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Halem (L. W. C. v.) Halem (B. I. F. v.)
eibe. Ungern verließ H., schon ein Sechziger und Vater von 6 unerwachsenenKindern, seine Geburtsstadt und folgte dem Rufe als Rath im kaiserl. Appella-tionshofe zu Hamburg , wo er bei weit kostspieligerm Haushalt eine verringerteBesoldung bezog. Als die sranz. Zwingherrschaft über das nordwestliche Deutsch-land gebrochen ward, harke H. das Glück, noch vor der Einschließung Hamburgs nach Eutin , dem Haupiorte des Fürstenthums Lübeck, dessen Besitz dem Herzogevon Oldenburg geblieben war, zu entkommen, wo er dem Genusse häuslicher Freu-den und den Wissenschaften lebte. Bei der Rückkehr des Landesfursten aus Ruß-land ward er als erster Rath und Dirigent der einmische» Landesregierung ange-stellt. Dieser kleinere Geschäftsumfang sagte dem schon alternden Manne voll-kommen zu und gab ihm Muße zu literarischen Arbeiten, deren Hauptgegen-stand die Geschichte von Wagrien war. Insbesondere machte ihm die Anordnungseiner beträchtlichen Biblothck, die er im Schlosse zu Eutin aufstellen ließ, vieleFreude. Der Herzog hakte sie gekauft, ihm aber den Gebrauch derselben auf Le-benszeit gestattet. Noch an seinem Todestage (4. Jan. 1819) hatte er die zu derBibliothek führenden 84 Stufen erstiegen; als er aber Abends an einem Freun-descirkel Theil nahm, fühlte er sich unwohl und ging nach Hause, wo er seinerGattin und dem Arzte mit aller Fassung seinen Tod verkündigte, und bald mitdem Ausrufe: „Es ist vorbei!" ohne alle Zuckung todt in die Arme der geliebtenGattin sank. Er starb an einer Anhäufung von Wasser am Herzen. — H. war
3 Mal verheiraihek: im M. Jahre s. Alters inu der Stiefschwester seine, Mutter.Nach anderthalb Jahren trennte der Tod diesen Bund. Im 48. slahre heiralheceH. seine zweite Gattin, die ihm 10 Kinder gab; nach ihrem Tode wurde ihreSchwester die Gefährtin seiner letzten Lebensjahre.
Halem (L. W. E.von), geb. zu Oldenburg 1459, ward auf dem dortigenGymnasium für die philologischen Studien gebildet, denen er sich auf Akademienvorzugsweise widmete. Nach mehrjährigem Aufenthalte im Auslande ernannteihn der Herzog 1484 zu seinem EabinctSseererair und überwog ihm, nach demAnkaufe der Brandes'schen Büchersammlung aus Hanover, die Stelle eines Bi-bliothekars. Nach der Rückkebr des Henogs aus Rußland , 181t, trat H. mitdem HofrarhSkitel in seine Stelle wieder ein und ward mit der Herausgabe einesadministrativen Amtsblatts, sowie auch einer politischen Zeitung beauftragt.Schon früher hatten seine „Bibliographischen Umerhaltunge»" (LBtebn.) Beifallgefunden. Geschäftstrang hielt ibn von der Fortsetzung ab. Seine liefe Kundeder Geschichte und des Geistes der Maurcrei vereinigte ibn aufs innigste mu Schrö-der in Hamburg . Noch jetzt ist er eins der thätigsten Mitglieder der von seinemBruder gestifteten oltenburg. litcrar. Gesellschaft. Auch war er einer der erstenStifter und ist jetzt erster Secretair der am 1. Mai 1818 errichteten oldenburgi-schen Landwirkhschaftsges llschaft, von deren Verhandlungen die von »hm herausg.„Oldenburgischen Blätter" regelmäßig Nachricht geben.
Halem - Ilksen (B. I. F.vo»), geb. zu Oltenburg 1468, verlor, kaum
4 I. alt, seinen Vater, und verdankte seine frühere Bildung großencheils seinem äl-testen Bruder, der ihn zum akademischen Rechrsstudium vorbereitete. Nach seinerRückkehr von den Universitäten Jena u. Gerungen ging er nach Berlin , wo er alsKriegsrath in einer administrativen Behörde angestellt wart. Nach 3jähr. Dienstenahm er seine Entlassung, weil ibn Privatangelegenheiten in die Heimath zurück-riefen. Hieraufbereiste er Holland , die Niederlande und -einen großen Tbeil vonDeutschland u. Frankreich. Die Epoche des Friedens von Amiens veranlaßte ihnzu einem länger» Aufenthalt in Paris , wo er durch den preuß. Gesandten, MarcheseLucchesini, dem ersten Eonsul vorgestellt ward. Nach 3jähr. Privatleben solare H.dem Rufe als herzogl. oldenb. LandgerichtSasscssor, welchen Posten er zu Neuen-burg und zu Delmenhorst 13 Jahre lang bekleidete. Nach der sranz. Besitznahme