Band 
Sechster Band. K bis L.
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Kehl Keim

der verdient gemacht. — In der Duchdruckerkunf! heißt Kegel die Dicke, welchedie Lettern (nicht in die Breite, sondern in die Länge gerechnet) nach den verschiede-nen Schriftgrößen haben.— Bei den Kanonen heißt Kegel das Disir. IN. I..

Kehl , Dorf ini bad. Kinzigkreift, mit 980 E., ehemal. Reichsfestung amAusflüsse der Kinzig in den Rhein , über welchen hier eine Brücke nach dem ^ Stundedavon gelegenen Strasburg führt. Die Festung ward zu Ende des 11. Iabrh. vonden Franzosen erbaut und sollte ein Wchlüssel sei» zu den Eroberungsplanen Lud-wigs XIV. auf dem rechten Rheinufer. Im rvSwicker Frieden 1691 kam Kehl anden Markgrafen von Baden-Baden , wobei sich Kaiser und Reich das Besahungsrechtvorbehielten. In der Mitte des vor. Jahrh, aber wurden die Wälle abgetragen;Kehl ward ein bedeutender Fabrik - und Handelsort; auch legte hier Beaumarchais die Druckerei an, aus welcher die Ausgabe des Voltaire und andre Prachkdrucke her-vorgingen. Während des Revolutionskrieges flellte man die Festungswerke wiederher. Kehl mußte mehre Belagerungen aushalten (die merkwürdigste 1196), warabwechselnd in deutschen und franz. Händen, brannte 3 Mal nieder, unk wurde1808 von Napoleon mir dem Departement Niederrhein verbunden, bis es 1814an Baden zurückfiel. 1815 wurden die Festungswerke abgetragen.

Keil, dos Werkzeug zum spalten des Holze«, ist ein viereckiger, im Ver-hältniß zu seiner Breite und Dicke langer Körper, der nach dem einen Ende in einegerade Schärfe oder auch in eine Spitze ausgeht. Die Größe seiner Wirkung hängtvon der Neigung seiner Seitenflächen, von der Größe des Spaltes selbst und vondem Widerstände der gespaltenen Flächen ab, und ihre Bestimmung gehört zu denschwierigen Aufgaben der Mechanik. Wichtig ist die Lehre voni Keil (Schlußstein)in der Baukunst, namentlich bei den Gewölben.

K e i l s eh r i f t e n hat man einige morgenländische -Lchristen auf altenDenkmälern in Persien und Babvlonien genannt, weil ihre Charaktere aus einer Ver-bindung mehr oder weniger keilförmiger Striche i» aller! t Richtungen bestehen.Nach äußern und innern Merkmalen kann man 2 Hauptgaktungcn der Keilschrift:die persische und babylonische, oder die medische und chaldäische unterscheiden, wo-von jene wieder 3, diese 2 Unk rarten hak. Die persische Keilschrift findet sich inden Ruinen von Pasargadä und Persepolis in dem Thal bei Murgab bei Fasa inPersien, in den Trümmern von Susa (jetzt Schus) und Babylon , und zwar ste-hen hier gewöhnlich alle 3 Schriftarten, fast Work für Work sich entsprechend,untereinander; die babylonische hingegen findet sich immer mir einfach auf aller-lei Ziegel- und andern Steinen des alten Babylon, wie auch auf Gemmen und cy-linderformigen Amuletten. Alle diese Schriftarten stimme» dann überein, daß sieWagerecht von der Linken zur Rechten gelesen werden und eine Lautschrift, zum Theilmit besondern Worttheilen und einzelnen Monogrammen sind. Die verschiedenenEntzisserungsversuche dieser Schriften haben noch zu keinem Resultate geführt. (S.„Die assyrische Keilschrift erläutert rc., herauSgeg. von Dorow", Wiesbaden 1820.)Eine von der persisch-babokonischen verschiedene Keilschrift (die altaffvrische) hatPros. Wcbulz aus Gießen zu Wan im türk. Armenien 1821 entdeckt.

Keim, die Grundlage zu jedem organischen Körper, aus welchem sich dieserunter den dazu erfoderliche» Bedingungen nach und nach entwickelt. Besondersbedient man sich dieses Ausdrucks bei den Gewächsen und nimmt eine dreifacheGattung derselben an: die Knospen an mehrjährigen Pflanzen, die Zwiebeln(Knollen) unter der Erde, und die Keime in den Früchten (Samen). Daß die Au-gen (Knospen) Keime sind, sieht man daraus, daß sich mittelst des Einimpfensaus ihnen neue Pflanzen entwickeln. Sie würden sich sogar wie >Lamen aussäenlassen , wenn sie nicht in der Erde der Fäulniß zu sehr ausgesetzt wären. Im L)a-menkorne oder in der Frucht ist der Keim derselbe, aber nur ander« eingehüllt, undvon der Natur bestimmt, sich in feuchter Erde zu entwickeln.