10 Kalliope Kalmücken
das Haupthaar der Berenice hat sich in Catull's lateinischer Übersetzung erhalten.K.'s Gedichte tragen den Stempel ihres Zeitalters, in welchen« man den Mangelder natürlichen Genialität durch prunkende Vielwisserei zu ersetzen suchte. Stattedler, eiissacher Größe zeigen sich Künstelei und Überladung, ein falsches Pathosund ein Wtreben zum Seltenen, Veralteten, Gelehrten. Seine Elegien werdenvon den Alten mit großem Lobe erwähnt, und dienten dem Proper; zu Mustern.Die beste Ausgabe des K. ist von I. A. Ernesti (Leyden 1761, 2 Bde.), in wel-cher sich, wie in der Ausgabe von Grävius (Utrecht 1697, 2 Bde.), auch Span-heim's gelehrter Commentar findet. Man verbinde damit „lr!e-fi.>rn,i> l,.,^-inent-l" von Valckenaer (Leyden 1799), deutsch von Ahlwardt (Berlin 1794),von Schwenk (Bonn 1821).
Kalliope , eine der neun Musen (s. d.). In der einen Hand hält sie eineTuba, in verändern ein Heldengedicht; Blumen und Lorberkränze schmücken ihrHaupt. Doch ist die Beziehung dieser Muse auf das Epos oder Heldengedichtspätern Ursprungs.
KallipygoS,s. Venus.
Kallisto, eine Nymphe der Diana, Tochter des arkadischen Königs Ly-kaon. Jupiter liebte sie, daher sie von der eifersüchtige» Juno in eine Bärinverwandelt, von jenem aber unter die Sterne versetzt wurde, wo sie noch alsgroßer Bär glänzt. ,
Kalmäuser, Andächtler, Kopfhänger. Peter Damiani (s. Geiße-lungen) hatte den Einsiedlern von Cainaldoli auf den Apenninen eine stren-gere Zucht gegeben, wodurch dieser Orden in den Ruf besonderer Heiligkeit kam.Wie diese Heiligkeit selbst, artete in der Folge auch das der deutschen Volksspracheminder geläufige Wort Camaldulenser in Kalmäuser aus. X.
Kalm ü ck e ,! (Olot, Eluths, Elurhen), der merkwürdigste Zweig des mon-golischen Völkerstammcs. «Lue selbst bekaupten, ihre älteste» Wohnsitze zwischendem Koko-Noor (blauen See) und Tibet gehabt zu haben. Lange vor DschingiS-Khan soll dieses Volk gegen Westen bis nach Kleinasien einen Heereszug gethanund sich dort und um den Kaukasus verloren, der Überrest aber, welcher in der gro-ßen Tatarei zurückgeblieben war, von seinen tatarischen Nachbarn den NamenKhalimik (Abtrünnige) erhalten haben. In der That nennen sich die Kalmückennoch heutzutage Khalimik, obgleich Olot, welches Dasselbe bedeutet, noch immerihre eigenthümliche Benennung ist. Sie theilen sich, wenigstens seit der Zerrüt-tung des mongolischen Reichs, in vier Hauptzweige, die sich Khoschot, Derbet,Soongar und Torgot nennen. Der größte Theil der khoschotischen Kalmücken hatsich in und um Tibet und am Koko-Noor erhalten, und soll nach der Zerstörung dersoongarischen Kalmücken unter chinesischem Schutze geblieben sein. Der kleinereTheil dieses Stammes war schon lange zuvor an den Irtisch gezogen, und geriethendlich unter die Herrschaft der soongarischen Horde, mit welcher er an den Kriegengegen China Theil nahm, aber auch zugleich mit derselben zerstreut wurde. Dieunter chinesischer Hoheit noch jetzt vereinigte Horde der Khoschoten (Krieger, Hel-den), ein Name, den sie durch ihre Tapferkeit unter Dschingis'S Anführung erwor-ben haben, wird auf 50,900 Köpfe geftbäht. Da auch ihr Fürstenstamm seinenUrsprung unmittelbar von des großen DschingiS Bruder ableitet, so behaupten sieaus beiden Gründen den ersten Rang unter den kalmückischen Etämmen. Ein ge-ringer Theil derselben, etwa 18,000 Familien, hat sich 1759 an derWolga nieder-gelassen und freiwillig die russ. Oberherrschaft anerkannt. Die soongarischen Kal-mücken machten bei der Zersplitterung des mongol. Reichs mit den Derbeten nureinen Stamm aus, der sich späterhin unter zwei uneinigen Brudern aus ihrer Für-siensamilie theilte. Diese Horde machte sich im 17ten und zu Anfange des I8tenJahrh, einen großen Theil der übrigen kalmückischen Stämme, besonders die Kho-