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Karl XII . (König von Schweben)
monarchischen Grundsätze. Nun wurden die Anklagen auf Verschwörung undMeuterei gegen die Presbyterianer gerichtet; Alle, die sich republikanischerGrund-sitze verdächtig machten, wurden ihrer Ämter entsetzt. Eine andre wichtige Maß-regel, um zur unumschränkten Gewalt zu gelangen, bestand darin, daß man dieKörperschaften des Königreichs ihrer Vorrechte beraubte und vom König abhängigmachte. Diese schnellen Fortschritte zur Vernichtung der bürgerlichen Freiheit ver-ursachten so lebhafte Besorgniß, daß sich Verbindungen aller Art bildeten. Eineu. d. N. izve-I1n»-ie-('.uni>>Int bekannte Verschwörung bedrohte sogar das Lebendes Königs. Männer vom höchsten Range waren darein verwickelt; Lord Rüsselund Algernon Sidney (s. d.) starben deßhalb auf dem Blutgerüste. Karl wardamals einer der unabhängigsten Fürsten von Europa . Man sagt indeß, er seientschlossen gewesen, sein System zu ändern, als ein Schlagfluß 1685 seinem Le-ben ein Ende machte. Karl empfing bei seinem Tode die Sacramcnte der römi-schen Kirche, dxr er längst heimlich zugethan war. Mit seiner Gemahlin Katha-rina von Portugal hatte er keine Kinder. Er war ohne Religion, üppig, wollüstig,verschwenderisch, sein Hof der Aufenthalt der Freude und der geselligen Talente.Karl selbst war ein Mann von Geist, und heiter-gutmüthig, wodurch er die Herzendes Volks gewann; allein sein Beispiel und sein Hofleben wirkten nachkheilig aufdie Sitten der Großen. Unter seiner Regierung war 1660 die Ilnval «cxüct^(Akademie der Wissenschaften) zu London gestiftet, und 1615 der Bau der >Lt.-Paulskirche begonnen. Das Tagebuch des Sam. Pepys , Secret. der Admiralit.unter Karl II. und Jakob II. , welches die Zeit von 1659 bis 1669 begreift underst 1825 durch LordBraybrooke („>I, „>o',r5 ot 8s,n. llepvn", London 1825, 2B.,4.) bekannrgemacht worden ist, schildert das Leben Karls II. und seines Hofes inauffallenden Zügen. (S. Rochester und Shaftesbury.)
K a r l XII., König von Schweden, geb. zu Stockholm den 27. Juni 1682,ward in den Sprachen, in der Geschichte, Geographie und Mathematik gut un-terrichtet. Er verstand deutsch , lateinisch und französisch. Eurtius's GeschichteAlexanders ward sein LicblingSbuch. Bei dem Tode seines Vaters, 1697, erst15 Jahre alt, erklärten ihn die «tände für volljährig. Endest zeigte der jungeKönig wenig Neigung zu den Geschäften; er liebte starke LeibeSbcwegungen, undvornehmlich die Bärenjagd. Dieser Zeitpunkt schien den eifersüchtigen Nachbarngünstig, um das im Norden übermächtige L7chweden zu demüthigen. Friedrich IV.von Dänemark, August ll. von Polen und Zaar Peter I. schlössen ein Büngniß,das den nordischen Krieg zur Folge hatte. Zuerst sielen die dänischen Truppen indas Gebiet des Herzogs von Holstein-Gottorp ein. Dieser Fürst, vermählt mitder ältesten Schwester des Königs von Schweden, begab sich nach Stockholm undfederte Beistand. Karl hatte für ihn eine besondere Neigung, und schlug nnStaatsrathe gegen Dänemarks Ungerechtigkeit die nachdrücklichsten Maßregelnvor. Nach einigen Berathschlagungen über die innere Verwaltung schiffte ersich im Mai 1700 zu Karlskrona ein. 30 Linienschiffe und eine große Anzahlkleiner Fahrzeuge, verstärkt von einem englischcholländischen Geschwader, erschienenvor Kopenhagen . Man war noch nicht mit den Anstalten zur Ausschiffung be-schäftigt, als Karl, voll Ungeduld, sich aus seiner Schaluppe ins Meer stürzteund, der Erste, das Land betrat. Die Dänen zogen sich vor der überlegenen feind-lichen Macht zurück. Kopenhagen sollte belagert werden, als der zu Travendahlunterhandelte Friede am 8. August 1700 unterzeichnet, und in Folge desselben derHerzog von Holstein in alle Rechte, deren man ihn hatte berauben wollen, wieder-eingesetzt wurde. So endigte die erste Unternehmung Karls XII., bei welcherer ebenso viel Einsicht und Tapferkeit als Uneigennüßigkeit bewies. Er nabni beiderselben jene genügsame und harte Lebensweise an, der er für sein ganzes Lebentreu blieb: keine Zerstreuungen, keine eiteln Vergnügungen; der Wein ward vonCoiivcl'satioiis'Lexiey». Bd. VI. 5