Band 
Sechster Band. K bis L.
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Karl X. (König von Frankreich )

grauten abzuhelfen. Da Rußland die Absenkung eines Hülfscorps erwarten ließ,so ging der Graf v. A. von Hamm über Kuxhaven im Juli 1196 nach England,schiffte sich hier auf dem Geschwader des Commodore Warren ein und landete aufder >><--l)ii'u, den 29. Sept. 1198, indem er den Häuptern der Vendöe Hülse zubringen glaubte. Allein Nachrichten aus England, daß das russ. Hülfscorps nichtkommen werde, bestimmten ihn, sich wieder einzuschiffen. Er kehrte nach Englandzurück und lebte seitdem auf dem Schlöffe zu Etinburg. 1199 verließ er Schott-land, un> sich zu dem Corps des Prinzen Corde bei der ruff. Armee in der Schweiz zu begeben; allein auf die Nachricht von Korsakosss Niederlage und SuivarossSRückzüge kehrte er nach England zurück. Nach dem Frieden von Amiens lebte erwieder zu Edinburg. Bei der Erneuerung des Kriegs (1893) kam er nach London ,und seit 1809 nahm er seinen Aufenthalt auf dem Schlöffe zu Hartwell, das Lud-wig X VIII . gekauft hatte. 1813 begab er sich auf das feste Land, um die Folgendes Einrückens der verbündeten Heere in Frankreich zu erwarten. Darauf ging erselbst ini Febr. 1814 über den Rhein und befand sich in Vesoul , als ihn die deßhalbzu Chatillon von dem Herz. v. Dicenza erhobene Beschwerde veranlaßte, sich zurück-zubegeben. Nach Napoleons Abdankung aber kündigte er sogleich, als General-lieutenant des Königreichs, in Nancy dem franz. Volke „den Triumph der Freiheit,die Herrschaft des Gesetzes, die Aufhebung der Conscripkion und der vereinigtenGefalle, und gänzliche Vergessenheit des Vergangenen" an. Den 12. April 1814hielt er seinen Einzug in Paris und übernahm nun die höchste Gewalt bis zur An-kunft des Königs Ludwig XVIII. , in dessen Namen er am 15. April dem Prä-sidenten des Senais erklärte, daß der König, sein Bruder, die Grundlagen derVerfassung — Repräsentation in zwei Kammern, persönliche Freiheit, Freiheitder Presse und andere Rechte, für die man (p lange gekampft habe — anerkenne.Nun traf er sogleich die nöthigsten Abänderungen. Er ließ das päpstliche Archivund andre von Napoleon aus Rom weggeführte Gegenstände dem heil. Vater zu-rückgeben; die Prevotalgerichrsböfe, die Zollgerichte und ein Theil der vereinigtenGefalle wurden aufgehoben. Indeß stellte man später die Prevotalgerichte(s. d.) auf zwei Jahre wieder her. Dann unterzeichnete er den Waffenstillstandvom 23. April, durch welchen Frankreich 53 von franz. Truppen besetzte Plätze, 51Linienschiffe und 12 Fregatten aufgab. Ludwig XVIII. ernannte ihn zum Gene-ralobersten der franz. Nakionalgarde und der Schweizer . Monsieur bereiste hier-auf die südlichen Departements, Lyon, Marseille und Avignon . Als die Nach-richt von Napoleons Landung in Frankreich zu Paris ankam, begab sich Monsieursogleich nach Lyon , wo er aber am 8. März eine solche Stimmung fand, daß er-kiese Stadt, von einem einzigen Cavalerieofficier begleitet, bald verlieh. In Paris begleitete er am 16. März den König in die Kammer der Deputieren und schwor„im Namen der Ehre Treue dem Könige und der Charte". Da man Paris nichtvertheidigen konnte, folgte er nebst dem Herz. v. Berry dem Könige in die Nieder-lande . Nach der Rückkehr desselben am 1. Juli 1815 nahm er den Vorsitz in derWahlversammlung der Hauptstadt, wodurch er sich die allgemeine Zuneigung er-warb. Bei der Eröffnung der Kammer am 7. Oct. erneuerte Monsieur, sowie allePrinzen, den Eid der Treue für die Charte. Dann nahm er an mehren Geschäftender PairSkammer, als Vorstand eines Bureau, Theil; seit einigen Jahren abermachen die franz. Prinzen von ihrem Sitz- und Stimmrechte in der Kammer keinenGebrauch. Auch legte er 1818das Commando der Nationalzarde nieder. Er warübrigens der Stifter und der Verleiher der Auszeichnung der Lilie. Insbesondereschien sich an ihn oder an seine Umgebung die Partei der Ultraroyalisten und derUltramontanen anzuschließen, und er war in der letzten Zeit der Regierung Lud-wigs XVIII. nicht ohne wichtigen Einfluß auf den Gang der öffentlichen Angele-genheiten und auf die Ernennung der Minister. — An dem Todestage s. Bruders,