Band 
Sechster Band. K bis L.
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Karlsbad

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Karl August (Herz. v. Weimar )

Ständen ihm überreichte Wahl: ,md Versicherungsacke unterschrieben hatte, sei-nen Emzug in Stockholm, wo ihn der Reichsmarschall Axel Fersen einführte. A m24. legte er den Eid ab und empfing die Huldigung der Reichsstände. Zugleichmachte der König die Adoptionoacte bekannt, in welcher der Prinz den NamenKarl August angenommen hatte. Wahre Humanität und eine absichtlose Popu-larität gewannen dem Kronprinzen die Liebe des Volks in einem Grade, der alleErwartungen überstieg. Einfach in seiner Lebensweise, gab er das Beispiel derSparsamkeit. So überließ er das mit seinem Posten als Großadmiral verbundeneEinkommen von 10,000 Thlrn. dem Staate. Desto größer war der Schmerzdes Volks, als der Prinz aus einer Reise nach den südlichen Provinzen, wo er dieTruppen mustern wollte, nach dem Genusse einer kalten Pastete, am 10. „Maiplötzlich von heftigen Kolikschmerzen mit Erbrechen befallen wurde. Seine Äuße-rungen gegen den Arzt veranlaßten das Gerückt von seiner Vergiftung. Noch im-mer krank, sodaß man selbst spuren von Geistesabwesenheit bemerkte, wohnte derPrinz am 28. Mai auf der Haide von Quiddinge den Evolutionen des Mörner-schen Husarenregiments bei; allein durch einen Schlaafluß betäubt, fiel er rücklingsvom Pferde. Ungeachtet aller Mittel, die der von Stockholm ihm nachgeschickteLeibarzt Rossi anwandle, verschied der Prinz nach einer halben LLtunde. Bei derÖffnung zeigte sich keine Spur von Vergiftung; nur das auf den Adel erbitterteVolk von Stockholm glaubte daran und überließ sich der abscheulichsten Wuth, alsdie Leiche des Prinzen am 20. Juni in Stockholm ankam, um beigesetzt zu wer-den. Der Hosmarschall Axel Fersen (s. d.) verlor dabei das Leben, und das to-bende Volk konnte erst am 21. durch Truppe» und Kanonen zur Ruhe gebrachtwerden. Aus der strengsten Untersuchung ergab sich die Unschuld aller Mitgliederdes gräflich Fersenschen Hauses; nur der Leibarzt Rossi wurde aus Wchweden ver-bannt. Indeß war der Belicht des zuerst zur Hülfe gerufenen Arztes Lodin überdie inuthmaßlichen Ursachen des Todes des Kronprinzen und die Erzählung desHergangs in der Pfarrwohnung zu Quiddinge vom Magister Krook nicht geeignet,den Argwohn des Volks zu widerlegen, obgleich eine königl. Bekanntmachung vom9. Nov. 1810 alle Gerüchte der Art für völlig »»gegründet erklärt hat. Der Prinzstarb »»vermählt.

Karl August, Großherzog von Weimar, s. Weimar .

K a r l o w i h, offene Stadt an der Donau mit 5800 Einw., m. e. griech.Seminar u. Gymnas., Sitz eines griech. nichtunirten Erzbischofs, im slawonischenMilitairdistrict,' wo den 26. Jan. 1699 zwischen dem Kaiser, Polen, Rußland ,Venedig und den Türken, unter engl. und Holland . Vermittelung, der karlowitzerFriede geschloffen wurde, nach welchem Kaiser Leopold I. Siebenbürgen und Sla-wonien behielt. Polen erhielt Kaminieck, Podolien und die Ukraine zurück; Venedig behielt das eroberte Morea, Rußland das eroberte Asow. (S. Östreich undQsmanisches Reich.)

Karlsbad, im Königreich Böhmen (Elnbogener Kreis), einer der be-rühmtesten Badeorte Europas , liegt in einer romantisch schönen Gebirgsgegend, ineinem engen, tiefen Thale , an beiden Seiten des Flusses Tepel u. an der Eger. KaiserKarl I V. soll, als er einst hier jagte, die warmen Quellen 1358 entdeckt haben, indemer, dem Geheul eines Jagdhundes folgend, denselben in die Quelle versunken ange-troffen. Peter Baier, sein Leibarzt, verordnete nun seinem Herrn, der an einem hart-näckigen Fußübel litt, den Gebrauch dieses Wassers, welches das Übel sogleich hob.Von dieser Zeit an hieß der Quell Kaiser-KarlS-Bad. Der Kaiser soll darauf an derStelle, wo jetzt der Stadtihurm steht, ein Schloß gegründet haben, um welches herman sich nach und nach anbaute. Die Stadt hat 450 Häuser mit 2510 Einw. DieKirche ist hell und wohlgebaut. Das Schauspielhaus ist nach dem zu Manheim aufgeführt. Das sächsische und böhmische Ballhaus, sowie das polnische Haus