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Kar! U. (König von England)
Seine ersten Verfügungen gewannen ihm Aller Herzen. Er zog ohne UnterschiedRoyalisten und Presbvkerianer in seinen geheimen Rath. Der weise und tugendhafteHyde, Gras von Clarendon, ward Kanzler und erster Minister. Man machte eineallgemeine Amnestie bekannt, sicherte der Krone ein festes Einkommen, entließ dasHeer größtentheils, stellte die bischöfl. Würde wieder her und beschränkte die PreS-bvterianer. Aber bald brachte die leichtsinnige Denkart des charakterlosen Karl, ver-bunden mit seiner Verschwendung, Verwirrung in die Finanzen. DerDerkausDün-kirckens an Frankreich war eine Folge dieser Verlegenheit. Ludwig X I V. sehte ihm,um ihn ganz in sein Interesse zu ziehen, ein Iahrgeld aus, weßhalb man in Englandsagte, Karl II. sei der Dicekönig Ludwigs XlV. Der mit den Niederlanden 1664begonnene und vom Parlament aus Handelsrücksichten mit Eifer unterstützte Kriegward anfangs glücklich geführt, erregte aber die Eifersucht Frankreichs und Däne-marks, welche sich mit Holland verbanden. Dadurch gewannen die feindlichen Streit-kräfte eine solche Überlegenheit, daß eine holländische Flotte unter Ruyter 1667 indie Themse eindrang und zu Chakani Schiffe verbrannte. Außerdem traten andreUnglücksfälle ein. 1665 u. 1666 ward London von der Pest und in letzterm Jahreauch durch eine große Feuersbrunst heimgesucht. 1667 ward mit Holland der Friedezu Breda geschlossen. Bald darauf trat Clarendon, dessen unerschütterliche Tugenddem König und dem Hofe mißfiel, aus dem Ministerium. Eine Tripelallianz 1668zwischen England, Holland u. Schweden , um den ehrgeizigen Planen Ludwigs X I V.Einhalt zu thun, machte den Talenten William Temple'S, der sie unterhandelte,Ehre. Trotz seiner Fahrlässigkeit zeigte Karl viel Neigung zur Willkür und erregtedadurch die Besorgniß aller Freiheiisfreunde. Seit 1669 leitete ihn ganz ein vonLudwig XlV. erkauftes, u. d. N. Cabal (s. d.) bekanntes Ministerium von 5Männern, die den König in allen Versuchen, seine Gewalt unabhängig zu machen,auftnunkerten. Der Kampf der Parteien begann, als der Herzog von ^)ork, des Kö-nigs Bruder, sich öffentlich zur römisch-katkolischen Kirche bekannte. Bald darauferklärte Karl gemeinschaftlich mit Frankreich den Holländern den Krieg und schritt,weil er sich wegen der dazu nöthigen Gelder nicht an das Parlament wenden wollte,zu willkürlichen Maßregeln. Dies Alles erregte Unzufriedenheit. Auf die Vorstel-lungen des Parlaments mußte das Ministerium aufgelöst und mit den HolländernFriede geschlossen werde» (zu Westminster 1674). Zwiespalt im Cabinet, Schwan-ken in dem Betragen des Königs bezeichnet die folgenden Jahre. 1677 vermählteder König zur Freude der Nation seine Nichte mit dem Prinzen von Oranien , undbeförderte den nimweger Frieden, 1678. Aber in demselben Jahre wurde die Ent-deckung einer Verschwörung zu Ermordung des Königs und Einführung der kathol.Religion die Quelle großer Übel. Mehre kathol. Pairs wurden angeklagt und ver-haftet; der GrafStrafford, ein ehrwürdiger Greis, Coleman, der Secretair des Her-zogs von Pork, und mehre Priester starben auf dem Blutgerüste; der Herzog vonPo, k, der nach Brüssel geflohen war, war in Gefahr von der Thronfolge ausgeschlos-sen zu werden. In derselben Sitzung ging die berühmte Habeascorpusacle(s. d.) durch. Der König löste endlich das freisinnige Parlament ganz auf. EineKrankheit des Königs 1679 ward Ursache, daß sein Bruder zurückkehrte. Gegen dasEnde d. I. zeigte ein Betrüger eine neue Verschwörung an, deren Plan man in eineniMehlfoffe fand, tvoher sie den Namen bekam. Sie sollte die Häupler der protestan-tischen Partei verhaßt,machen, als trachteten sie dem Könige nach dem Leben. Ob-gleich die Sacke wenig Glauben fand, so hatte sie doch die Folge, daß der Hof einePartei in derNation bildete, welche der DolkSpartei das Gegengewicht halten sollte;so entstanden um 1680 die Addresseurs und AbhorrentS, später mit den ältern Na-men der Whigs und TorieS bezeichnet. Dessenungeachtet war mehr als ein Parla-ment dem Hofe so entgegengesetzt, daß der König ohne Parlament zu regieren be-schloß. Aste Parteien versicherten jetzt ihre Anhänglichkeit und erklärten sich sür die