Band 
Fünfter Band. H bis Jod.
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Infamie Infantado

tet, auf welchem ihr Bild milder Königskrone auf dem Haupte zu sehen war. DieGeschichte der unglücklichen Ines hak mehren Dichtern verschiedener Völker Stoffzu Trauerspielen gegeben (unter den Deutschen dem Grafen v. Soden); am schön-sten aber hat die Muse der portug. Dichtkunst selbst sie durch den Mund Camoens's verewigt, in dessen berühmter „Lusiade " die Geschichte ihrer Liebe eine der herrlich-sten Episoden bildet. II.

Infamie (aus dem Lat.), Ehrlosigkeit, Verlust der bürgerliche» Ehre. Diesekann in einer rechtlichen Verfassung nur durch gesetzwidrige, den Bürger wahrhaftentehrende Handlungen verloren gehen, und als Folge dieses Verlustes muß sie denVerlust der WraatSämter und Würden, die Unfähigkeit, ein vollgültiges Zeugnißabzulegen, nothwendig »ach sich ziehen. Hier und da geht mit der bürgerlichen Ehreauch die Lehnsfähigkeit, ein Theil des Erbrechts, in gewissen Fällen auch Standes-rechte, das Recht, gewisse Gewerbe zu treiben, ja selbst das Recht eines sogenanntenehrlichen Begräbnisses ic. verloren. Die Infamie ist entweder die Folge ehrloserHandlungen vermöge der öffentlichen Meinung (inlämia k-icti), oder durch Gesetzeund Richterspruch ausdrücklich erklärt (ink. juiis). — Infam, ehrlos, insbe-sondere der bürgerlichen Ehre verlustig. — Inlami.i notntus wird von Dem-jenigen gesagt, der wegen gesetzwidriger Handlungen für ehrlos erklärt ist. Luminlämü, relegirt werden, heißt so viel, als mit Schimpf und Schande oder mitVerlust der Ehre von hohen Schulen verwiesen werden. — Infa ma tion, dasEhrlosmachen. — Infamiren, unehrlich machen, für ehrlos erklären; auchverleumden, verlästern, verschreien.

In fa n t (a. d. Lat., wörtlich das Kind), der Titel, den in Portugal undSpanien vorzugsweise die Prinzen des königl. Hauses, mit Ausnahme der Kron-prinzen, erhalten. Sämmtlichen Prinzessinnen wird an gedachten Höfen der TitelIn sank in beigelegt.

Infantado (Herzog v.), Grand von Spanien der ersten Classe, geb. um1773, ward unter den Augen seiner Mutter, einer Fürstin von Salm-Salm ,in Frankreich erzogen. Im Kriege 1793 warb er in Catalonien ein Regiment aufseine Kosten. Der Prinz von Asturien schloß sich ihm näher an, weil der Herzogsich von dem Günstlinge des Königs, Godoi, entfernt hielt. Dieser wirkte daher1806 einen Befehl aus, nach welchem der Herzog Madrid verlassen mußte. Hier-auftrat er 1807 mit dem Prinzen (s. Ferdinand VIl.) in engere Verbindungund ward von ihm, aufden Todesfall des Königs, zum Generalcapitain von Neu-castilien bestimmt. Dies verwickelte ihn in den Proceß vom Escorial , wo derGeneralprocurator des Königs auf die Todesstrafe gegen den Herzog und Escoiquizantrug, die man aber bei den Gesinnungen des Volksund bei der Verwendung desfranz. Gesandten, BeauharnaiS , nicht auszusprechen wagte. 1808 begleitete derHerzog den König Ferdinand VII. nach Bayonne . In der Folge unterzeichnete eram 7. Juli 1808 die Constitution, welche Napoleon in Bayonne für «Spanien bestimmt hatte, und trat als Oberster in die Garden des Königs Joseph; alleinbald legte er seine Stellen nieder und foderte die Nation auf, die Waffen gegenFrankreich zu ergreifen, weßhalb ihn Napoleon den 12. Nov. 1808 als einen Ver-räther ächtete. 1809 befehligte er ein span. Armeecorps, ward aber von Seba-stian! 2 Mal geschlagen. Ungeachtet seiner Tapferkeit verlor er das Vertrauen derobersten Junta, die ihm den Oberbefehl nahm. Er ging darauf nach Sevilla . 1811ernannten ihn die Cortes zum Präsidenten des Rathes von Spanien und Indien und gaben ihm eine außerordentliche Sendung an den Prinzen-Regenten von Eng-land. Im Juni 1812 kam er nach Cadiz zurück. Don hier begab er sich 1813,als die Franzosen abgezogen waren, nach Madrid , mußte aber, auf Befehl derJunta, diese Stadt verlassen, weil er zu den Häuptern derjenigen Partei gehörte,die man Serviles nannte. Allein Ferdinand Vll. berief den Herzog zu sich, er-Conrcrsativns'Lericvn. Bd. V. 34