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Sechster Band. K bis L.
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Keiser Keith

Kets« r (Reinhard), einer der ftühesten deutschen Operncoinpor-ilken, geb.1673 zu Leipzig , erhielt daselbst auf der Thomasschlile und auf der Unive-rsikät sein«wissenschaftliche Bildung. Sein ausgezeichnetes musikalisches Talent -mtwickeltesich durch dieMuster, welche ihm die dortige Oper, verbunden milden Concertendieser Stadt, zum Studium der Musik gab. Der braunschweizische Hör beriefihn zur Composition zweier Opern, welche großen Beifall erhielten. 1694 begaber sich nach Hamburg , wohin ihn die dortige Oper zog, die sich damals in ibremhöchsten Glänze befand. Auch hier gefielen seine Opern so sehr, daß er, eine Reisenach Kopenhagen ausgenommen, wo er zum dänischen Capellmeister ernannt ward,Hamburg nie wieder verließ und 40 Jahre hindurch mit dem größten Ruhme fürdas dortige Theater componirte. Wir haben, außer seinen übrigen Concert- undKirchenmusiken, 11b (118) Opern von ihm, in welchen sämmtlich eine so genialeErfindung, eine solche Neuheit der Gedanken und besonders ein so edler, melodi-scher Gesang und richtige Behandlung des TepteS herrschen, daß man ihn, besonderswenn man bedenkt, daß er fast Alles aus sich selbst erfand, für einen der größtenComponisten, die je gelebt haben, erklären muß. Er starb 1739.

Keith (Jakob von), preuß. Feldmarschall, einer der ausgezeichnetsten Feld-herrn des 18. Jahrh., jüngster Sohn Georg Keith's, Marschalla von Schottland ,geb. 1686 zu Freierressa in der schottischen Grafschaft Kincardin , trat, 18 Jahrall, auf Antrieb seiner Mutter, deren Vater, LordPerth, unter Jakob l. Groß-kanzler von Schottland gewesen war, zu der Parrei des Prätendenten über undwohnte der Schlacht von Sherifmuir bei, in welcher er verwundet wurde. Dadas Heer des Prätendenten zerstreut worden war, floh K. nach Frankreich , undlegte sich daselbst, unter Manpertuis's Anleitung, mit so vielem Glücke auf dasStudium der Mathematik, daß er in die Akad. der Wissenschaften ausgenommenwurde- Nachdem er voll Eifers, sich zu unterrichten, Italien, die Schweiz nndPor-tugal durchreist hatte, ging er nach Madrid , wo der Herzog v.Levria ihm eineStelleals Oberst des irländischen Regiments verschaffte und ihn, als er zum außerord.Gesandten nach Petersburg ernannt wurde, mit dahin nahm, wo K. (1128) in denDienst der Zaarin trat. welche ihn zum Brigadegeneral und bald darauf zum Ge-nerallieutenant und Ritter des Audreasordens ernannte. Hier zeichnete sich K. inallen Schlachten gegen die Türken (1131) durch sein;» Muth aus, und war bei derEroberung von Oczakow der Erste, der die Bresche erstieg, wobei er an der Ferseverwundet wurde. In den, Kriege mit Schweden (1741 — 43) entschied er den Ge-winn der Schlacht von Wilma,istrand und vertrsib die Schweden von den Alands-inseln in der Ostsee . Nach dem Frieden zu Abo (1743) ward er von der Kaiserin alsGesandter an den Hof von Schweden gesandt; bei feiner Zurückkauft gab sie ihmden Marschallsstab. Da aber dennoch seine Einkünfte in Rußland sebr mäßig blie-ben, und er überdies von Bestuschef beleidigt worden war, begab er sich an den Hofdes Königs von Preußen, welcher ihm sein unumschränktes Vertrauen schenkte undihn zum Generalfeldmarschall und Gouverneur von Berlin (1719) ernannte. K.durchreiste mit ihm einen großen Theil Deutschlands, Polens und Ungarns . Als1756 der siebenjähr. Krieg ausgcbi ochen war, ging er als Fekdmarschall mit einerpreuß. Hecrabtheilung nach Nicdersachsen. Nach der aufgehobenenBelagerung vonOlmütz (1758) deckte er den merkwürdigen Rückzug des Belazerungsheeies, wardaber noch in dem nämlichen Iakre (14.0ct.), als Daun das Lager der Preußen beiHocbkirch überfiel, von einer Srückkugel vom Pferde gerissen, und starb auf demSchlachtfelde, nachdem er im Dunkel der Nacht drei Mal die Östreicher zurückgetrie-ben hatte. K. war ein Mann von großen Talenten, ausgezeichneter Tapferkeit,strenger Rechkschaffcnheit und Uneigennützigkeit. Lord Marshall, sein Bruder,schrieb an Madame Geoffrin nach Paris : „Denken Sie sich, welch' eine große Erb-schaft mir mein Bruder hinterläßt. Er hat, an der Spitze eines großen Heers, Böh-