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Sechster Band. K bis L.
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Kapitairis Kaplan

Qiiicell-ni,^ ^caac.i, ii), welcher der Finanzminisier Englands ist. Auch Irland hat seinen besondern Reichskanzler. In den deutschen Staaten fing man um dieMitte des 15. Jahrh, an, Kanzler zu bestellen, deren Geschäftskreis sich sehr ver-schieden ausbildete, doch am häufigsten mit dem Amt eines Präsidenten der HähernGerichts- und Regierungsbehörden verbunden wurde. In Baiei n z.D. war einGehennerrathskanzler, ein Hofkanzler, ein Lehnskanzler, und noch in den verschie-denen Provinzen ein Regierungskanzler. König Friedrich 11. von Preußen errichteteeinige Jahre nach s. Regierungsantritte (1141) die Stelle eines GroßkanzlerS undtlliei'ile justioe für den berühmte» Samuel v. Cocceji, welchem er eine durchgrei-fende Reform des Iustizwesens übertragen hatte. In dieser Würde folgten demsel-ben de Iariges, v. Fürst, v. Carmer, v. Goldbeck und Deyme, worauf sie wiedereinging, indem für den Fürsten v. Hardenberg die nach dessen Tode noch nicht wiederbesetzte Stelle eines Staatskanzlers (Präsidenten des Ministeriums und StaalS-raths) geschaffen worden war. In der östreich. Monarchie bestehen 3 Hofkanzleien:1) die kaiserlich-königliche, an deren Spitze ein oberster Hofkanzler und 3 Hoskanzlerstehen: der böhmisch-galizische, der lombardisch-venetianische und der östreichisch-illyrische; 2) die ungarische und 3) die siebenbürgische. Die Würde eines geheimenHof- und Staatskanzlers, welche einst der Fürst Kaunitz so lange bekleidete, ist nachlanger Unterbrechung wieder mit dem Fürsten Metternich besetzt. 31.

Kapitanis oder K a p a t a n s, die erblichen Häuptlinge, welche sich inde» Bezirk Diaina (das Bergland der altenMessenier) getheilt haben. Sie übtenwährend der türkischen -Oberherrschaft ei«e willkürliche Gerichtsbarkeit, ohne alleVerantwortlichkeit, aus. Mit dem Bei, den sie a»S ihrer Mitte wählten, bildetensie eine Art von großem Rath. Der Bei besorgte bloß die Zahlung des Haralschoder Kopfgeldes an die Türken, und vertrat das Land in den Unterhandlungen mitdem Pascha. Gewöhnlich waren die Kapikanis kühne und zügellose Räuberanfüh-rer, welche einzeln in ihren unzugänglichen Felsen hausten und den Türken, wieihren Nachbarn, trotzten. Nur wenn ein allgemeiner Widerstand gegen die Türkennothwendig ward, vereinigten sich die Kapikanis, außerdem lebten sie unter sich inbeständiger Fehde. Aus dieser wilden Oligarchie sind die meisten Heerführer derNeugriechen hervorgegangen, wie Kolokotronis, OdvffeuS, Nikitas (der Turko-phage) u. A. Die Palikaris oder die hellenischen Krieger (auch Klephtis, d. i. Räu-ber, genannt) folgten den Befehlen dieser Kapikanis nur so lange sie Vertrauen undGlück hatten. Der französ. Oberst Doutier hat von ihnen interessante Nach-richten mitgetheilt.

Kaplan ist der Name mancher, sowol an kathok. als protest. Kirchen ange-stellten Geistlichen. In der protest. Kirche führt noch hier und da derNachmittagg-prediger, welcher sonst gewöhnlich Diakon genannt wird, den Namen Kaplan, be-sonders dann, wenn er noch nebenbei Prediger an einer nahe gelegenen Dorskircheist. Den Ursprung dieses Namens gibt man gewöhnlich so an: der BischofMar-tin (s. d.) soll ein Gewand, eine Kappe, getragen haben, von welcher man Wun-derkräfte rühmte, und welche man daher nach seinem Tode in einem besondernHause aufbewahrte, welches von dieser Kappe raiiell-, (Kapelle), und Derjenige,welcher bei dieser Kapelle angestellt war, um Schaulustigen diese Kappe zu zeigen,Kaplan genannt wurde. Karl der Große soll des St.-Martin's Chorkappe unterden Reliquien gehabt und eine St.-Martins-Kapelle in der Gegend, wo nach-her Fürkh entstand, angelegt haben. Auch zu Nürnberg und Altenfnrt solldieser Kaiser solche Kapellen erbaut haben. Eine andre, weniger wahrschein-liche Ableitung leitet dieses Wort zwar auch von ca,,ell.-» ab, läßt dasselbeaber die Kapsel bedeuten, in welcher die ersten Miffionnairs das zum Abend-mahlauStheilen Erfoderliche trugen, welche daher auch Kaplane (Capelläne)genannt worden wären. 11.