Band 
Sechster Band. K bis L.
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Keinble (John Philipp — Charles)

kiterarlschen Theil der stockholmer Zeitschrift, wobei er durch gehaltvolle Kritiken demUngeschmack und der Anmaßung mittelmäßiger Köpfe einenT amm zu setzen suchte,sich aber dadurch unter dieser zahlreichen Classe viel Gegner zuzog. 12.

Kemble (John Philipp-, einer der ersten englischen Schauspieler, geb.zu Preston in Lancashire 1151, erhielt von seinem Vater, Roger Kemble, dersich als Schauspieler ebenfalls vorkheilhafr bekanntgemacht bat, eine sorgfältigeErziehung. Zum geistlichen Stande bestimmt, studirte er »u Collegimn zu Douayin Flandern , verließ aber die Schule und ward, wider den Willen seiner Familie,Schauspieler. Er trat zuerst zu Wolverhampton als ThcodosiuS, in Rowc's Tra-gbdie dieses Namens, mit großem Beifall auf, besuchte dann Manchester, Liver-pool und 4)ork und ging 1181 nach Dublin . Hier trat er in der Rolle des Ham-let auf, worin er seitdem ohne Nebenbuhler glänzte. Nicht mit gleicher Auszeich-nung versuchte er sich in komischen Rollen. 1183 kam er nach London , wo er zu-erst als Hamlet auf dem Theater Drurylane auftrat. Zehn Jahre später ward erRegisseur und blieb es bis 1196. Er hatte in diesem Zeitraume, als ein feinerKenner der dramat. Werke seiner Nation, wovon er vielleicht die größte Samm-lung in England besitzt, manche« treffliche ältere Stück wieder aufs Repertoiregebracht. Dagegen fanden seine neuen Lesarten, wodurch er z. B. den Text derShakspeare'schenStücke, deren er 24 für die Bühne bearbeitete, häufig verän-derte , nicht den Beifall der Kritiker. Nach manchen Verdrießlichkeiten nahm erseinen Abschied und besuchte 1802 und 1803 Frankreich und Spanien . Nach seinerRückkehr kaufte er für 20,000 Pf. einen Antheil am Coventgardentheater und trathier anLewis's Stelle. K. war ein Schauspieler von großem Talent und Studium.In heroischen Rolle», deren Charakter mehr in Kraft und Würde als im Pathosbesteht, in philosophischer Declamation und in Rollen würdevoller Zärtlichkeit hatteer vielleicht seines Gleichen nicht. Seine Hauptrollen waren Hamlet , Macbeth,Corivlan, Beverley und Othello. Als Schriftsteller hat sich K. durch einige Far-cen, z. B. „ I lie proft-et!,", ,,'l'be p.iunei", ,,'LI>e laiiiibou^o", und durcheinige Umarbeitungen bekanntgemacht. Eine Sammlung von Iugendgedichtenhat er bald nach ihrer Erscheinung unterdrückt. Er trat zum letzten Male alsCorivlan auf. Mit der größten Bewunderung seiner Kunstleistung ward dieserAbschied vom Hause und seinen Freunden gefeiert. Lord Holland überreichte ihmbei dem festlichen Mahle eine prächtige Vase mit der Inschrift, daß K. 34 Jahrelang die Würde des Drama und Shakspeare's Ruhm auf der Nationalbühne be-hauptet habe. Er zog sich später in die Schweiz zurück und starb zu Lausanne den26.Febr. 1828. Die „51en>oir- e>s li>« üic »i i. l'b. Keinble" (von I. Boa-den, London l825, 2 Bde.) enthalten die Geschichte des engl. Theater« seit Gar-rick. S. s. Biographie (von Hüttner) im 9. Heft der „Zeitgenossen". — K.'sSchwerer ist die berühmte SiddonS.

Sein Bruder, Charles Kemble , geb. im Nov. 1115, studirte ebenfallsin Douay und ward dann bei der Post angestellt; aber auch ihn trieb seineNeigung auf die Bühne. Er trat zuerst 1192 als Roland in dem Stück vonShakspeare: „4s )-»» übe it", mit Beifall in Sheffield auf; dann 1194 alsMalcolm in „Macbeth" auf dem Drurylane- und dann aufdem Haymarkettheaker,bis 1802, in welchem Jahre er auf das feste Land reiste. Nachher vereinigte ersich mit seinem Bruder beim Coventgardentkeater und blieb bei dessen AbgängeSchauspieldirector. 1825 reiste er in Deutschland und Frankreich . Er brachte1828 mehre alte deutsche Opern mit nach England, und eröffnete das Coventgar-dentheater mit Maria von Webcr'S neuer Oper „Oberen". — Seine Gattin,Marie Therese Kemble, geb. zu Wien 1174, wo ihr Vater, v. Camp,Tonkünstler war, trat schon als Kind in Noverrc'S Balletten auf. Sie spielte undtanzte auf mehren Bühnen mit Beifall; vorzüglich auf dem Drurylanctheaftr als