896
Excominunication Exequien
>1» XormgniHe. — Exchequer - Dills, Schatzkammerscheine; Obligationen/zu deren Ausstellung das britische Finanzministerium durch ein Creditvotum-vom Parlanient ermächtigt wird. Sie sind nicht auf einen bestimmten Abzah,lungStermin gestellt; so lange sie laufen, tragen sie 3L Pence von 100 Pf. St/tägliche Zinsen (5 P^cent) und stehen gewöhnlich um ein Weniges besser als,baareg Geld, weil Banquiers und Kaufleute ihren Tassenbestand gern in diesemzinsentragenden Papiere halten. Die Zinsen sind aber nicht fundirt, sondern wer«!den aus den allgemeinen Einkünften entrichtet. Um nun den zu großen ArnvachSdieser Obligationen zu verhindern, deren Ausgabe ein nothwendiger Theil desMechanismus der britischen Finanzen ist, ruft der Staat alljährlich einen Theilderselben auf, um sie abzuzahlen, oder unter bestimmten Bedingungen in den Stockszu fundiren, d. h. in eine ständige Schuld zu verwandeln, deren Zinsen durch be-stimmte, dazu aufgelegte Abgaben gesichert sind. Wer sich diese Verwandlung nichtgefallen lassen will, kann, wenn ihn die Reihe trifft, baare Zahlung verlangen. !
Excominunication, s. Kirchenbann und Inkerdict.
Excussion, die Ausklagung des Hauptschuldners; daher beuelieiun,rxouiiionis, die Rechtswohlthat für Denjenigen, welcher sich für Jemand ^verbürgt hat, verlangen zu können, daß der Hauptschuldner zuerst ausgeklagtwerde. (Vgl. Bürgschaft.)
Execution, die Ausführung (z. B. einer Musik, f. Aufführung),Vollstreckung eines Urtheils im Civil-, und Criminalproceß, ferner auch Bei->treibung der Abgaben. — Executor, Vollstrecker, z. B. eines Testaments.!E.recutiv, vollstreckend, z. B. vollstreckende, ausübende Gewalt, im Gegen-satz der gesetzgebenden. — Executorialen (cxecutorialvr Ilttorae), Vollstre-ckung!«'. oder Beitreibungsbefehle.
Exegese (griech.), Erklärung, wird vorzugsweise von der Erklärung derheiligen Bücher gebraucht. Don der Erklärung andrer Bücher, oder «Schriftender Prosa,iscribenten, pflegt man das lateinische Wort Interpretation zu gebrau-chen. Ein Exeget ist ein gelehrter Schriftausleger, und exegesiren heißt über-haupt erklären, auslegen, dann aber besonders den Sinn der heiligen Schriftendurch Anwendung der Sprachkenntniffe und andrer Hülfsmittel entwickeln. IhrenPrincipien nach ist sie kirchliche, orthodoxe oder doctrinaire, und diese wieder theilsbuchstäblich (grammatisch), theils historisch, theils philosophisch. Die Wissenschaft,welche die Grundsätze der Auslegungskunst darstellt, kann man Exegetik nennen;indeß wird sie gewöhnlich mit einem andern aus dem Griech. entlehnten WorteHermeneutik genannt. Da die heiligen Bücher in einer fremden Sprache, vonVerfassern einer fernen Zeit und eines fremden Volks geschrieben sind, so leuchtetvon selbst ein, daß, um ihr Verständniß zu öffnen, nicht nur eine tiefe Sprachsünde,sondern auch eine Menge historischer, geographischer und antiquarischer Kenntnisseerfodert werde; und da die Kenntniß der christlichen Glaubens- und Sittenlehreaus den heiligen Büchern geschöpft werden muß, so ergibt sich, daß das ganzetheologische Studium von der Exegese ausgehe. Die berühmtesten Exegeten unterden Kirchenvätern waren Origenes, Chrysosiomus, Theodoret , Diodoruü vonTarsus und Hieronymns. Im Mittelalter, als man sich fast ausschließend an dieVulgata, d. h. an eine lateinische Bibelübersetzung hielt, welche allgemein im Ge-brauche war, und es den meisten Theologen an Sprachkenntnissen fehlte, ward dieExegese sehr vernachlässigt. Durch die Reformation aber ward dieses Studium vonNeuem belebt, und die letzten Jahrh, haben eine lange Reihe vorzüglicher Exege-ten, besonders in der protestantischen Kirche, hervorgebracht. dl.
Exequien, die Todtenfeier. Man versteht in der katholischen Kirche un-ter Exequien nicht sowol das Leichenbegängniß selbst, als vielmehr die feierlichenSeelenmessen, we'che (gewöhnlich einige Wochen darauf) für den Verstorbenen