. Völkerbund mit den Artikeln der deutschen Bundesacch(Vgl. Heinrich IV.) Seitdem ist dieser Gegenstand, unter Andern auch v»sKant in s. Schrift: „Zum ewigen Frieden ", zur Sprache gebracht worden.allgemeinen Mittel zur Verwirklichung des ewigen Friedens, welche in Dorsch^gebracht worden, waren bald das politische Gleichgewicht, bald eineUniversalMss-archie, bald endlich ein allgemeiner Völkerverein oder Staptenbund, der durch ein-'"