Band 
Dritter Band. D bis E.
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Exhaustion Expansion 697

gelesen werden. Bei den Exeguien hoher, und besonders fürstlicher Personen,wird zugleich ein Trauergerüst errichtet, eine feierliche Musik aufgeführt (vgl.Requiem), die Kirche schwarz behängen u. dgl. m.

Exhaustion. Die alten Geometer waren mit den Kunstgriffen derHähern Analysis völlig unbekannt. Das Verfahren, welches sie statt derselbe»zur Vergleichung krummliniger Figuren, krummer Oberflächen und runderKörper anwandten, und welches darin besteht, die gedachten Größen vermit-telnd auf andre zu beziehen, denen sie zwar nicht bis zum Erschöpfen (exl>-,u-rire), aber doch so nahe gebracht werden können, daß der Unterschied kleinerals jede angebliche Größe wird, heißt das Exhaustion «verfahren. S.Maclaurin, „Über die Fluxionen", die Einleitung des Werks. Die Differential-rechnung gibt einen weit sicherern und raschern Weg an, zum Zwecke zu gelangen.

Exil, eine Strafe, wodurch Jemand genöthigt wird, die Stadt, Provinz,oder aucb das Land zu verlassen, wo er sich bis dahin wesentlich aufhielt, mithin einbürgerlicher Bann oder politische Verweisung. Sie bezog sich aufein Staatsverbre-chen. Die alten Freistaaaten exilirten aber zuweilen Männer um des bloßen Ver-dachts willen, daß sie der republikanischen Freiheit gefährlich werde» könnten. Hndiesem Falle war das Exil nicht Strafe, sondern Vorsichtsmaßregel. Diele kamendem richterlichen Ausspruche zuvor und exilirten sich selbst. (Dgl. Deportationund Verbannung.) BabylonischesExil, s. Hebräer und Juden.

Exorcismus (griech.), Beschwörung und Beschwörungsformel. Znder ältern Kirche herrschte die Meinung, daß gewisse Personen, namentlich ge-wisse Kranke, besonders Wahnsinnige und Epileptische, von bösen Geistern be-sessen wären. Über dergleichen Personen wurden Beschwörungsformeln ausgespro-chen, und diese Handlung nannte man Exorcismus. Es gab sogar eine eigneGattung von Gesellschaftspersonen, Exorcisten genannt, welche dieses Geschäftzu verrichten pflegten. Seit dem Z. Jahrh, ward die Meinung verbreitet, daßdie Heiden und Häretiker von bösen Geistern besessen wären, und daher kam es,daß der Exorcismus nunmehr mit der Taufhandlung verbunden ward. NachdemAugustinus's Lehre von der Erbsünde allgemeinen Eingang gefunden hatte, pflegteman ihn seit dem 5. Jahrh, auch bei der Kinderkaufe zu gebrauchen. Luther ließdiesen Gebrauch bestehen: die reformirte Kirche gab ihn frühzeitig auf; auch un-ter den lutherischen Geistlichen gab es schon im 16. Jahrh., zu der Zeit der kryp-tocalvinischen Streitigkeiten, viele, welche ihn mißbilligten. Dennoch dauerte erin der lutherischen Kirche bis auf die neuern Zeiten fort, obgleich man ihm einevernünftige Deutung gab, und erklärte, daß er nicht als eine Austreibung desSatans, sondern als ein Bekenntniß des angeborenen Verderbens und der Noth-wendigkeit der Erlösung zu betrachten fei. Er ist aber ein unschicklicher Gebrauch,welcher sich leicht dem Aberglauben nähern kann, und es ist daher sehr zu billigen,daß man ihn in den neuern Zeiten fast aller Orten abgeschafft hat. !>>.

Exoterisch, Exoteriker, s. Esoterisch.

Exotische Pflanzen, Gewächse, solche, welche einem von demlinsrigen ganz verschiedenen Boden und Klima angehören und daher meist nur inunsern Gewächshäusern fortkommen. Wenn es auch gelingt, sie zur Blüthe znbringen, erhält man doch selten Früchte, noch seltener reifen Samen davon. Nurnach und nach wurde es möglich, durch Sorgfalt und genauere Beobachtung ihrerNatur und Bedürfnisse einige zu acclimatissren oder einheimisch zu machen.

Expansion, Ausdehnung, Ausbreitung, Erweiterung; daher Expan-siv kraft, Ausdehnungskraft der Materie, vermöge welcher sie von ihrem Mittel-punkte aus einen Raum einnimmt, entgegengesetzt der Contraciivkraft oder zusam-menziehenden Kraft. Man unterscheidet an sich expansible Körper, wie Wärme-