Exaltation Exchequer 69tz
fortwährendes Congreß, als höchstes Dölkertribunrl, alle Streitigkeiten der Staa-ten schiedsrichterlich beilegen sollte. Da aber diese Mittel unzulänglich befun-den wurden, weil es dem ewigen Frieden auch bei Voraussetzung seiner poli-tischen Zustände an einer hinlänglichen Bürgschaft fehlen würde, so erklärtenAndre denselben geradezu für ein Hirngespinnst und traten wol gar als Ver-theidiger des Kriegs auf, wiefern derselbe ein zur Beförderung menschlicherBildung nothwendiges Übel sei. Die Vernunft muß indessen den Krieg immerals einen rechtlosen Zustand, der Leben und Wohlsein vieler Tausende zerstört,verabscheuen. Sie muß folglich immerfort die Idee eines ewigen Friedens als einerechtliche Federung an die Völker und Staaten aufstellen; sie wird aber schon zu-frieden sein, wenn die von ihr gefoderte Ewigkeit in der Wirklichkeit nur als einesehr lange Dauer des Friedens erscheint. (Vgl. Heilige Allianz.) !4.
Exaltation, Erhöhung des Gemüthszustandes, besonders aber krank-hafte Erregung, die über den normalen Lebenszustand hinausgeht; mag siephysischen oder psychischen Ursprungs sein.
Exantbeme, Hautkrankheiten mit Fieber verbunden, daher sie acute,hitzige Hautausfchläge genannt werden, um sie von den langwierigen, denensich das Fieber nur zufällig beigesellt (welche in der medieinischen KunstspracheUnjn-li^inr, genannt werden), zu unterscheiden. Die am häufigsten vorkom-menden sind Blattern, Masern, Röcheln, Scharlach, Frwsel, Blasenfieber, Nes-selfriesel. Eine jede hat ihre Eigenheiten, die auf die Entstehungsweise, auf dieBildung und Stellung der veränderten Erscheinungen in der Haut und in ihremVerlaufe gegründet sind. (Vgl. Hautkrankheiten, Blattern.)
Exarchat. Als Narses, der Feldherr des morgenländischen Kaisers Iu-stinian, die Gothen und ihre Verbündeten in Italien ganz besiegt hatte (552—54),behandelte Iustinian den mittlern Theil Italiens als eine Provinz des morgenlan-dischen KaiserthumS und ließ es durch einen Statthalter (Exarch), der s. Sitz mRavenna hatte, regieren. Aistulf, König der Langobarden, eroberte Ravenna unddas ganze Exarchen (752), aber der fränkische König Pipin nöthigte ihn (755), eszurückzugeben, und schenkte es dem Papst Stephan III. Seit dieser Zeit ist Ra-venna und sein Gelüst mit dem Kirchenstaate vereinigt geblieben. — Bei denheutigen Griechen ist Exarchus ein Abgeordneter des Patriarchen, welcher inden Provinzen herumreist und die Bischöfe und Kirchen visitirt.
E x c e l l e n z, ein Titel, den zuerst die longobardischen Könige geführt habensollen, und den sich, nach ihnen, mehre römische Kaiser, namentlich Karl d. Gr.,Konrad I., Friedrich I. w. beilegten. Späterhin ging er, besonders in Italien ,auf die kleinern Fürsten über, bis auch diese, nachdem Papst Urban VIII. , 1630,den Cardinälen die Eminenz ertheilt hatte, ihn gegen die Altezza vertauschten, umso mehr, da schon früher einige Gesandte vom ersten Range, zu Rom , sich densel-hen angemaßt hatten, seitdem ist, durch den allgemeinen Gebrauch, die Excel-lenz in einen Amts- oder Diensttitel umgewandelt worden, der sich in keinem Falleauf Kinder oder Verwandte übertragen läßt, mit dem Amte jedes Mal aufhört,und nur von wirklichen Ministern, von den ersten Hof- und Militairwürden, Am-bassadeuren und Gesandten (bevollmächtigten Ministern) geführt wird.
Expedition, Ausfiucht, besonders gerichtliche, s. Klagen und Ein-reden. — Exceptionsgesetze, s. Ausnahmegesetze.
Exchequer, der kdni^. Lehnhof in England, eins der 3 obersten Ge-richte in Westminster (s. England, Gerichtsverfassung). Es heißt so, seit Wil-helm dem Eroberer, von dem gleich einem Schachbret (franz.enlügnior) gewürfel-ten Fußboden, welches in verschiedenen Ländern, u. a. auch in der Normandie undfrüher im fränkischen Reiche, eine Auszeichnung des Saales für das höchste Gerichtder Pairs war. Daher hieß auch der oberste Gerichtshof P Rouen: Loliiguisr