40 Äapnist Karamsin
Ka P nist (WassilWassiljewitsch), k. russ. StaatSrath, Mitglied der Aka-demie u. a. gelehrten Gesellsch., einer der ersten lyrischen Dichter Rußlands , geb.1156, wetteiferte mit seinem Freunde und Anverwandten, dem gefeierten Oden-dichter Derschawin (s. d.). Er übersetzte mit Beifall den Horaz, mit demer einige Ähnlichkeit im Geiste seiner Poesie» verrieth. Die Sammlung seinerWerke erschien zu Petersburg 1806: „Lyrische Gedichte von Wassil Kapnist".Außerdem hat er eine Komödie: „Iabeda" („Die Chicane"), 1109, und eineTragödie: „Antigone", 1815, geschrieben. Seine in franz. und russ. Spracheherausgegebene Beurtheilung von Homer'S Odyssee ist zum Theil auf Hypothesengebaut, mehr scharfsinnig als gründlich. Seine Oden haben nicht das Leichteund Kühne, wodurch die Oden des Derschawin sich auszeichnen, aber einen Reizandrer Art. Reinheit des StylS, Gedankenreichthum, und eine gesunde, mittiefem, wahrem Gefühl verbundene Philosophie, sind die charakteristischen Zügeseiner Dichtungen. Vor einigen Zähren zog er sich auf sein Landgut Obuchowka(in Kleinrußland) zurück, wo er in der Einsamkeit sich und den Musen lebte. Erstarb daselbst den 28. Oct. 1823 im 61. Jahre seines Alters.
Kappadocien, im Alterthum eine der ansehnlichsten Provinzen Asiens ,die einst ein berühmtes Königreich war und westlich an Lykaonien , südlich an Cili-cien und Eyrien, östlich an Armenien , nördlich an den PontuS grenzte. Im per-sischen Zeitalter begriffKappadocien alle Länder zwischen dem Halvs und Euphrat .Durch erster» Fluß wurde es von Phrygien und Paphlagonien, durch letzter» vonArmenien getrennt. Mithin war auch das nachherige PontuS darunter begriffen.Die Perser hatten es (nach Strabo ) in 2 Satrapien getheilt, welche den NamenGroß-Kappadocien (das nachherige eigentliche Kappadoc-en) und Klein-Kappado-cien (dos nachherige PontuS) führten. Diese Eintheilung wurde jedoch nicht im-mer streng beobachtet. Die persischen Satrapen (Statthalter) regierten späterhinunter dem Titel von Königen, und machten sich zuweilen unabhängig. Als Zre-nophon seinen berühmten Rückzug unternahm, standen, wie es scheint, beide Kap-padocien unter dem MithridateS, der an des jünger» CvruS Empörung Theil ge-nommen hatte, aber sein Land behielt, und nach der Niederlage des Cyrus wiederabhängig von dem persischen Könige ward. Groß-Kappadocien war ein schlechtangebautes, von der Natur wenig begünstigtes Land, dessen Steppen meist nur zuWeiden für die Schafe taugten. Das Klima war rauh, und da es an Holz fehlte,so waren die Wohnungen der Einwohner niedrig und schlecht. Selbst die Hauptst.Mazaka glich mehr einem Lager als einer Ltadt. Die Kappadocier, welche zumUnterschiede von den Syrern, mit denen sie eine ähnliche Sprache hatten, auch Leu-kosyri (die weißen Syrer) hießen, galten für dumm und tückisch.
K a p u d a n-P a sch a, bei den Türken der Großadmiral der Flotte. Er istein Mitglied des DivanS und bekleidet seine Stelle gewöhnlich nur ein Jahr. SeinHauptgeschäft besteht darin, daß er im Sommer mit einem Theile der türk. Flottenach dem Archipel segelt, theils um dieselbe im Seedienste zu üben, theils um dieAbgaben aus den dortigen Provinzen einzutreiben. Er führt 2 — 3 Roßschweise.
Kara > ten (von Kara, Schrift) heißen bei den Jsraeliten Diejenigen, wel-che die Tradition des Talmud verwerfen und sich bloß an den Buchstaben der Schrifthalten, im Gegensatze der Rabbaniten (s. d.). Man findet KaraVten in Ägyp-ten, der Krim, bei Cherson, in Dolhynien, Lithauen, Galizien . Sie sind arm, arbeit-sam, großentheils Fuhrleute, und es gibt unter ihnen wenig oder keine Verbrecher.
K aramsin (Nikolai) war seit 1803 k. russ. Reichshistoriograph und seit1824 wirkl. EtaatSrath. Geb. 1165 im Gouvernem. Simbirsk, erzogen zu Mos-kau im Hause des Pros Schaden, trat K. in Militärdienste und reiste von 1180— 91 durch Mitteleuropa . Er wird von Vielen für den vorzüglichsten Original-prosaiker Rußlands gehalten. Von s. „Geschichte des russ. Reichs" waren 1824