Kälte Kalydon 11
schot, Derbel und Choit, unterwürfig und führte mit den Mongolen sowol als mitdem chinesischen Reiche blutige Kriege, welche sich mit ihrer gänzlichen Unterjo-chung und Zerstreuung endigten. Sie galt für die tapferste, reichste und mäch-tigste Horde. Die derbetischen Kalmücken, welche ihre Weideplätze anfänglich inder Gegend des Koko-Noor hatten, zogen von da wegen der mongol. Unruhen gegenden (ss'tisch, und theilten sich in zwei Haufen. Einer derselben vereinigte sich mitden Soongaren, und ward mit diesen am Ende aufgelöst; der andre ließ sich amUral, Don und an der Wolga nieder, und ein großer Theil derselben vereinigte sichdaselbst mit den Torgvten, trennte sich aber nachmals wieder von denselben. Dietorgoiischen (wolgaischen) Kalmücken scheinen sich später als die übrigen kalmücki-schen Zweige zu einer besondern Horde gebildet zu haben. Gleich anfangs trenn-ten sie sich von den unruhigen Soongaren und ließen sich an der Wolga nieder,weßhalb sie von den Russen, denen sie sich bereits 1616 unterwarfen, die wolgai-schen Kalmücken genannt werden. Als aber der Druck der russ. Regierung eineUnzufriedenheit unter ihnen erregt hatte, zogen sie 1170 in die Soongarei zurückund begaben sich unter chinesischen Schutz, wo man jedoch gleich anfangs strengeMaßregeln gegen sie nahm. Alle diese verschiedenen Stämme standen ehemals oderstehen noch jetzt unter ihren eignen Khans, die der Regierung, unter welcher dieHorde lebt, nur mittelbar durch Tribut Unterthan sind. Auch gibt es eine Eoloniegetaufter Kalmücken, denen die russische Regierung besonders im orenburgischenGebiete der Statthalterschaft Ufa ein fruchtbares Gebiet nebst der StadtStrawro-pol eingeräumt hat. Noch ist in eben der Statthalterschaft eine kleine Eoloniemohammedanischer Kalmücken vorhanden, die aus einzelnen Proselyten, welchedie Kirgisen gemacht und unter sich aufgenommen haben, entstanden ist.
Kälte, oder Mangel an Wärme, ist ein real verneinender Begriff. Durchalle Mittel, welche den Körpern Wärme entziehen, kann Kälte hervorgebracht wer-den, und alle Erscheinungen, welche die Kälte darbietet, lassen sich aus einer blo-ßen Privation des Wärmestoffs erklären, daher es jeder echten Nakurforschung ent-gegen sein würde, einen besondern kaltmachenden Stoff, wie ältere Naturforscher,z. B.Musschenbroek und Meiran, und unter den neuern namentlich Leslie, Pictet ,und ganz kürzlich auch Kastrier gethan haben, anzunehmen. Da wir nicht vermö-gend sind, einen Körper absolut vom Wärmestoffe zu befreien, so bleibt der Begriffder Kälte hiernach ein relativer; und der wahre Nullpunkt des Thermometers istalso unbekannt. — Die stärksten beobachteten Grade der natürlichen Kälte in un-sern Ländern erstrecken sich nicht weit unter den Nullpunkt des Fabrenheik'schenThermometers (fast— 15° nach Räaumur): indem durck seine Strenge bekann-ten Winter 1740 war der tiefste Stand des Fahrenheik'schen Tbermometers zuWittenberg — 10°. Weit stärkere Grade der Kälte wurden von Reisenden in nörd-lichern Ländern, z. B. in Sibirien , beobachtet. Die künstlichen Mittel zur Kälte-erzeugung vermögen sogar ein Gefrieren des Quecksilbers und andre überraschen-de Erscheinungen hervorzubringen. (Vergib Eis, künstliches.) Neue Beobach-tungen- und Untersuchungen enthalten Pictet'S „Versuche über das Feuer" (ausd. Franz., Tübing. 1790) und Leülie's „4ceonnt <il' experimenti? >ley<'»0 > NANN ibn rrl,,t. ol'.'ür In beul !,,nl inmetnik" (Edinb. 1813). Kastner stellt seineAnsicht in der von ihm besorgten 6. Anst. von Gren's „Naturl." (Halle 1820) dar.
Kalydon, eine uralte Stadt AewlienS, berühmt durch den König L)e-neus, den kalndonischen Eber, die Demnira und den Hercules. Als Oeneus,so erzählt die Mythe, einst allen Göttern ein feierliches Hpfcr gebracht, dabei aberDianen vergessen hatte, sandte diese aus Rache einen furchtbaren Eber, der dieFluren und Gärten verwüstete. Um dieses Ungeheuer zu erlegen, berief Melea-ger, des DcneuS Sohn, die tapfersten Helden Griechenlands , den Theseus, Ia-son, Nestor u. A. Keiner konnte ihn todten, und mehre kamen um. Endlich