Band 
Fünfter Band. H bis Jod.
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2 Haargefäße Habakuk

und ungefärbt, und gibt dem Haart dir große Dauer gegen die Einwirkung derLust und Witterung, sodaß es der Verwesung Jahrhunderte lang trotzt. Unterdiesem Überzüge liegen mehre äußerst feine Rohren dicht neben einander, welchenicht nur unter sich, sondern auch mit diesem m Verbindung stehe» und ei» auseiner flüssigen und einer weichen festen SubstanzbcstehcndesMark enthalten. Jeneist zähe und gibt dein Haare seine Farbe; diese ist ein unendlich seines Gewebe vonglänzende» Faser» , das aus der Zwiebel seinen Ursprung nimmt. Zwischen denHaaren der einzelnen Thiere findet eine außerordentliche Verschiedenheit statt, so-wol in der Länge, der Feinheit, der Farbe, der Biegsamkeit und Geschmeidigkeit,als auch m dem Bau. Bei den Pflanzen, besonders an dem Stängel, auf denBlättern, den Kelchen, den Blumenblättern und der Frucht finden wir gewisse,dem Haar ähnliche Fasern, an denen wir eine ebenso große Verschiedenheit wiean den Thierhaaren wahrnehmen. Einige verhärten sich zu Stacheln und gleichenden Borsten, andre sind glatt, fein und weich, noch andre gleiche» der Wolle ic.Auch sie sollen vermuthlich die zarte Dbelflache der Pflanze schlitzen, haben aber,wenigstens in vielen Fällen, noch die Bestimmung, die in der Lust enthaltenenund die Gewächse nährenden Feuchtigkeiten einzusaugen.

Haargesä ß e, Haargcfäßsystem, die letzten Endungen derSchlagadern, welche ihrer außerordentlichen Feinheit wegen mit einem Haare ver-glichen werden, und aus welchen, auf eine noch nicht gehörig bekannte Weise, dieAnfänge der Denen entspringen. Der Charakter der Arterie und der Vene ist da-her in diesem Haargefäßsyskem erloschen, aber die Ernährung der festen und dieBildung der flüssigen Theile geht in ihm vorzugsweise vor sich.

Haarröhren sind gläserne Röhren, deren Höhlung etwa den Durch-messer eines Pferkehaars oder wenig darüber hat, und die an beiden leiten offensind (welches eine unerläßliche Bedingung ist, weil, wenn das Röhrchen obennicht offen wäre, die eingeschlossene Luft sieb dem Versuche widersetzen würde).Stellt nran eine solche Röhre mir der untern Öffnung in eine Flüssigkeit, die aufGlas zerfließt, so steigt die Flüssigkeit darin auf und erhebt sich über das Niveauder äußern Flüssigkeit zu einer größer» oder geringern Höhe, nach Maßgabe derEnge des RöhrchenS und der Natur der Flüssigkeit. Solche Flüssigkeiten dagegen,welche auf dem Glase nicht zerfließen, steigen auch in der Röhre nicht aus; undQuecksilber z. B., welches unter sich stärker als mit dem Glase zusammenhängt,steht in der Röhre sogar niedriger, als außer derselben. Der Grund dieser merk-würdigen Erscheinung, welche in der Natur unzählig oft, namentlich bei demAufsteigen der Säfte in den Rohren der Pflanzen vorkommt, wird von den Phy-sikern in dem Gegenzuge zwischen den denkbar kleinsten Thcilchen der Materie, un-ter Voraussetzung einer gewissen Verwandtschaft der betreffenden Stoffe gesucht,deren Abneigung hingegen den umgekehrten Erfolg bedingt. Analytische Untersu-chungen darüber hat angestellt Laplace in s.1'lGnrle >l<? läioilnn capilü.iit.-" (Pa-ris 1866, 4.) und ,G>is>p>Iöinent" dazu (ebend. 1867, 4.), auch als Anhangzum 3. Bde. s.älceanigna c,Ic»ito". (Vgl. Adhäsion.)

Habakuk , ein jüdischer Prophet im letzten Jahrh, des Reichs Iuda, um666 v. Ehr., hat ein Gedicht von hohem lvrischem Schwünge hinterlassen. Klagenüber die schrecklichen Verwüstungen der Chaldäer in Iudäa und über den nahenUntergang dieses Reichs, Tröstungen und frohe Aussichten auf künftige Demü-thigung der Sieger und neues Glück der Juden sind der Inhalt desselben. DerGenius dieses Dichters erregt die Bewunderung Aller, die seine Schönheiten zufassen vermögen. Bei aller Kühnheit, Glut und Fülle seiner Einbildungskrafthat doch seine Sprache eine seltene Reinheit, und sein Versbau einen Wohllaut, derauch Denen, die nicht an das hebräische Idiom gewöhnt sind, fühlbar wird. Alleseine Worte sind Charakter und Leben, es gibt nichts Furchtbareres, wo er schrecken,